Ärger mit Jugendlichen: Kioskbesitzer redet Klartext

dzMarsbruchplatz in Aplerbeck

Es will keine Ruhe einkehren im Dortmunder Süden. Immer wieder beschweren sich Nachbarn über lärmende Jugendliche auf dem Marsbruchplatz. Und auch ein Kiosk gerät immer wieder in die Kritik.

Aplerbeck

, 02.09.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Streit um Jugendliche im Ortszentrum von Aplerbeck gibt es schon ewig. Vor allem auf dem Marktplatz, der Emschergasse und dem Marsbruchplatz versammeln sich abends junge Leute und „chillen“.

Dabei bleibt es aber oft nicht. Es wird getrunken, es wird lauter und es gibt Ärger mit den Nachbarn. Die ganze Situation schien völlig aus dem Ruder zu laufen, als eine neue Gruppe von aggressiven Jugendlichen plötzlich im April 2020 im Aplerbecker Ortskern auftauchte.

Polizei zieht Intensivtäter aus dem Verkehr

Diebstahl- und Körperverletzungsdelikte nahmen zu, die Polizei zeigte auf Druck von Bürgern mehr Präsenz und am Ende wanderte ein 15-Jähriger in den Knast. Das war im Juni 2020. Schon zu der Zeit war immer wieder der Aplerbecker Kiosk im Visier von Polizei und Ordnungsamt.

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Anschuldigungen aus der Bevölkerung kamen auf, dass dies der Grund allen Übels im Aplerbecker Zentrum sei. Hier würde der Alkohol verkauft, den die Jugendlichen dann konsumieren. Für Hüseyin Yesilöz, der mit einem Geschäftspartner seit etwa anderthalb Jahren den Aplerbecker Kiosk betreibt, ein Grund, in die Offensive zu gehen.

Auf dem Marsbruchplatz geht es schon mal laut zu.

Auf dem Marsbruchplatz geht es schon mal laut zu. © Jörg Bauerfeld

Yesilöz fühlt sich wohl in Aplerbeck. Über dem Kiosk hat er eine Wohnung, er kommt mit den Geschäftsleuten in der Umgebung gut aus und er hat eine klare Meinung, was die Jugendlichen im Aplerbecker Zentrum angeht. „Die, die jetzt hier sind, sind alle in Ordnung“, so der Kioskbesitzer.

Jugendliche kamen von der Emschergasse

Die hätten mit der Bande, die vor ein paar Monaten Aplerbeck unsicher machte, nichts zu tun. Jetzt sei der Zeitpunkt natürlich ungünstig gewesen, als er und sein Geschäftspartner den Kiosk eröffneten. Gerade zu der Zeit bekamen die jungen Leute an der Mauer in der Emschergasse von der Polizei einen Platzverweis und zogen dann zum Marsbruchplatz.

„Es ist ja nicht so, dass wir gesagt haben: Hey, wir haben hier einen Platz für euch, kommt mal hier rüber und hängt mal hier ab“, sagt Hüseyin Yesilöz. Aber sie sind eben da. Und manchmal seien es auch bis zu 30 Jugendliche, die sich auf dem Marsbruchplatz aufhalten.

Eine eigene Art, um für Ruhe zu sorgen

Die brutalen Störenfriede seien nicht mehr dabei. Yesilöz und sein Geschäftspartner haben jetzt mehr denn je ein Auge auf die jungen Leute. „Das ist hier unser Geschäft, davon leben wir. Wir wollen auch mithelfen, dass es hier ruhiger wird.“

Und Hüseyin Yesilöz hat da seine ganz eigene Art für Ruhe zu sorgen - und auch für Sauberkeit. „Wenn ich sehe, dass die jungen Leute auf dem Marsbruchplatz Dreck hinterlassen, gehe ich raus mit Besen, Mülltüte und Dreckschippe. Und dann machen die auch sauber“, so der Kioskbesitzer.

Öffnungszeiten verkürzt auf Nachfrage der Nachbarn

Klar sei es blöd, wenn die Jugendlichen die Sachen aus seinem Kiosk tragen und dann auf dem Marsbruchplatz verteilen. Deshalb werde er sich jetzt auch immer einmischen. Auch die Öffnungszeiten hat er schon nach unten gefahren. Um den Nachbarn entgegenzukommen.

„Aber in den späteren Abendstunden machen wir nun mal die besten Geschäfte. Das ist eben so bei einem Kiosk“, sagt Hüseyin Yesilöz. Er will aber weiter das Gespräch mit den Nachbarn suchen. Und eben einschreiten, wenn er sieht, dass bei den Jugendlichen was schief läuft.

Bezirksvertretung Aplerbeck


Ärger um Jugendliche auf der Tagesordnung

  • Das Thema „Lärm durch Jugendliche im Aplerbecker Ortskern“ wird auch in der nächsten Sitzung der Bezirksvertretung Aplerbeck auf der Tagesordnung stehen.
  • Diese findet am Dienstag (8.9.) im PZ des Gymnasiums an der Schweizer Allee statt.
  • Beginn der öffentlichen Sitzung ist um 15 Uhr.
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