Wie sich Pferde auf die Loveparade vorbereiten

DORTMUND Polizeipferde und -reiter sind vieles gewöhnt: Lärm und Menschenmengen – kein Problem. Doch die Loveparade ist für Mensch und Tier eine besondere Herausforderung. Daher hat sich die Polizei auch etwas Besonderes einfallen lassen.

von Von Gaby Kolle

, 11.07.2008, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

„Das wird ein langer Tag für die Pferde“, weiß Kersten Klophans (45), Hauptkommissar und Leiter der Dortmunder Polizei-Reiterstaffel. Deshalb müssen auch nur die acht erfahrensten der 15 Behördenpferde zum Dienst antraben. Ein extra Loveparade-Training ist für die Vierbeiner zwar nicht vorgesehen, und sie müssen ihre Sprunggelenke auch nicht mit rosa Püschelgamaschen schmücken lassen, doch es gibt Watte auf die Ohren. Weiches gegen Hartes. Damit die wummernden Bässe nicht die empfindlichen Hörorgane über Gebühr strapazieren.

Es gibt für Pferde auch Ohrschützer aus Kautschuk. „Doch darunter schwitzen die Tiere“, weiß Polizeikommissarin Tanja Switala (34). Eine Alternative wären noch Ohrhauben. „Darunter wird es nicht viel leiser, aber man hat das Mögliche getan“, so die Polizeireiterin, „wir müssen sehen, wie die Pferde darauf reagieren.“

Wie beim Menschen geht auch den Rossen das BumBum durch Mark und Bein. Und das noch bevor die Loveparade richtig losgeht. Denn die Reiterstaffel hat ihr Domizil beim Dortmunder Reiterverein an den Westfalenhallen. Dort ist bereits am Freitag – ein Tag vor dem großen Umzug – Soundcheck, zu deutsch Tonprobe für die DJs. Und eine Generalprobe für die Zossen.

„Allein die Vibrationen werden die Pferde im Stall merken“, sagt Klophans, „dann sehen wir das erste Mal, wie das bei den Pferden rüberkommt.“ Für die Polizei-Rosse, die an dem Wochenende dienstfrei haben und in den Boxen bleiben, wird es von Freitag bis Sonntag deshalb eine eigene Stallwache geben.

Die anderen werden nicht unmittelbar am Umzug eingesetzt, sondern mehr in der Innenstadt an der Strecke zur eigentlichen Parade auf der B1. Die alten Hasen unter den Pferden müssen voranschreiten, die Nachwuchskräfte bleiben weiter hinten. Wie wird sich Reiterin Tanja Switala vor Lärm schützen? Auch mit Watte oder Gummistöpseln? Sie schüttelt gequält den Kopf. Wenn man in Funkverbindung steht, gehen Ohrenschützer nicht. „Ich werde in mich gehen.“

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