„Wir wollten die Feier schon selbst auflösen“ - Saal-Inhaber äußert sich

dzHochzeitsfeier beendet

Eine Hochzeitsfeier in der Nordstadt wurde vom Ordnungsamt beendet. Der Inhaber des Saals kritisiert den Abbruch der Veranstaltung nicht - sieht aber Widersprüche.

Dortmund

, 08.10.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mindestens 300 Personen sollen laut Polizei und Ordnungsamt am Samstag (3.10.) in einem Saal in der Nordstadt eine Hochzeit gefeiert haben. Erlaubt waren für die Räume an der Arnoldstraße wegen des Infektionsschutzes nur 150 Personen. Nachdem es bei einer Kontrolle des Ordnungsamtes zu Ausschreitungen gekommen sein soll, wurde die Feier von der Polizei beendet.

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Inhaber des Hochzeitssaals ist Alan Ali (30). Er hält den Einsatz von Polizei und Ordnungsamt für richtig. „Wir wollten die Feier schon selbst auflösen, weil zu viele Gäste da waren.“ Auch die Infektionsschutzmaßnahmen an sich kritisiert Alan Ali im Gespräch nicht: „Das dient ja auch dem Schutz meiner Kunden. Und Regel ist eben Regel.“

Widersprüchliche Angaben zur Teilnehmerzahl

Angemeldet gewesen seien die zugelassenen 150 Hochzeitsgäste. Im Saal gewesen seien dann, so Ali, etwa 180 Personen - nicht 300 oder mehr. Hier widerspricht er also der Darstellung der Behörden.

Laut dem Ordnungsamt waren an dem Abend schätzungsweise 300 Personen bei der Feier anwesend. Laut der Polizei wurden sogar 380 Personen im Saal gezählt.

Sicher ist, dass es im Zuge der Kontrolle zu aggressivem Verhalten der Anwesenden gekommen ist. Auch Alan Ali spricht davon, dass die Feiernden „Ärger gemacht“ haben.

Saal wurde versiegelt

Die Hochzeitsfeier wurde schließlich von Polizei und Ordnungsamt gemeinsam aufgelöst und der Saal versiegelt. Letzteres auch deshalb, weil die Zahl der anwesenden Personen gegen das Bauordnungsrecht verstoßen haben soll. Solche Verstöße sind mit höheren Strafen bedroht als Verstöße gegen die Coronaschutz-Verordnung.

Alan Ali kann diesen Vorwurf jedoch nicht nachvollziehen. „Wir haben Notausgänge, Brandschutz, eine Lüftung und Klimaanlage. Den Saal gibt es ja auch schon lange.“ Zugelassen sei er normalerweise, also ohne die Begrenzung durch die Coronaschutzverordnung, für 250 Personen.

Hier wird also wichtig, welche der Teilnehmerzahlen stimmt: Sollten Ordnungsamt oder Polizei Recht haben, liegt wohl auch ein Verstoß gegen die Bauordnung vor. Sollte Alan Ali recht haben, nicht. Am Donnerstag habe der Betreiber des Saals einen Termin, teilt das Ordnungsamt auf Nachfrage mit, um über den Vorfall und dessen Folgen zu sprechen.

Saal erst seit September in neuer Hand

Dass er den Saal aktuell nicht nutzen kann, sei natürlich auch ein finanzielles Problem, so Ali. Er sei erst seit Anfang September Inhaber der Räumlichkeiten.

Allerdings zeigt sich Alan Ali hoffnungsvoll: Wahrscheinlich werde er schon bald den Schlüssel vom Ordnungsamt zurückbekommen. Er habe Erklärungen zum Infektionsschutz bekommen, so schildert er. Das Ordnungsamt bestätigt die baldige Rückgabe der Schlüssel nicht.

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