„Wir wollen null Schulwegunfälle" – Polizei appelliert an Dortmunder

Schulstart

Aufmerksamkeit, Bremsbereitschaft, weniger Tempo: Zum Beginn der Schule appelliert die Polizei an die Dortmunder Verkehrsteilnehmer. Dabei hat sie ein ambitioniertes Ziel vor Augen.

Dortmund

, 11.08.2020, 18:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
„Wir wollen null Schulwegunfälle" – Polizei appelliert an Dortmunder

© picture alliance/dpa

Die Polizei strebt zum Schulstart ein ambitioniertes Ziel an und appelliert an Verkehrsteilnehmer und Eltern, das ganze Jahr über achtsam im Straßenverkehr zu sein. In einer Mitteilung der Polizei heißt es, dass die Zahl der Schulwegunfälle in Dortmund zwischen 2009 und 2019 gesunken sei.

Wie sehen die konkreten Zahlen für Dortmund aus? Waren es im Jahr 2009 noch insgesamt 31 Schulwegunfälle, ist die Zahl im Jahr 2019 auf 18 solcher Unfälle gesunken. Lediglich im Vorjahr 2018 war die Zahl mit 16 Unfällen geringer.

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Den Unfall-Höchststand hat es im Jahr 2010 mit insgesamt 34 gegeben. Ein größerer Teil der Schulwegunfälle passiere laut Polizeisprecher Peter Bandermann nördlich der B1.

Trotz der zurückgegangenen Unfallzahlen ist die Polizei mit der Bilanz längst noch nicht zufrieden: „Wir wollen null Schulwegunfälle", wird Dortmunds Polizeipräsident Gregor Lange zum Schulstart 2020 in der Mitteilung zitiert.

Bei Mehrheit der Unfälle gute Straßenverhältnisse

Bemerkenswert ist, dass schlechtes Wetter kaum als hauptsächliche Unfallursache zu sehen ist: Denn laut Bandermann ereigneten sich fast 70 Prozent der Unfälle mit Kindern bei guten Straßenverhältnissen – also ohne erschwerte Fahrt durch Regen oder Schnee.

Die Polizei weist in ihrer Mitteilung darauf hin, dass Kinder nicht nur anders sehen, sondern auch anders hören und Geschwindigkeiten und Abstände nicht so gut einschätzen wie bereits erfahrenere Verkehrsteilnehmer.

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Laut des Leiters der Direktion Verkehr im Polizeipräsidium, Ralf Ziegler, sei es deshalb wichtig, dass die Kinder den Schulweg aktiv zu Fuß erkunden und nicht passiv in einem Auto sitzen. „Und es ist wichtig, dass Eltern vor Schulen nicht mit ihren Pkw unübersichtliche Situationen schaffen, die Kinder schnell überfordern.“

Polizeisprecher Bandermann bekräftigt auf Anfrage auch noch einmal, dass es wichtig sei, dass Kinder zu Fuß zur Schule gehen. Denn der Fußweg sei keinesfalls gefährlicher, als wenn Kinder mit dem Auto zur Schule gebracht würden. „Kinder verunglücken häufiger als Insassen im Auto, denn als Fußgänger.“

Meiste Schulunfälle beim Straße überqueren

Die meisten Schulunfälle passieren laut Polizei, wenn Kinder die Straße überqueren und Autofahrer abbiegen, während Kinder die Straße betreten.

Im Zeitraum von 2009 bis 2019 seien insgesamt 164 Schulunfälle passiert, als Kinder die Straße überschritten. Immer noch 33 Kinder seien von einem abbiegenden Auto erfasst worden.

Deshalb der dringende Appell der Polizei: „Erhöhte Aufmerksamkeit, Bremsbereitschaft, weniger Tempo – das sind wichtige Voraussetzungen dafür, dass Kinder sicher ihr Ziel erreichen."

Zum aufmerksamen Fußgänger erziehen

Auch die Eltern sieht die Polizei in der Pflicht, Kinder zu aufmerksamen Fußgängern zu erziehen. Laut Ziegler sei es sinnvoll, Geh-Gemeinschaften zu bilden.

„Wenn Sie auf den Pkw nicht verzichten können: Lassen Sie Ihr Kind frühzeitig aussteigen, dass es einen Teil des Schulwegs selbst gehen kann.“

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Dabei ereignen sich laut Polizei die Schulunfälle längst nicht nur in den Morgenstunden zwischen 7.30 Uhr und dem Schulbeginn um 8 Uhr. Auch nachmittags, wenn Kinder und Jugendliche den offenen Ganztag oder die weiterführende Schule verlassen würden, gäbe es Unfälle.

Laut Polizei sei jedoch nicht nur Vorsicht und Aufmerksamkeit zu jeder Tageszeit geboten, sondern vor allem auch das ganze Schuljahr über. Laut Polizeipräsident Lange dürfe die erhöhte Aufmerksamkeit zu Schuljahresbeginn nicht nachlassen.

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