Der Wilopark ist eröffnet: 2014 wurde diese Jahrhundert-Investition vom Aufsichtsrat der Wilo Gruppe beschlossen. Entstanden ist eine Arbeits- und Produktionsumgebung für rund 2000 Mitarbeiter in Dortmund, die weitere Innovationen hervorbringen soll. © Schaper
300-Millionen-Campus

Wilopark eröffnet: Merkel schwärmt von Mega-Projekt in Dortmund

Es ist das Mega-Projekt der Dortmunder Wirtschaft: die Erweiterung des Hörder Firmensitzes von Wilo. Zur Eröffnung des Wiloparks schwärmte selbst Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Ohne Corona-Pandemie und Kontaktbeschränkung wäre es wohl ein riesiges Fest mit internationalen Gästen aus Politik und Wirtschaft geworden. So aber wurde die schon mehrfach verschobene offizielle Eröffnung des Wiloparks am Donnerstag (4.2.) nun im Rahmen einer zweitstündigen, digitalen Veranstaltung gefeiert. Auch daran aber nahmen fast 1500 Gäste teil.

300 Millionen Euro hat das zu einer Weltfirma aufgestiegene Hörder Familienunternehmen Wilo in die Neugestaltung seines Hauptsitzes investiert. Entstanden ist seit dem Baubeginn 2017 ein Industrieprojekt der Superlative, eine klimaneutrale und durchdigitalisierte Fabrik, für die selbst die Nortkirchenstraße verlegt wurde.

Es handelt sich nicht nur um das größte Projekt der Firmengeschichte, sondern auch um eines der größten industriellen Bauprojekte Deutschlands.

Bundeskanzlerin lobt die Innovationskraft

Entsprechend gratulierte auch Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Eröffnung des Wiloparks. In einer Videobotschaft hob sie hervor, dass die Wilo Gruppe mit ihren innovativen Pumpen und Pumpensystemen in ökonomischer und ökologischer Hinsicht überzeuge. „Sie folgen dem Leitbild der Nachhaltigkeit. Dass der Weg zu einer klimaneutralen Volkswirtschaft möglich ist, dafür liefert Wilo den praktischen Beweis“, sagte Merkel.

„Modernste Arbeitsplätze”, so lobte auch NRW-Arbeits- und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU), sind in der digitalisierten Fabrik von Wilo entstanden. © WILO SE / Baege © WILO SE / Baege

Die Kanzlerin verwies darauf, dass Pumpen zehn Prozent der weltweiten Energie verbrauchen. Es gebe hier also großes Potenzial für effizienteren Energieeinsatz und damit zur Verbesserung des Klimaschutzes. Tatsächlich, so erklärte Oliver Hermes, Vorstandsvorsitzender der Wilo Gruppe, seien 90 Prozent der weltweit tätigen Pumpen ziemliche Energiefresser. „Man kann in den nächsten Jahren etwa 80 mittelgroße Kohlekraftwerke einsparen.“

Mit dem Wilopark hat die Wilo Gruppe nach eigener Bekundung 20 Jahre in die Zukunft geplant und an ihrem Hauptsitz in Dortmund eine klimaneutral arbeitende und durchdigitalisierte Fabrik geschaffen.
Mit dem Wilopark hat die Wilo Gruppe nach eigener Bekundung 20 Jahre in die Zukunft geplant und an ihrem Hauptsitz in Dortmund eine klimaneutral arbeitende und durchdigitalisierte Fabrik geschaffen. © WILO SE /Baege © WILO SE /Baege

Auch der Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen, Armin Laschet, gratulierte und beglückwünschte alle Wilo-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter: „Sie zeigen sehr erfolgreich, wie man mit klugen Ideen, mit Kreativität und Innovationen die Produktion vor Ort zukunftsfähig machen kann und zeitgleich Arbeitsplätze sichert. All das brauchen wir, um unseren Wohlstand zu sichern. Ganz besonders im Revier. Der Wilopark ist ein deutliches Bekenntnis zu Dortmund und Nordrhein-Westfalen.“

Darüber hinaus richteten, ebenfalls per Videogrußbotschaft, Prof. Andreas Pinkwart, nordrhein-westfälischer Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie und Karl-Josef Laumann, nordrhein-westfälischer Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales, persönliche Gratulationen zur feierlichen Einweihung des neuen Stammsitzes in Dortmund an die Wilo Gruppe.

