Wolfgang Niemann fügt zum zweiten Mal das Natürliche und das Künstliche zusammen

dzRaumprojekt Kaisern

Wie fügen sich Natur und Industrie zusammen? Mit dieser Frage hat sich der Künstler Wolfgang Niemann in seiner zweiten Ausstellung auseinandergesetzt. Und zeigt es im Projektraum Kaisern.

Kaiserstraßenviertel

, 26.04.2019, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Linear und starr sind die Kästen. Unterstrichen wird diese Starre durch ebenfalls linear angebrachten Schrauben. Doch dann kommt das Abstrakte: eine Feder, die in der Schraube steckt. Doch dieses Spannungsverhältnis funktioniert irgendwie, trotzdem wirkt alles zusammengefügt.

Genau dieses Zusammenfügen will der Künstler Wolfgang Niemann erreichen. Nicht umsonst heißt seine Ausstellung Fügungen, und weil es die Fortsetzung zu einer 2016 gezeigten Ausstellung ist, heißt sie Fügungen II. „Es fügt sich etwas zusammen und ich bin dafür verantwortlich“, erklärt Niemann die Idee dahinter.

Er erschafft mit diesen Fügungen Spannungsfelder. Die Äste und Federn zum einen. Er hat sie gefunden, meistens beim Joggen. „Ich habe eine ganze Reihe an Ästen zuhause“, sagt der Künstler. Diese Äste sind für ihn das natürlich Geschaffene. Das kombiniert Niemann mit industriell-metallischen Elementen aus dem Baumarkt, „nicht natürlich geschaffen, sondern eher aus unserer Do-it-yourself-Kultur stammend.“ Das Organische trifft so auf das Senkrecht-Lineare.

Wolfgang Niemann fügt zum zweiten Mal das Natürliche und das Künstliche zusammen

Auf verschiedenen Ebenen trifft das Lineare auf die gebogenen Formen der Natur. © Verena Schafflick

Der erste Teil der Ausstellung war im Münsterland 2016 zu sehen. Die neueren und kleineren Werke sind nun im Projektraum Kaisern ausgestellt. Niemann ist hier Mitglied. Die ausgestellten Arbeiten hatte er in der Zeit von 2016 bis 2019 geschaffen. Diese Zeit sieht man auch in den Variationen der Kunstwerke.

Während die älteren Modelle in Kastenform sind, arbeitet der Künstler in seinen neueren Werken eher mit verschiedenen Ebenen. Der Schwerpunkt seiner Arbeiten liegt auf verschiedenen Raumkonzepten und Fügungen. „Ich frage dabei: Was passiert, wenn so ein Spannungsverhältnis entsteht“, erklärt Wolfgang Niemann. Auch die Federn sind neue Motive für ihn. Zuvor hat der Künstler nur mit Ästen gearbeitet, die er beim Joggen oder Spazieren gehen auf dem Boden gefunden hat.

Wolfgang Niemann fügt zum zweiten Mal das Natürliche und das Künstliche zusammen

Die Feder ist ein neues Element in den Werken von Wolfgang Niemann. © Verena Schafflick

Das zeigt sich auch daran, dass manche Werke keinen rechteckigen, sondern einen runden Untergrund haben. „Ich wollte sehen, was das mit der Fügung macht“, erklärt Niemann diese Idee. Schließlich sei der Ausgangspunkt der Kasten gewesen, nicht die Äste oder Federn. Besonders interessant für ihn seien Astgabeln. „Die fallen mir immer direkt ins Auge.“ Diese fügt er erst im Nachhinein in seine Kunstwerke ein. „Bei den Kästen lege ich mir die Schrauben und anderen Elemente vor“, so Niemann. Und so fügt sich alles zusammen.

Die Ausstellung „Fügungen II“ von Wolfgang Niehoff ist vom 26. April (Freitag) bis 20. Mai im Projektraum Kaisern, Kaiserstraße 75, zu sehen. Öffnungszeiten sind freitags bis sonntags von 18 bis 19.30 Uhr sowie nach Vereinbarung unter Tel. (0231)/596210. Die Vernissage ist am Freitag, 26. April, um 19.30 Uhr.
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