Phantom-Baustelle heizt die Gerüchteküche an: Wird hier heimlich eine Kita gebaut?

dzGeheimnisvolle Baustelle

Wird an der Kleybredde einfach eine Kita gebaut, ohne die Nachbarschaft zu informieren? In Kley sorgt gerade eine Phantom-Baustelle für Verwirrung und Aufregung.

Kley

, 15.10.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rätselraten in der Einwohnerfragestunde der Bezirksververtretung (BV) Lütgendortmund: Was bedeuten die Bauarbeiten an der Kleybredde, die nur ein Anwohner, aber keiner der anwesenden Politiker kennt?

Der Bürger informierte das Gremium in der Oktobersitzung über eine Baustelle mit „Probebohrungen“ auf dem Gelände des Christlichen Jugenddorfwerks (CJD) an der Kleybredde in Kley. Gleichzeitig lieferte er auch eine Erklärung mit: Das Ganze stehe im Zusammenhang mit einem Kita-Bau des CJD, will er vor Ort erfahren haben. Im selben Atemzug empörte sich der Bürger darüber, dass die Anwohner über dieses weitreichende Projekt nicht informiert worden seien.

Phantom-Baustelle heizt die Gerüchteküche an: Wird hier heimlich eine Kita gebaut?

Das CJD plant den Bau einer Kindertagesstätte auf dem Gelände an der Kleybredde. Doch bis zum ersten Spatenstich wird es noch eine ganze Weile dauern. © Beate Dönnewald

Bezirksbürgermeister beruhigt empörten Anwohner

Dass die Bauarbeiten ein Hinweis auf die an diesem Standort tatsächlich geplante Kindertagesstätte sein könnten, hielten die Bezirksvertreter für eine mögliche Erklärung. Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp konnte den Anwohner aber beruhigen. Natürlich würden die Bürger zu gegebener Zeit über das Vorhaben und das weitere Verfahren inklusive Offenlegung der Pläne informiert.

Eine Anfrage dieser Redaktion beim CJD zu den vermuteten Kita-Bauarbeiten löste dort zunächst großes Erstaunen aus. „Es gibt aktuell keine von uns beauftragten Bautätigkeiten an der Kleybredde, die in einem Zusammenhang mit der geplanten Kita stehen. Auch für ein anderes Projekt haben wir keine Baufirma beauftragt“, sagt Stephan Kottkamp, Assistent der CJD-Gesamtleitung.

2020 wird das Schuldach saniert

Nach einigen Recherchen konnte Stephan Kottkamp die „Bauarbeiten“ aber erklären: „Unsere Garten- und Landschaftsbauer konnten seit letztem Jahr einen massiven Zuwachs an Auszubildenden verzeichnen. Um diese Azubis alle unterbringen zu können, wurden auf unserem Gelände Container aufgestellt, in denen Theorieunterricht erteilt wird.“

Baurechtlich müsse für diese Container eine Zufahrt angelegt werden. „Daher haben unsere Gala-Bauer schon vor Monaten diese Schneise geschlagen. Bislang war sie durch Bauzäune abgesperrt. Nun wurde Rasen eingesät und die Fläche mit Flatterband kenntlich gemacht.“

Die nächste richtige Baustelle stehe im nächsten Jahr an: „Dann wird unser Schuldach saniert“, so Stephan Kottkamp.

In Sachen Kita gebe es aktuell keine Neuigkeiten. „Wir befinden uns weiterhin in der Phase der Bebauungsplan-Änderung, sind aber optimistisch, dass wir dabei auf dem richtigen Weg sind“, berichtet Stephan Kottkamp.

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Ein Änderungsverfahren dauert mindestens ein Jahr

Den Bedarf für eine vier- bis fünfgruppige Kita hatte das Jugendamt bereits Anfang Januar 2019 gegenüber dieser Redaktion bestätigt. Auch die dafür notwendige Änderung des geltenden Bebauungsplans. „Ein Änderungsverfahren dauert mindestens ein Jahr, dann wird der geänderte Bebauungsplan offengelegt, dann beschlossen – und dann kann erst ein Bauantrag gestellt werden“, erklärte seinerzeit Stadtsprecherin Katrin Pinetzki.

Dieser Text wurde am 16. Oktober um den Aspekt „Schneise für Container“ ergänzt.

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