Jede Menge umfangreiche Corona-Ausbrüche sind zuletzt in Seniorenheimen in Dortmund aufgefallen. In einer einzelnen Einrichtung gab es 119 Infizierte. © dpa
Coronavirus

Wie verbreitet ist Corona in Dortmund ohne die jüngsten Ausbrüche?

Massenhaft Corona-Infektionen sind zuletzt in Dortmunder Seniorenheimen aufgetreten. Die Stadtverwaltung teilt jetzt mit, welchen Anteil diese Einrichtungen an allen Infektionen der Stadt haben.

Die Dortmunder Infektionszahlen haben sich seit Mitte Januar in die richtige Richtung entwickelt, doch in der vergangenen Woche stagnierte die wichtige 7-Tage-Inzidenz lange etwa bei 75. Zuletzt sind vermehrt Ansteckungen in Seniorenheimen aufgefallen – das wirft die Frage auf, wie verbreitet das Virus aktuell überhaupt in der restlichen Dortmunder Bevölkerung ist.

Die Antwort darauf ist nicht so einfach zu geben. „In den meisten Fällen ist es so, dass ‚aus der Bevölkerung‘ – von Mitarberinnen und Besucherinnen – das Virus in die Einrichtungen importiert wird“, sagt Gesundheitsamts-Sprecherin Anke Widow.

Diese infizierten Personen seien also die Schnittstellen für das Infektionsgeschehen innerhalb und außerhalb der Pflegeeinrichtungen. „Sie tragen somit in beide Richtungen und in beiden Gruppen zur viralen Ausbreitung bei“, so Widow.

Gleichwohl lässt sich aber sagen, dass in den zwei Wochen vom 18. Januar bis zum 1. Februar in acht Dortmunder Senioreneinrichtungen insgesamt 337 Menschen mit dem Coronavirus infiziert waren. In ganz Dortmund galten am 1. Februar 995 Menschen als infiziert. Nimmt man diesen Stichtag zum Vergleich, hieße es, dass fast genau jeder dritte bekannte Betroffene der ganzen Stadt Mitarbeiter oder Bewohner eines Altenheims war.

Acht Heime mit jeweils mehr als 20 Fällen

Was der Stadt Dortmund außerdem bekannt ist: 111 Mitarbeiter und 226 Bewohner waren im genannten Zeitraum infiziert. Den größten Ausbruch gab es im Awo-Seniorenzentrum Kirchlinde mit 119 Fällen. Dann folgten das Alloheim-Seniorenzentrum „Im Kaiserviertel“ mit 51 Infektionen und diese weiteren Einrichtungen im Stadtgebiet verteilt:

  • Wohn- und Pflegezentrum St. Josef in Derne (32 Fälle, Caritas)
  • Karola-Zorwald-Seniorenzentrum in Wambel (30, Awo)
  • Seniorenhaus Vinzenz in Dorstfeld (30, Comunita)
  • Wohnstift auf der Kronenburg in der südlichen Innenstadt (29, Alloheim)
  • Altenzentrum St. Hildegard in Berghofen (25, Caritas)
  • Pflegewohnstift Rodenbergtor in Aplerbeck (21, CMS)

Wann die Personen jeweils positiv getestet wurden, kann die Stadt Dortmund nicht mitteilen. Außerdem besteht das Problem, dass nicht bekannt ist, wie viele Besucher oder Angehörige von Mitarbeitern infiziert sind.

Festzuhalten ist jedenfalls eindeutig, dass die Ansteckungen definitiv kein exklusives Problem der Heime sind, weil etwa zwei Drittel der bekanntermaßen Infizierten keinen offensichtlichen dauerhaften Kontakt zu diesen Einrichtungen haben.

Doch die Lage in diesen Unterkünften macht einen großen Teil des Infektionsgeschehens in Dortmund aus. Nun bleibt zu beobachten, wie sich die Zahlen angesichts des Impf-Fortschritts entwickeln.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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