Wochenmarkt: Wieso tragen alle Masken – bis auf einen Händler?

dzCorona-Verordnung

Wer muss Maske tragen auf dem Wochenmarkt in der Dortmunder Innenstadt? Für Kunden ist die Regelung eindeutig. Für Händler gilt etwas anderes. Einer sagt, warum er keine Maske trägt.

Dortmund

, 10.11.2020, 13:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eben eine rauchen. Lange bevor es voll wird auf dem Wochenmarkt stehen zwei Mitarbeiter neben ihrem Stand. Die Masken unters Kinn gezogen nehmen sie noch einen Zug, drücken die Zigaretten dann aus.

Kurz vor 9 Uhr ist es und noch leer. Ein paar Kunden sind schon da. Größer werde der Andrang aber wohl erst um 11, schätzt ein Händler.

Die beiden Mitarbeiter sortieren noch ein, einer hat die Maske erst unten. Als es ihm auffällt, zieht er sie hoch und schaut sich um. Nein: kein Ordnungsamt da in diesem Moment.

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Alle Kunden müssen eine Maske tragen

Die Regeln, die die Stadt Dortmund vorgibt, sind eindeutig. Paragraph 3, Absatz 2, Nr. 1 der Corona-Schutzverordnung: „Auf Wochenmärkten gilt die Pflicht zum Tragen einer Alltagsmaske auf der gesamten Marktfläche.“

Nicht nur die Kunden befolgen das an diesem Tag, sondern auch diejenigen, die einfach über Hansastraße oder Hansaplatz müssen und ein ganz anderes Ziel haben. Einzig eine Fahrradfahrerin ist ohne Maske unterwegs.

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Weniger Kunden, aber die verbliebenen kaufen gezielt

Die allermeisten Kunden hätten Verständnis, urteilt Marktsprecher Nils Schulte. Das zumindest höre er immer wieder. Auch Peter Wesselbaum, der schon Obst und Gemüse in den Tüten hat, unterstreicht: „Das beeinträchtigt mich doch überhaupt nicht, so eine Maske zu tragen.“ Man müsse die Pandemie schließlich ernst nehmen.

„Es sind weniger Leute unterwegs, aber die Menschen, die hier sind, kaufen gezielter und mehr“, sagt Marktsprecher Schulte. Wobei: Das habe nichts mit der Maskenpflicht zu tun. Das sei generell das andere Verhalten der Kunden im Jahr 2020.

„Vielleicht kommen sogar etwas mehr Kunden, weil die Restaurants geschlossen haben“, vermutet Anke Schräder. An ihrem Stand „Wild und Geflügel“ hat die Händlerin aus Lüdinghausen jedenfalls keine Veränderung bemerkt seit die Maskenpflicht gilt.

Außer vielleicht: „Die Menschen haben nicht mehr so viel Geduld, in der Schlange zu stehen.“

Händler vom Käsestand trägt keine Maske

30 Meter weiter steht Detlef Bothor an seinem Käsestand. Ohne Maske. Darf er das? Laut Stadt Dortmund ja. Stand-Inhaber und Mitarbeiter können auf eine Mund-Nasen-Bedeckung verzichten „durch gleich wirksame Schutzmaßnahmen (Abtrennung durch Plexiglas etc.) oder das Tragen eines vollflächigen Visiers“, so die offizielle Auskunft von der Stadt.

Bothors Glück: Er hatte den Wagen schon beim Kauf 2019 so konfiguriert, dass er die Pandemie-Vorschriften 2020 erfüllt. „Das sind abklappbare Pflexiglasscheiben.“ Die sind am Dach befestigt und lassen sich heruntersenken bis auf die Theke.

Eigentlich sei das ein „Wind- und Wetterschutz“, freut sich Bothor. Nur in der Mitte gab es eine große Durchreiche. Die wiederum hat er mit einer weiteren Plexiglasscheibe und drei Saugnapf-Haken so verkleinert, dass das Ordnungsamt nichts zu beanstanden hat – „als Schutz für den Kunden und natürlich auch für uns“.

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