Wie unterschiedlich sich der Stromausfall in Hörde ausgewirkt hat

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Für mehr als eine Stunde kam es am Mittwochmorgen (5. August) zu einem Stromausfall in Hörde. Die Auswirkungen im Dortmunder Süden waren recht unterschiedlich.

Hörde

, 05.08.2020, 14:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mehr als eine Stunde ging kaum etwas im Dortmunder Süden. In Hörde waren am Mittwochmorgen etwa 1200 Haushalte zeitweise ohne Strom. Doch die Hörder Stromkunden waren nicht alle im selben Maße betroffen.

Am Josefs-Hospital bemerkte das Personal den Ausfall. Allerdings habe sich dieser nicht auf den medizinischen Betriebsablauf ausgewirkt, wie die Klinik auf Nachfrage mitteilt. Das Licht habe zwar geflackert und sei zwischenzeitlich gedimmt gewesen, ansonsten sei der Stromausfall kaum bemerkbar gewesen.

Allerdings hätten Schwankungen dazu geführt, dass Computer abgestürzt seien und neugestartet werden mussten.

Das Josefs-Hospital bekam den Stromausfall kaum zu spüren.

Das Josefs-Hospital bekam den Stromausfall kaum zu spüren. © Oliver Schaper (Archiv)

Zudem hätten einige medizinische, nicht für Patienten überlebenswichtige Geräte neugestartet werden müssen. Teilweise sei die Kühlung bei einigen Geräten kurz unterbrochen gewesen, ohne dass jedoch die Gefahr von Schäden bestanden habe.

Der Neustart der Gerätschaften habe für das technische Personal einen Mehraufwand von etwa drei Stunden bedeutet, wie das Josefs-Hospital mitteilt.

Im Notfall verfügt das Krankenhaus über ein Aggregat, das die Einrichtung etwa eine Woche mit Strom versorgen könne, wie die Klinikverwaltung sagt. Außer dem Mehraufwand für die Haustechnik habe sich der Stromausfall demnach kaum ausgewirkt.

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Anders sah die Situation beim Finanzamt in Hörde aus. Dort habe es zwischen etwa 8 Uhr und 9.30 Uhr keinen Strom gegeben, wie die Behörde auf Anfrage mitteilte.

„Wir mussten diejenigen Arbeiten einstellen, für die Strom notwendig ist“, sagt ein Sprecher. „Das ist bei uns leider bei einem Großteil der Aufgaben der Fall.“

Untätig sei man aber nicht gewesen.

Die Mitarbeiter hätten sich anderen Arbeiten zugewandt, bei denen sie nicht auf die Stromversorgung angewiesen sein. So hätten die Sachbearbeiter vor allem die Eingangspost gesichtet und bearbeit. „Wir hatten genug Arbeitsvorräte und sind nicht in die Verlegenheit der Untätigkeit geraten“, so der Behördensprecher.

Auf längerfristige Stromausfälle sei das Amt aber nicht vorbereitet. „Wir sind auf die Elektronik angewiesen. Wenn wir auf diese nicht länger zurückgreifen können, bilden sich Bearbeitungsstaus.“

Nicht nur öffentliche Einrichtungen und Privathaushalte bekamen die Auswirkungen des Stromausfalls zu spüren, auch Hörder Unternehmen bemerkten die Energie-Unterversorgung.

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Die Metzgerei Zander-Klube bemerkte die Stromschwankung durch flackerndes Licht in der Filiale an der Alten Benninghofer Straße. Über mehrere Stunden sei das Licht wiederholt für ein bis zwei Sekunden ausgefallen, so die Metzgerei.

Die Kühlung sei durch die kurzen Unterbrechungen nicht vom Stromausfall betroffen. Zudem würde die Kühlkette selbst dann nicht unterbrochen, sollte die Energieversorgung über wenige Stunden nicht aufrecht erhalten werden können.

Sollte es dennoch dazu kommen, müsse man die Waren zurück ins Kühlhaus bringen, teilte die Metzgerei mit.

Gegen einen längeren Ausfall sei die Metzgerei aber machtlos. Notfallpläne gäbe es nicht. „Dazu sind wir einfach zu klein. Wir können da kein großes Notstromaggregat rechtfertigen“, so die Metzgerei Zander-Klube.

Die Auswirkungen des Stromausfalls bekam die Metzgerei dann aber dann doch zu spüren: Telefon und Internet fielen aus, sodass der Betrieb keine Bestellungen entgegennehmen konnte.

Die Ursache des Stromausfalles war am Mittwochnachmittag (5.8.) laut einem DEW21-Sprecher folgende: Eine Firma hat einen Zaun aufgestellt und dabei einen Pfeiler in den Boden getrieben, der ein Stromkabel beschädigt hat.

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