World Coffee-Café in der Mayerschen Buchandlung schließt - Mitarbeiter trifft es hart

dzWestenhellweg

Die „World Coffee“-Kaffeebar in der Mayerschen Buchhandlung am Westenhellweg macht dicht. Viele Kunden sind sauer. Versprochene neue Jobs für die Mitarbeiter wird es nicht geben.

Dortmund

, 03.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Kaffeebar in der Mayerschen Buchhandlung am Westenhellweg wird schließen: Zum 30. Juni soll Schluss sein. Viele Kunden sind traurig und sauer darüber. Elisabeth Hoynacki ist eine von ihnen. Vor rund zwei Wochen habe sie von Mitarbeitern des aktuellen Betreibers World Coffee von der Schließung erfahren. Zusammen mit einer Freundin setzt sie sich für den Erhalt des Cafés ein.

Zunächst wandte Hoynacki sich per E-Mail an die Geschäftsleitung der Mayerschen und bekam eine Antwort: Der aktuelle Pächter habe aus kaufmännischen Gründen gekündigt, aber man arbeite mit Hochdruck daran, „Kaffee und Buch“ auch in Zukunft möglich zu machen, heißt es in einer Mail von Hartmut Falter von der Geschäftsleitung der Mayerschen, die unserer Redaktion vorliegt.

Schließung aus „betrieblichen Gründen“

Die Mitarbeiter der Kaffeebar wissen schon länger Bescheid: Im Dezember 2018 habe man ihr mitgeteilt, dass World Coffee den Mietvertrag auslaufen lassen wolle, sagt Benita Botta, die Betriebsleiterin der World Coffee-Filiale, im Gespräch mit unserer Redaktion am Montag.

World Coffee-Café in der Mayerschen Buchandlung schließt - Mitarbeiter trifft es hart

Elisabeth Hoynacki will für den Erhalt der Kaffeebar in der Mayerschen Buchhandlung kämpfen. Sie hat bisher über 260 Unterschriften von anderen Kunden dafür gesammelt. © Matthias Stachelhaus

Die Begründung: „Aus betrieblichen Gründen“ – mehr wisse sie auch nicht. Ursprünglich sei das für sie und ihre Mitarbeiterinnnen auch kein Grund zur Aufregung gewesen. So winkte eine neue Anstellung an selbem Ort, nur unter anderem Namen. Man habe ihr gesagt, dass in der Dortmunder Filiale wohl eine „Kaffeefleck“-Filiale einziehen werde. Das ist ein Gastronomiekonzept der Mayerschen selbst, das man unter anderem in Buchhandlungen in Köln und Essen findet.

Bewerbungen Ende April abgelehnt

Anderer Name, dasselbe Programm. „Wir sollten uns pro forma bewerben, aber das wäre eigentlich kein Problem“, habe es geheißen, so Botta weiter. Ende April dann die Ernüchterung: Die Bewerbungen wurden abgelehnt.

Bei einer Begehung der Geschäftsführung habe ein Mitarbeiter mitbekommen, dass das Konzept des Cafés in der Buchhandlung wohl nicht weiter fortgesetzt werden solle. Die Kündigung hat Botta dann vor ein paar Wochen erhalten. Viel Hoffnung habe sie nicht mehr: „Ich habe geistig eigentlich damit abgeschlossen.“

Unterschriften gegen die Schließung

Was aus dem Café im 2. Obergeschoss werden soll, ist unklar. Eine Anfrage dieser Redaktion an die Mayersche-Geschäftsleitung wurde am Montag bis zum Redaktionsschluss dieses Textes (17 Uhr) noch nicht beantwortet.

Klar ist: Die Café-Fläche ist laut Bebauungsplan für gastronomische Nutzung eingetragen. Wollte man das ändern, müsste bei der Stadt ein Änderungsantrag gestellt werden. „Das wäre eine reine Formsache und kein Problem“, sagt ein Stadtsprecher auf Nachfrage dazu.

Elisabeth Hoynacki möchte nicht so einfach ihr Stammcafé aufgeben. Zusammen mit einer Freundin hat sie vor zwei Wochen angefangen, Unterschriften gegen die Schließung zu sammeln. Bei drei Terminen haben sich so über 260 Kunden der Kaffeebar gegen die Schließung ausgesprochen.

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