Wohnraum-Unterschlagung? Stadt überprüft mutmaßlich illegale Monteur-Pension

dzUnterkunft für Monteure

An der Königsheide 67 ziehen wöchentlich Monteure ein und aus. Die Stadt Dortmund pocht darauf, dass das Wohnungsamt bislang nichts mit dem Haus zu tun hatte. Das soll sich nun ändern.

Mengede

, 12.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Wohnungsamt der Stadt Dortmund gehört zum Dezernat 6. Dem Dezernat, an das die Bezirksvertretung Mengede die Anwohner-Bedenken bezüglich einer mutmaßlich illegalen Monteur-Pension an der Straße „Königsheide“ gesendet hat.

Bislang sei das Wohnungsamt jedoch nicht in den Fall involviert gewesen, beteuert Stadt-Pressesprecher Christian Schön auf Anfrage. Erst jetzt werde das Wohnungsamt das Haus Königsheide 67 daraufhin überprüfen.

Seit 2018 beobachten Nachbarn, wie Monteure dort ein- und ausgehen. Wie sie ihre Transporter und kleinere Lkw wild auf Wegen, in Einfahrten oder auf dem Bürgersteig abstellen und damit Anwohner bei der Ausfahrt behindern.

„Dort wohnt niemand dauerhaft“, ist sich Anwohner Heinz Brunstein sicher. Auch seine Nachbarn vermuten, dass dort eine Pension betrieben wird. „Und das kann nicht legal sein, das ist ein Wohnhaus – kein Gewerbe.“

Nur das Bauordnungsamt hat das Haus überprüft

„Das Wohnungsamt hat erst jetzt Kenntnis von dem Sachverhalt bekommen“, sagt Christian Schön. „Hier ist inzwischen ein Anhörungsverfahren eingeleitet worden, das untersucht, ob eine Zweckentfremdung von Wohnraum vorliegt.“

Wann es ein Ergebnis dazu gebe, bleibe abzuwarten. Die Prüfung könne einige Zeit dauern, so Christian Schön. Allerdings habe bereits 2018 das Stadtplanungs- und Bauordnungsamt aus dem Dezernat 6 das Haus an der Königsheide überprüft.

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Seitdem ist klar: Das Haus Königsheide 67 ist weiterhin ein reines Wohnhaus, Zimmer dürfen dort nicht gewerblich vermietet werden. Die Stadt beruft sich auf gültige Einzelmietverträge, die die Firma Abraham Immobilien, der das Haus gehört, vorgelegt habe.

Es sei auch vor Ort keine Pension-Infrastruktur erkennbar gewesen, so Christian Schön. Die Anwohner zweifeln das an. Schließlich beobachten sie das Kommen und Gehen – und auch die Reinigungskräfte, die regelmäßig körbeweise Bettwäsche aus dem Haus tragen.

Anwohner beobachten immer wieder Reinigungskräfte mit Körben voller Bettwäsche.

Anwohner beobachten immer wieder Reinigungskräfte mit Körben voller Bettwäsche. © Privat

Abraham Immobilien schweigt zu den Vorwürfen

„Die Stadt hat sich täuschen und mit den angeblichen Mietverträgen abspeisen lassen“, sagt Heinz Brunstein. Die Anwohner hoffen nun, dass die aktuelle Überprüfung die tatsächliche Nutzung des Hauses aufdeckt.

Die Firma Abraham Immobilien ließ zwei schriftliche Anfragen zu den Vorwürfen (20.2. und 4.3.) sowie mehrfache Telefonanrufe unbeantwortet. Auf ihrer Internetseite wirbt sie allerdings mit Monteurzimmern in dem Haus Königsheide 67.

Zumindest eine Lösung für das Parkproblem hat die Stadt bereits beschlossen. „Die Straßenverkehrsbehörde hat die örtliche Parkregelung überprüft und anschließend Gehweg-Parken angeordnet“, sagt Christian Schön. Wann entsprechende Markierungen umgesetzt werden, sei noch unklar.

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