Wilo senkt Energieverbrauch um 40 Prozent

Die Wilo Gruppe hat bei der Neuerrichtung des Wilo-Stammsitzes ein zukunftsorientiertes Betreiberkonzept und eine digital vernetzte Gebäudetechnik umgesetzt. Der Energieverbrauch reduziert sich so um fast 40 Prozent. Gleichzeitig verringert sich der CO2-Ausstoß um 3500 Tonnen pro Jahr. Dies entspricht der Menge an CO2 die 280.000 Bäume aufnehmen können.

Wilo-Vorstandschef Oliver Hermes führt das Unternehmen aus Dortmund mit dem Mega-Projekt Wilopark in eine nachhaltigere Zukunft.
Wilo-Vorstandschef Oliver Hermes führt das Unternehmen mit dem Mega-Projekt Wilopark in eine nachhaltigere Zukunft. © Wilo © Wilo

„Ein vollumfängliches Nachhaltigkeitskonzept war uns als Klimaschutz-Unternehmen von Anfang an enorm wichtig. Wir sind stolz, bereits jetzt klimaneutral auf dem Wilopark zu produzieren. Dies wollen wir bis 2025 an allen Wilo-Hauptproduktionsstätten erreichen“, betonte Georg Weber, Mitglied des Vorstands & CTO der Wilo Gruppe.

Wilo hat auf der Basis seiner Unternehmensstrategie „Ambition 2025“ eine explizite Nachhaltigkeitsstrategie entwickelt. Ziel ist es, bei reduziertem ökologischem Fußabdruck gleichzeitig mehr Menschen mit sauberem Wasser zu versorgen.

So groß wie 26 Fußballfelder ist der Wilopark in Dortmund. Hier arbeiten rund 2000 Mitarbeiter an der Entwicklung und Produktion von Pumpen und Pumpensystemen. Seit Baubeginn 2017 wurden allein 13.000 Tonnen Beton in alte Hohlräume unter dem Firmengelände verfüllt.
So groß wie 26 Fußballfelder ist der Wilopark. Hier arbeiten unweit von Phoenix West rund 2000 Mitarbeiter an der Entwicklung und Produktion von Pumpen und Pumpensystemen. Seit Baubeginn 2017 wurden allein 13.000 Tonnen Beton in alte Hohlräume unter dem Firmengelände verfüllt. © Schaper © Schaper

„Der Wilopark ist einer unserer vielen Beiträge, die dem transformationserprobten Ruhrgebiet und damit Nordrhein-Westfalen und Deutschland auf dem Weg in eine grüne und zugleich digitale Zukunft helfen“, bekräftigte Oliver Hermes.

Begeisterung bei Top-Kunden in aller Welt

Live aus aller Welt zugeschaltet waren auch Top-Kunden und Partner der Wilo Gruppe. So richteten zum Beispiel aus Kasachstan der Vize-Premierminister, Roman Sklyar, und aus China der ehemalige Botschafter der Volksrepublik China in Deutschland, Shi Mingde, beglückwünschende Worte an das Wilo Top-Management.

Bevor die Veranstaltung endete, erhielten die Gäste noch einen Einblick in das Herzstück des neuen Wiloparks, die digitale Produktionsstätte. Trotz „Social Distancing“ konnten die Gäste aus nächster Nähe virtuell erleben, dass in der hochmodernen Produktionsstätte alle Prozessschritte vernetzt und transparent sowie die einzelnen Prozesskomponenten und Maschinen Industrie 4.0-fähig (automatisiert und auf vernetzte Prozesse ausgelegt) sind.

In den nächsten Jahren sollen alle 16 Produktionsstätten weltweit digital vernetzt werden – für eine Industrie der Zukunft. Nachdem in Dortmund nicht nur die erste Heizungsumwälzpumpe der Welt entwickelt wurde, sondern auch die erste smarte, digitale Pumpe hier entwickelt und produziert wird, hat Wilo ein ganz klares Ziel. „Wir wollen digitaler Pionier der Pumpenindustrie sein“, sagte Wilo-Chef Oliver Hermes.

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Redaktion Dortmund
Nach mehreren Stationen in Redaktionen rund um Dortmund bin ich seit dem 1. Juni 2015 in der Stadtredaktion Dortmund tätig. Als gebürtigem Dortmunder liegt mir die Stadt am Herzen. Hier interessieren mich nicht nur der Fußball, sondern auch die Kultur und die Wirtschaft. Seit dem 1. April 2020 arbeite ich in der Stadtredaktion als Wirtschaftsredakteur. In meiner Freizeit treibe ich gern Sport: Laufen, Mountainbike-Fahren, Tischtennis, Badminton. Außerdem bin ich Jazz-Fan, höre aber gerne auch Rockmusik (Springsteen, Clapton, Santana etc.).
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