Wie viele Beeinträchtigungen durch Bauarbeiten müssen Anwohner hinnehmen?

dzBaustellen-Staub

Jede Menge Staub musste Monika Menken durch eine Baustelle im Sommer 2018 am Kirschbaumweg in Wambel hinnehmen. Nun wehrt sie sich gegen die Stadt. Die sieht‘s anders.

Wambel

, 31.10.2019, 17:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Monika Menken, die am Sackgassen-Ende des Kirschbaumwegs wohnt, hat seit Monaten Streit mit der Stadtverwaltung. Der Grund ist eine Baustelle aus dem Sommer 2018. Damals hat die Stadt im Umfeld ihrer Wohnung Rohre erneuern lassen. Die kleine Wiese vor ihrer Haustür habe als Lagerplatz für Sand, Fahrzeuge, große Steine und andere Baumaterialien gedient.

Hohe Staubentwicklung in heißem Sommer

Und weil es ein besonders heißer Sommer war, entstand eine erhöhte Staubentwicklung. Alles sei voller Dreck gewesen. Sie habe ihre Kontaktlinsen nicht mehr tragen können, sagt Monika Menken, und sogar zwischen den Zähnen habe es geknirscht. Ihre Gardinen habe sie von einer Fachfirma reinigen lassen müssen. Einmal an einem besonders heißen und trockenen Tag habe sie den Bauleiter gebeten, doch mit einem Wasserschlauch den gröbsten Staub zu binden. Da habe der sie äußerst unfreundlich darauf hingewiesen, dass das nicht zu den Aufgaben seiner Firma gehöre.

Wie viele Beeinträchtigungen durch Bauarbeiten müssen Anwohner hinnehmen?

Die Staubentwicklung während der Bauarbeiten am Kirschbaumweg im Sommer 2018 ist auf diesem Foto deutlich zu erkennen. © Monika Menken

Was folgte, war ein langer E-Mail-Wechsel mit der Stadtverwaltung. Nach Meinung der Anwohnerin müsse jemand ihre Rechnungen begleichen (zum Beispiel für das Reinigen der Gardinen).

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Das sieht die Stadt Dortmund anders. Nach ihrer Auffassung müssen Anlieger vorübergehende Beeinträchtigungen durch Arbeiten an ihrer Straße entschädigungslos hinnehmen. Wer Vorteile aus dem Vorhandensein einer Straße ziehe, müsse in gewissem Umfang Belästigung und Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit Arbeiten an dieser Straße hinnehmen.

„Bauarbeiten sind unabdingbar“

Dr. Christian Falk, technischer Betriebsleiter bei der Stadtentwässerung Dortmund, sagt dazu nun via Stadtpressestelle: „Grundlage der Tätigkeit der Stadtentwässerung bildet das Landeswassergesetz (LWG-NRW). Dieses weist der Stadt die Aufgabe der Abwasserbeseitigung zu.

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Hierzu gehören neben dem Betrieb des Kanalnetzes dessen fortlaufende bauliche Veränderung und Ertüchtigung. Anlass hierfür seien altersbedingte Substanzverluste, mitunter zu behebende Schäden und veränderte technische Anforderungen. Entsprechende Baumaßnahmen seien damit unabdingbar.

„Geschlossene Bauweise“

Die Stadtentwässerung verfolge bei der Umsetzung dieser Baumaßnahmen das Ziel einer Minimierung der Beeinträchtigung der Bürger, vor allem der Anlieger und Verkehrsteilnehmer. Dies gelinge durch die geschlossene Bauweise, bei der Bauarbeiten unterirdisch erfolgen sowie durch enge Abstimmungen mit dem Tiefbauamt, DEW21 und DONETZ.

Der Beschwerdeführerin sei die Notwendigkeit der Baumaßnahme in persönlichen Gesprächen und schriftlich mehrfach umfassend erläutert worden.

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