Wie viele Leih-E-Scooter verträgt Dortmund? Stadt zieht erste Bilanz

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Die E-Scooter-Flotten in Dortmund wachsen. Während sie so manchem ein Dorn im Auge sind, ist die Stadt mit der Startphase zufrieden – ins Unermessliche wachsen soll die Zahl aber nicht.

Dortmund

, 19.09.2019, 11:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit etwas mehr als zwei Monaten gibt es die E-Scooter in Dortmund. Am 8. Juli ist Leih-Anbieter Circ gestartet. Mittlerweile sind laut Circ täglich zwischen 300 und 500 E-Scooter in Dortmund unterwegs.

Der neue Anbieter Lime ging am 5. September in Dortmund an den Start. Mit einem weiteren Anbieter, dem skandinavischen Unternehmen Voi, steht die Stadt in „weiter fortgeschrittenen Gesprächen“, wie Stefan Thabe, Fachbereichsleiter im Planungsamt, im Gespräch mit dieser Redaktion bestätigt.

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Die Masse an Elektro-Tretrollern, die sich mit Apps mieten lassen und in Dortmund verteilt stehen, wächst also. Auch wenn es keine festgelegte Obergrenze gibt: Die Zahl ins Unermessliche wachsen will die Stadt nicht.

Stadt: Eine Verdopplung der E-Scooter wäre „sportlich“

Eine genaue Grenze, wann die Stadt einschreiten würde, lässt sich Thabe nicht entlocken – nach mehrmaliger Nachfrage sagt er nur so viel: „Eine Verdopplung der momentanen Zahl in der Innenstadt fände ich sportlich.“ Sprich: Von den schätzungsweise 600 bis 700 Fahrzeugen, die momentan in Dortmund zur Verfügung stehen, würde Dortmund aus Sicht der Verwaltung höchstens noch einmal so viele vertragen. Trotzdem sagt er: „Ich bin überzeugt, dass die Anbieter uns nicht mit Rollern überschütten.“

Die Stadt steht neben Voi mit weiteren Anbietern in Gesprächen. Diese hätten sich jedoch bislang weniger nach vorne bewegt. Ohnehin schätzt Thabe, dass der „Markt nach dem dritten Anbieter durch ist“. Es werde von selbst eine Grenze für den Bedarf erreicht.

Ein Roller aus dem Phoenix-See gezogen

Insgesamt zieht der Planungsamtsleiter ein positives Fazit der ersten zwei Monate Leih-E-Scooter in Dortmund: „Wir sehen das Thema bislang relativ unaufgeregt.“

Zwar gingen durchaus Beschwerden aus der Bevölkerung bei der Stadt ein – da gehe es dann um vermeintlich falsch abgestellte Fahrzeuge oder Fehlverhalten von Fahrern –, doch seien das lediglich „zwei bis drei pro Woche“.

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Bei auftretenden Problemen seien die Anbieter sehr kooperativ und reagierten schnell auf Meldungen der Stadt, sagt er. Fälle von massenweise zerstörten oder in Gewässern versenkten Rollern, wie etwa in Paris oder Madrid, seien in Dortmund nicht der Fall. „Mir ist nur ein Fall bekannt, bei dem ein E-Scooter aus dem Phoenix-See gezogen wurde“, sagt Thabe. Diesen Eindruck bestätigt auch Circ: Die Zahl der durch Vandalismus zerstörten Scooter liege „im niedrigen einstelligen Bereich“.

Dennoch plädiert er dafür, E-Scooter bei allen zukünftigen Sicherheitskonzepten von Großveranstaltungen zu berücksichtigen. Schon beim BVB-Heimspiel gegen Bayer Leverkusen am 14. September hatte es verstärkte E-Scooter-Kontrollen rund um das Stadion an der Strobelallee gegeben.

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