Wer über die Märkische Straße in die Innenstadt fahren wollte, musste Zeit mitbringen. © Schaper
Verdi-Streik

Wieder keine Busse und Bahnen in Dortmund: Die Stimmung ist gereizt

Ein Warnstreik hat am Donnerstag erneut den öffentlichen Nahverkehr in Dortmund lahmgelegt. Das merkten besonders die Berufspendler. So war die Lage in Dortmund.

Der zweite Streik innerhalb von zwei Wochen. Wieder protestierten die Mitarbeiter der Dortmunder Stadtwerke (DSW21). Alle Stadtbahnen und Busse blieben wegen des aktuellen Tarifkonflikts zwischen Verdi und der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeber den ganzen Tag über in ihren Betriebshöfen.

Die fehlenden öffentlichen Verkehrsmittel führten zu vollen Straßen: Vor allem im morgendlichen Berufsverkehr war dies zu spüren. Gerade auf der Autobahnen A40 und A45 kam es zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Im Nordosten mussten Pendler auf der Brackeler Straße, im Osten auf der Hamburger Straße bis zum Wall Geduld mitbringen.

Parkplatz-Gedrängel am Berufskolleg

Im Süden waren viele Straßen betroffen. Märkische Straße, Ruhrallee und B1 standen teilweise still. Auch in Hörde staute es sich – vor allem rund um den Phoenix-See. Bis um 9 Uhr waren die Straßen sehr voll, dann beruhigte sich der Verkehr etwas. Im Feierabendverkehr am Nachmittag staute es sich auf der Weißenburger Straße, der Brackeler Straße und der Hamburger Straße.

Im Vergleich zur vergangenen Woche hatten viele Fahrradfahrer und Fußgänger mit dem nassen und kalten Wetter am Morgen zu kämpfen. Auch die Schüler der vier großen Berufskollegs in der Geschwister-Scholl-Straße mussten alternative Verkehrsmittel für den Weg finden. Häufig wurde das Auto gewählt: So hatte ein Schüler des Karl-Schiller-Berufskollegs bereits um 6.30 Uhr Schwierigkeiten, einen der begehrten Parkplätze zu bekommen.

Um der ewigen Parkplatzsuche zu entgehen, haben sich viele Schüler von ihren Eltern vor dem Berufskolleg absetzen lassen. Eine weitere Möglichkeit: Fahrgemeinschaften bilden. Genau das hat Lydia Werschmann gemacht. Um halb 8 hat sie ihr Fahrrad vor dem Berufskolleg geparkt. Sie ist Lehrerin in Brackel und konnte einen warmen Platz im Auto ihrer Kollegin ergattern. „Sonst hätte ich 25 Minuten mit dem Rad zur Arbeit fahren müssen“, sagt Werschmann.

Ruhige Lage am Hauptbahnhof

Auto, Fahrrad, E-Scooter und zu Fuß – alle möglichen Fortbewegungsmittel wurden für den Weg zum Berufskolleg ausgeschöpft. Sogar ein 1,5-stündiger Fußmarsch hat einen Schüler des Konrad-Klepping-Berufskollegs nicht aufgehalten. Wegen einer Klausur hatte er am Donnerstag keine andere Wahl als zur Schule zu laufen.

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Wieder volle Straßen bei erneutem ÖPNV-Streik in Dortmund

Am Hauptbahnhof war die Lage einigermaßen entspannt. Nur wenige Menschen traf der Streik unvorbereitet.

Fahrradfahrer gereizt

Der Ausfall des ÖPNV sollte eigentlich die Taxi-Branche freuen. Aber es gab auch Ärger am Taxistand. „Heute Morgen gibt es drei Reihen mit Taxis. Normalerweise sind es nur zwei. Das ist natürlich schlecht fürs Geschäft“, meinte ein Taxifahrer, der auch davon sprach, dass nicht viel mehr als sonst an einem Werktag los sei.

Am Donnerstag sah man auch mehr Fahrräder auf den Straßen in Dortmund. Unser Redakteur Felix Guth schildert seinen Eindruck aus Sicht eines Radfahrers in der Innenstadt. „Die Stimmung auf den Verkehrswegen ist gereizt. Was daran liegt, dass überall mehr Menschen unterwegs sind als sonst. Als Radfahrer fährt man auf der Straße, bis Autos den Radweg blockieren oder die nächste Baustelle kommt. Das erzwungene Ausweichen auf den Gehweg sorgt wiederum für strenge Blicke bei Fußgängern.“

Aus Sicht der Gewerkschaft Verdi verlief der Streik-Tag wie geplant. „Wir hatten vier Kundgebungen mit insgesamt über 1000 Teilnehmenden. Wir sind mit der Resonanz zufrieden“, fasste ver.di-Fachbereichsleiterin Verkehr Kirsten Rupieper am Nachmittag zusammen. Am Freitag (9.10.) sind nun weitere Verhandlungen zum Tarifvertrag Nahverkehr geplant.

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