Wie sportlich sind die Dortmunder? Stadt verschickt 10.000 Fragebögen

dzSport in Dortmund

Über 10.000 Dortmunder werden ab dem Wochenende einen Fragebogen im Briefkasten haben. Die Stadt Dortmund möchte wissen, wie sportlich ihre Bürger sind. Dahinter steckt ein größerer Plan.

Dortmund

, 18.06.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Fragebogen zum „Sport- und Bewegungsverhalten“ geht in diesen Tagen an 10.000 Dortmunder Haushalte heraus. Dieser enthält 30 vom Institut für kommunale Sportentwicklungsplanung (Inspo) entwickelte Fragen. Ziel ist es herauszufinden, welche Sportarten die Dortmunder am liebsten machen, wie sie das Angebot in ihrer Stadt einschätzen und wo sie Geld investieren würden.

Der Fragebogen ist sehr detailliert. Die Angeschriebenen können etwa angeben, warum sie Sport treiben. Sie dürfen die beiden häufigsten Sportarten angeben. Und ergänzen, mit welcher Intensität sie sie betreiben. Die etwas skurril anmutende Auswahl bei dieser Frage: stark schwitzend, leicht schwitzend, nicht schwitzend.

Oberbürgermeister: „Am Thema Sporthallen sind wir dran.“

Es geht außerdem um die Qualität der Sportanlagen. Dieses Thema ist in Dortmund seit Jahren virulent. Zuletzt schlugen etwa viele Vereine und Schulen Alarm, was den Zustand der Sporthallen angeht. „Am Thema Hallen sind wir dran“, sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Als weitere wichtige Felder nennt der OB unter anderem Investitionen wie das Leichtathletikstadion in Hacheney, ein duales System für junge Spitzensportler und die Trainerausbildung.

Herauskommen soll am Ende der „Masterplan Sport“, der eine Prognose für die nächsten 10 bis 15 Jahre bieten soll. In einer ersten Phase werden Daten und Stimmungen der Bürger ermittelt. Ab März 2020 geht es um konkrete Schritte.

„Masterplan Sport“ soll sich an dem orientieren, was sich die Dortmunder wünschen

„Wir werden das durcharbeiten, auch wenn 2020 Wahlkampf ist. Das wird ein Masterplan mit einer sehr starken Dynamik.“, sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau. Die künftige Sportplanung müsse sich an den konkreten Bedürfnissen der Menschen orientieren.

Vom Sportverhalten des Einzelnen bis zur großen Planung in Sachen Schulsport, Hallensituation und Sportplätzen: Es geht im Masterplan um viele Themen. „Wir arbeiten an der Schnittstelle von Sport und Stadtentwicklung“, sagt Prof. Dr. Michael Barsuhn, wissenschaftlicher Leiter des Inspo, das Städte in ganz Deutschland berät.

Vereine, Schulen und Kitas werden gesondert befragt

Rund 500 Vereine, 300 Kitas und 160 Schulen werden online noch einmal extra befragt. Es wird öffentliche Informationsveranstaltungen und Zwischenberichte zum Thema geben.

Dortmund versteht sich schon länger als Sportstadt. Erst im Mai hatte Mathias Grasediek, Vorsitzender des Stadtsportbunds, das noch einmal in einem Interview mit dieser Redaktion betont und unter anderem auf die gute Ausstattung mit Kunstrasenplätzen und Schwimmbädern verwiesen. Inspo-Chef Michael Barsuhn ist hingegen kein großer Freund des Begriffs Sportstadt: „Ich würde lieber sport-und bewegungsfreundliche Stadt oder gesunde Stadt sagen.“

In der öffentlichen Wahrnehmung fokussiert sich dabei vieles auf den Fußball. Der Masterplan dürfte sichtbar machen, dass es aber noch viel mehr gibt. „Es ist gut möglich, dass wir Hinweise auf Trends bekommen, die wir heute noch nicht überblicken“, sagt Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Inspo-Leiter Michael Barsuhn sagt: „Viele Menschen sind heutzutage sportlich aktiv, aber nicht mehr nur im Sportverein, sondern oftmals auch selbst organisiert beim Joggen oder Radfahren. Deshalb fragen wir nach unterschiedlichen Sport- und Bewegungsformen, Anbietern und genutzten Sporträumen.“

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