Eiszapfen an Dachrinnen können für Passanten zu einer echten Gefahr werden - besonders wenn das Eis anfängt zu tauen. © picture alliance/dpa
Tauwetter

Winterchaos endet bald: Welche Folgen hat das Tauwetter für Dortmund?

Dortmund versinkt aktuell im Schnee. Bald sollen die Temperaturen aber wieder steigen. Die Folge: Tauwetter. Die schmelzenden Schneemassen bergen jedoch einige Gefahren.

Schneeberge vor der Haustür, eingeschneite Autos und Temperaturen bis in den zweistelligen Minusbereich – wer sich in Dortmund gerade vor die Tür traut, der steht noch immer im Winterwunderland.

So plötzlich wie der Schnee da war, könnte er aber bald auch schon wieder verschwunden sein. Ab Sonntag (14.2.) sollen die Temperaturen im Ruhrgebiet wieder über null steigen. Das bedeutet Tauwetter.

Gefahr auf Dortmunds Gehwegen

Eiszapfen, Dachlawinen und Schlaglöcher – was erwartet die Dortmunder wenn es taut? „Die meisten Einsätze in den letzten Tagen, hatten wir wegen Eiszapfen, Dachlawinen und Schneebrettern“, sagt Oliver Körner von der Feuerwehr Dortmund.

Das werde zunächst wahrscheinlich auch so weitergehen. Eine konkrete Planung für das Tauwetter habe die Feuerwehr Dortmund nicht – sie sei aber für alle Eventualitäten ausgestattet.

Eiszapfen und Schneebretter, also verfestigte Schneemassen die sich durch die Schneeverwehung an den Dachkanten gebildet haben, sowie Dachlawinen müssen normalerweise vom Eigentümer entfernt werden. Denn hier verhält es sich ähnlich wie mit der Streu- und Räumpflicht. Die Verantwortung liegt beim Eigentümer des Gebäudes.

Ist aber Gefahr im Vollzug, dann rückt auch die Feuerwehr aus. „Die schnellste Lösung ist dann erstmal den Weg unter der Gefahrenstelle abzusperren“, erklärt Körner.

Schmilzt der Schnee – platzen die Rohre

Eine weitere mögliche Gefahr des Tauwetters sieht er in eingefrorenen Rohren. Diese würden vermutlich eher für vollgelaufene Keller sorgen, als die geschmolzenen Schneemassen auf der Straße. Denn durch die steigenden Temperaturen tauen diese wieder auf. Gerade bei älteren Rohren bestehe dann die Gefahr, dass sie platzen.

Dass die städtischen Leitungen durch das Tauwetter platzen, hält Ole Lünnemann von der DEW21 für sehr unwahrscheinlich. „Ein theoretisches Problem ist aber, dass Bodenbewegungen, die durch das Tauwetter entstehen, Leitungen beschädigen können“, sagt Lünnemann.

Das betreffe vor allem ältere Leitungen. Durch Modernisierungen in den vergangenen Jahren sei diese Gefahr aber minimiert worden. Dennoch sei die Gefahr durch das Tauwetter etwas erhöht.

Hochwasser in Dortmund?

Schaut man in Dortmund gerade aus dem Fenster, könnte man sich in Anbetracht der Masse an Schnee fragen, wo der hinfließen soll, wenn er schmilzt. Das Szenario eines möglichen Hochwassers in der Nähe der Dortmunder Gewässer kann Ilias Abawi von der Emschergenossenschaft allerdings ausschließen: „Der Vorteil der Schneeschmelze ist, dass sie relativ langsam von statten geht“.

Der Schnee beginnt ganz langsam zu tauen. Am Samstag (13.2.) sind zwar noch Minusgrade, doch die Sonne gibt alles und verwandelt den Schnee stellenweise in braunen Matsch - hier in einer Wohnsiedlung in Körne.
Der Schnee beginnt ganz langsam zu tauen. Am Samstag (13.2.) sind zwar noch Minusgrade, doch die Sonne gibt alles und verwandelt den Schnee stellenweise in braunen Matsch – hier in einer Wohnsiedlung in Körne. © Wilco Ruhland © Wilco Ruhland

Es werde wesentlich mehr Wasser in den Emscher Gewässern geben, aber das wird kein Problem sein. Anders würde es bei zusätzlichem Dauerregen aussehen. Den wird es in den kommenden Tagen aber wahrscheinlich nicht geben.

Schlaglöcher auf Dortmunds Straßen

Die Stadt Dortmund hat mit einem Tauwetter-Problem zu kämpfen, dass zunächst vom Schnee verdeckt wird: Schlaglöcher. Diese entstehen wenn Wasser, das sich durch Risse im Asphalt unter der Fahrbahndecke sammelt, gefriert und sich dadurch ausdehnt.

„Wenn das Eis wieder schmilzt, entstehen mit Wasser gefüllte, brüchige Hohlräume. Fahren dann die Fahrzeuge über diese Bereiche, bricht unter ihrem Gewicht der Asphalt und das Loch ist da“, erklärt Sylvia Uehlendahl, Leiterin des Tiefbauamtes.

Übergangsweise werden die Schlaglöcher mit Kaltasphalt gefüllt, denn die Stellen können erst dauerhaft ausgebessert werden, wenn die Witterung dies zulässt, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt Dortmund. Wer ein Schlagloch entdeckt, kann dieses bei der Stadt melden.

Wenn der Schnee anfängt zu schmelzen, sollten wir es also vermeiden uns länger unter Dachkanten aufzuhalten und beim Autofahren auf Schlaglöcher achten.

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