Zum 45. Mal zeichnete der Cityring Dortmund eine Persönlichkeit mit dem City-Ring aus. In kleinstem Kreis wurde er diesmal vom Vorsitzenden Tobias Heitmann (l.) an den Unternehmer und IHK-Präsidenten Heinz-Herbert Dustmann überreicht. © Cityring/Stephan Schütze
City-Ring-Verleihung

„Wir riskieren unsere Innenstädte“ – Kritik trifft nicht nur Corona-Politik

Traditionell verleihen die Dortmunder Kaufleute im Januar den City-Ring. Im kleinsten Kreis erhielt Heinz-Herbert Dustmann die Auszeichnung – und übte Kritik an der Corona-Politik. Auch Forderungen wurden laut.

Unter strenger Einhaltung aller Corona-Auflagen durfte Heinz-Herbert Dustmann im kleinsten Kreis den City-Ring 2021 entgegennehmen. So war es denn am Montag kein großer Festakt im Westfälischen Industrieklub mit hunderten Gästen, sondern ein eher familiäres Treffen zur Würdigung des international erfolgreichen Unternehmers und amtierenden Präsidenten der Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Dortmund.

Dustmann, so mag man denken, das ist doch mit der Dula-Gruppe ein Hombrucher Unternehmen. Das stimmt, aber ihren Ursprung hat die Firma, die sich seit 1953 weltweit einen Namen für Ladengestaltung und exklusiven Innenausbau gemacht hat, in der Innenstadt.

Dort befanden sich die ersten Büros, und in der City wurde der „Unternehmer mit Leib und Seele“ auch 1952 geborgen. In der Innenstadt tragen zudem bis heute viele Kaufhäuser und Fachgeschäfte in puncto Ausstattung und Design die Dustmann-Handschrift.

„Heinz-Herbert Dustmann ist ein würdiger Träger des City-Rings. Sein Unternehmen gehört zu den Hidden Champions der Stadt und er wird nie müde, für den Standort Dortmund und insbesondere die City zu werben. Zudem sind seine innovativen Ladenbauprodukte nicht nur in vielen Geschäften der City zu finden, sondern auch weltweit“, erklärte Tobias Heitmann, Vorstandsvorsitzender des Cityrings Dortmund, in den Räumlichkeiten der Dula-Gruppe die Entscheidung der Kaufleute.

Vor der Pandemie 550 Händler in der City

Heinz-Herbert Dustmann blickte besorgt auf die aktuelle wirtschaftliche Lage. „Corona macht viel kaputt. Was mit dem Handel passiert, darüber bin ich sehr unglücklich. Die Hilfen vom Staat sind zu wenig und zu schwer zu bekommen“, sagte er und fügte hinzu: „Wir riskieren unsere Innenstädte.“ Die Dortmunder City wirke derzeit wie eine Geisterstadt. „Es wird nicht einfach, das wieder zu ändern. Aber: Wir müssen das schaffen.“

Ähnlich sorgenvoll, aber auch genauso kampfesmutig, äußerte sich Cityring-Chef Tobias Heitmann. „Die City wird nach der Corona-Pandemie nicht mehr so sein wie vorher. Das sollte Dortmund auch als Chance begreifen“, sagte er.

Vor dem Beginn der Pandemie habe es 550 Händler in der City auf 220.000 Quadratmeter Verkaufsfläche gegeben. „Das ist jetzt nicht mehr der Fall. Auch diverse große Händler sind schon hinten rüber gefallen und die Handelskonzepte greifen auch nicht mehr so. Daher wären nach Corona mehr Event- und Gastronomie-Flächen gut“, so Heitmann.

Er wünscht sich von der Stadtverwaltung ein hauptamtliches City-Management, das die Geschicke der City steuert. Was nicht kommen dürfe, sei die angedachte Sperrung des Walls. Dringend getan müsse etwas gegen zunehmend mehr Obdachlose und Junkies in der Innenstadt, sagte Heitmann vor nur zwei anwesenden Pressevertretern.

Dustmann arbeitet auch für Apple

Auf Distanz reichte er dann den City-Ring 2021 an Heinz-Herbert Dustmann, der in zweiter Generation Geschäftsführer der Dula-Gruppe ist. Das Unternehmen produziert Möbel unter anderem für Kreuzfahrtschiffe und auch für den Weltkonzern Apple.

Dula liefert Produkte in über 60 Länder und beschäftigt rund 1.000 Mitarbeiter. Die internationale Tätigkeit macht den überzeugten Dortmunder Heinz-Herbert Dustmann zu einem wichtigen Botschafter für seine Heimatstadt. Während seiner Reisen und beim Empfang von internationalen Gästen wirbt er, wo und wann immer es ihm möglich ist, für „sein“ Dortmund.

„Dortmund ist als Stadt und mit seiner City etwas Besonderes, für das es sich lohnt, sich einzusetzen“, sagte Heinz-Herbert Dustmann. Mit ihm erhielt nach acht Jahren erstmals wieder ein Unternehmer den City-Ring. Im vergangenen Jahr war der Filmemacher und Künstler Adolf Winkelmann ausgezeichnet worden. Dort soll im Sommer oder Herbst – je nachdem wann es die Corona-Lage erlaubt – der Festakt für Dustmann nachgeholt werden.

Der Cityring

Auszeichnung wird seit 1976 verliehen

  • Der Cityring Dortmund Initiativkreis attraktive Innenstadt e.V. ist ein Zusammenschluss von Dortmunder Kaufleuten. Er setzt sich für die Interessen des Einzelhandelsstandortes und Oberzentrums Dortmund ein.
  • Einmal im Jahr verleiht die Initiative den „City-Ring“ an eine um Dortmund verdiente Persönlichkeit. Darüber hinaus plant, organisiert und finanziert die City Marketing Gesellschaft (CMG) – eine gemeinsame Tochter von Cityring und Stadt – Stadtfeste wie den „Hansemarkt“, das „Pfefferpotthastfest“, „Do-City bewegt sich“ sowie die Weihnachtsbeleuchtung in der Innenstadt.
  • Die City-Ring wird seit 1976 verliehen. In den vergangenen Jahren erhielten ihn unter anderen der Filmemacher und Künstler Adolf Winkelmann, WIHOGA-Schulleiter Harald Becker, TU-Rektorin Prof. Dr. Ursula Gather, Planungsdezernent Ludger Wilde, Journalist Peter Bandermann, Ballettdirektor Xin Peng Wang und Werner Lauterborn, 1. Vorsitzender des Gast-Haus e.V.
  • Mehr Infos unter: www.cityring.de
Über den Autor
Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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Peter Wulle

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