Wo alt werden jung hält: Im neuen Quartiershaus treffen Generationen aufeinander

dzNeues Quartiershaus

Von der Außenwelt abgeschottet: So soll das Leben für Senioren im neuen Quartiershaus nicht sein. Deshalb sind dort auch andere Angebote untergebracht - und die sind nicht nur für Ältere.

von Tobias Weskamp

Lütgendortmund

, 25.07.2019, 16:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hier treffen mehrere Generationen aufeinander: Während in einem Teil des neuen Quartiershauses der Caritas eine Tagespflege für bis zu 16 Senioren mit und ohne Demenz eingerichtet ist, ertönt nebenan fröhliches Kinderlachen. Eine Großpflegestelle für Kinder, also eine Art Kita, in der sich Tagesmütter um die Kinder kümmern, ist dort untergebracht.

Es gibt viele Angebote (fast) unter einem Dach

Der Standort an der Limbecker Straße 83a in Lütgendortmund ist Teil eines größeren Puzzles: Auch die Nachbargebäude decken so einiges ab. Angehörige finden Ansprechpartner, die versuchen, zu helfen - etwa wenn sich der Gesundheitszustand der Eltern ändert, oder sie mehr Unterstützung benötigen.

„Das ist einmalig in Dortmund“, erklärt Jörg Hartmann, Abteilungsleiter der Caritas-Sozialstation. „Wir haben hier auf dem Gelände alle Versorgungsformen. Es ist faszinierend, wie eng hier alles zusammenrückt: niederschwellige Versorgungsformen bis zur Vollzeitpflege. Das ist zukunftsweisend.“

Die Kita wird auch von Mitarbeitern genutzt

Die Kindertagespflege „Lütgeraupen“ ist im Juni gestartet. „Wir haben neun Kinder von null bis drei Jahren hier, um die sich zwei Tagesmütter kümmern“, beschreibt Annette Fischer, Fachberaterin des katholischen Trägerkreises Kindertagespflege.

Die Kindertagespflege steht allen interessierten Eltern offen, auch den Mitarbeitern im Haus. „So können sie morgens ihre Kinder gleich mit zur Arbeit nehmen“, erklärt Annette Fischer.

Wo alt werden jung hält: Im neuen Quartiershaus treffen Generationen aufeinander

Die Großpflegestelle für Kinder bietet viele Möglichkeiten. © Tobias Weskamp

Das Gebäude war ursprünglich mal ein Schwesternwohnheim. Es wurde dann zur Alten- und Flüchtlingshilfe genutzt und jetzt modernisiert.

Kinder und Senioren sollen gemeinsame Aktivitäten unternehmen

Die Gäste der Tagespflege für Senioren bekommen nicht nur Medikamente gereicht und Essen serviert. Unter anderem gibt es eine Bewegungsrunde, wie Kerstin Pichura, Teamleiterin der Tagespflege, erklärt: „Dabei werden kleinere Bewegungsübungen durchgeführt, zum Teil im Sitzen.“ Außerdem werde aus der Zeitung vorgelesen und das Gedächtnis geschult, etwa mit einem Quiz. „Gesellschaftsspiele oder Bingo spielen wir auch“, ergänzt Kerstin Pichura.

Wo alt werden jung hält: Im neuen Quartiershaus treffen Generationen aufeinander

Kerstin Pichura (l.) und Julia Banach präsentieren den Ablaufplan in der Tagespflege. © Tobias Weskamp

Die Kosten für die Unterbringung in der Tagespflege werden von der Pflegeversicherung bezuschusst, wenn ein Pflegegrad vorliegt.

Wenn die Senioren auf der Terrasse sitzen und die Kinder draußen spielen, kommen beide Seiten auch in Kontakt. Für die Zukunft sind weitere Aktionen vorgesehen. „Wir wollen beispielsweise zusammen singen oder auch Plätzchen backen“, sagt Annette Fischer.

Quartiersmanagement vermietet Saal für Veranstaltungen

Ein weiterer Nutzer des Gebäudes ist das Quartiersmanagement. Es kümmert sich um die Weiterentwicklung des Stadtteils. Das Quartiersmanagement bietet auch einen Saal für Begegnung und Aktivitäten des Quartiers an. „Das Angebot richtet sich besonders an Menschen im Stadtteil, die die Teilhabe und Gemeinschaft wünschen“, erklärt Ursula Peschel, Leiterin des Pflegezentrums St. Barbara und verantwortlich für das Quartiersmanagement. Der Saal kann auch gemietet werden.

Gefördert wurde das Projekt von der Stiftung Wohlfahrtspflege mit 555.000 Euro für Saal und Außenfläche, wie Brigitte Skorupka, Geschäftsführerin der Caritas, erläutert. Aber auch Eigenmitel kamen zum Einsatz.

Viele Angebote in der Nachbarschaft

Auf dem Gelände gibt es seniorengerechtes Wohnen. Direkt gegenüber befindet sich außerdem das Wohn- und Pflegezentrum St. Barbara, das vollstationäre Pflege anbietet. Und im Hedwig-Dransfeld-Haus haben Menschen mit Behinderung ihr Zuhause. Das Haus ist Stützpunkt der Caritas-Sozialstation West mit Pflegeberatung. Ein angrenzender Park kann ebenfalls nach Absprache für dienstliche und private Veranstaltungen genutzt werden. „Er wird momentan noch etwas hergerichtet, etwa mit Beleuchtung“, so Ursula Peschel.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Dorstener Zeitung Knappschaftskrankenhaus Lütgendortmund

Dortmunder Krankenhaus spricht offen über Patienten-Übergriffe in der Psychiatrie