Wirtin zieht die Reißleine: Die Bartholomäus-Kirmes verliert ihren ältesten Bierstand

dz660. Bartholomäus-Kirmes

Den ältesten Bierstand der Bartholomäus-Kirmes hatte die Gaststätte „Zur Alten Post“. Ab diesem Jahr wird es ihn nicht mehr geben. Aber Wirtin Bianca Tix hat etwas Neues geplant.

Lütgendortmund

, 22.08.2019, 13:07 Uhr / Lesedauer: 2 min

Am Ende waren die finanziellen Verluste einfach zu hoch: Schweren Herzens hat sich Bianca Tix, Wirtin der Gaststätte „Zur Alten Post“, entschieden, während der 660. Bartholomäuskirmes (23.-26. August) kein Bier vor ihrer Kneipe zu zapfen. Damit verliert das Volksfest seinen ältesten Bierstand.

In den letzten beiden Jahren, erzählt die 61-Jährige, habe sie immer draufgezahlt. „Jedes Mal zwischen 300 und 500 Euro“, sagt sie. Deshalb müsse sie jetzt einfach die Konsequenzen ziehen. Nach 186 Jahren, so lange hält sich die Kneipe nämlich schon im Dorf, wird es an der Theresenstraße 4 also erstmals keinen Bierstand geben.

Bianca Tix: „Hier in der Theresenstraße ist doch alles leer“

Schuld an den Umsatzeinbußen sind nach Meinung der Wirtin die strengen Auflagen der Feuerwehr. „Hier in der Theresenstraße ist doch alles leer, hier spielt sich nichts mehr ab.“ Weniger Besucher in diesem Abschnitt seien die logische Konsequenz.

„Früher standen hier ein Kinderkarussell und eine Losbude, jetzt haben wir hier nur noch Lücken“, sagt Bianca Tix. Auch Reinhard Sack, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Lütgendortmunder Vereine und Verbände, kann nicht nachvollziehen, warum dieser Kirmesbereich derart ausgedünnt wurde.

„Ich fühle mich von der Stadt im Stich gelassen“

Mehrfach, sagt Bianca Tix, habe sie dem Ordnungsamt das Problem geschildert – erfolglos. „Ich fühle mich von der Stadt im Stich gelassen.“

Könnten denn nicht auch andere Gründe Schuld am Minusgeschäft sein? Weniger Kirmes-Besucher generell? Oder die direkte Konkurrenz durch das evangelische Gemeindefest?

„Die Kirche und ich, wir sprechen ein unterschiedliches Publikum an, wir nehmen uns nicht gegenseitig die Besucher weg.“ Und die Besucherzahlen, die seien doch auch immer vom Wetter abhängig. „Es ist hier einfach zu unattraktiv, das ist alles.“

Während der 660. Bartholomäus-Kirmes wagt Bianca Tix ein neues Experiment: Außengastronomie mit drei Tischen und 15 Stühlen. Die Genehmigung der Stadt liegt bereits vor – und auch die Rechnung: „317 Euro für sechs mal zwei Meter zahle ich dafür.“ Das sei aber deutlich günstiger als ein Bierstand. „Da liegen die Kosten schnell bei 800 Euro.“ Auch Personalkosten könne sie auf diese Weise sparen.

Nur noch zwei Schausteller-Bierstände

Reduziert hat sich auch die Zahl der Schausteller-Bierstände. Diesmal sind nur zwei dabei: Leos Treff und das Bistro der Familie Arens. Das Café Sonderbar von Patrick Arens fehlt ausnahmsweise. „Weil ich meiner Mutter beim Waltroper Parkfest helfe.“ Die Firma Quante-Schneider und die Firma Schäfer seien aufgrund von Baumaßnahmen schon seit 2013 und 2016 nicht mehr dabei, so Arens.

Verdursten werden die Besucher aber nicht. Denn es gibt nach wie vor ein großes Getränke-Angebot. Dafür sorgen einige örtliche Gastronomen und Vereine. „Bei uns gibt es dazu auch noch ein Bühnenprogramm“, so Vereinschef Reinhard Sack.

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