Wie sich Dortmunds OB-Kandidaten für Gleichstellung einsetzen wollen

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Kita-Plätze, Gendersternchen und Führungsposten: In einer Podiumsdiskussion diskutierten die OB-Kandidaten über Wege zu mehr Gleichberechtigung von Frauen. Große Differenzen blieben dabei aus.

Dortmund

, 25.06.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer möchte die geschlechtergerechte Sprache in der Verwaltung beibehalten und was kann ein Gleichstellungs-Ausschuss bewirken? Das waren Fragen, die fünf Dortmunder Oberbürgermeister-Kandidaten am Donnerstagabend (25. Juni) in der digitalen Podiumsdiskussion „Frauen Macht Zukunft“ besprachen.

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Eingeladen hatten dazu die Dortmunder Frauenverbände, zu denen Vereine wie die Mitternachtsmission, „Africa Positive“ und das Mütterzentrum gehören. Auf das Podium mussten die Kandidaten wegen der Corona-Pandemie verzichten, stattdessen sprach Moderatorin Sabine Ziemke per Videokonferenz mit Dr. Andreas Hollstein (CDU), Michael Kauch (FDP), Utz Kowalewski (Die Linke), Daniela Schneckenburger (Bündnis 90/Die Grünen) und Thomas Westphal (SPD). Zuschauer konnten sich per Link in die Konferenz einwählen.

Diskutierten gemeinsam über Gleichberechtigung: (von links oben) Moderatorin Sabine Ziemke, Daniela Schneckenburger (Bündnis 90/Die Grünen), Utz Kowalewski (Die Linke) und (von links unten) Dr. Andreas Hollstein (CDU), Thomas Westphal (SPD), Michael Kauch (FDP).

Diskutierten in einer Videokonferenz gemeinsam über Gleichberechtigung: (von links oben) Moderatorin Sabine Ziemke, Daniela Schneckenburger (Bündnis 90/Die Grünen), Utz Kowalewski (Die Linke) und (von links unten) Dr. Andreas Hollstein (CDU), Thomas Westphal (SPD), Michael Kauch (FDP). © Dortmunder Frauenverbände

„Viele Frauen machen und machen, haben aber überhaupt keine Macht, die Zukunft zu gestalten“, leitetet Ziemke die Diskussion in Anlehnung an den Titel der Veranstaltung ein. Was dagegen zu tun sei, fragte sie die Oberbürgermeister-Kandidaten.

„Diversity Management“ in städtischen Unternehmen

Die diskutierten genauso leidenschaftlich wie eingespielt, nutzten viele Gelegenheiten, gegeneinander zu sticheln, hielten sich bei konkreten Lösungsvorschlägen jedoch eher zurück - obwohl Sabine Ziemke immer wieder nachfragte.

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Einen der ersten griffigen Vorschläge des Abends liefert FDP-Kandidat Michael Kauch. Bei der Frage, wie man es schaffen möchte, mehr Führungspositionen mit Frauen zu besetzen, stellte er nicht nur klar, dass Frauen bei gleicher Qualifikation für Führungsposten in städtischen Unternehmen bevorzugt werden, wenn er OB wird, er kündigte auch ein „Diversity Management“ für alle städtische Unternehmen an, das die Vielfalt beim Personal sicherstellen soll.

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Andreas Hollstein (CDU) plädierte bei diesem Thema auch für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. „Ich habe eines meiner Kinder drei Jahre lang alleine erzogen“, berichtet der vierfache Familienvater, „neben meinem Beruf. Ich weiß, wie hart das ist“. Er forderte deshalb flexible Lösungen, die sowohl über Tageseltern als auch über 24-Stunden-Kitas funktionieren sollen.

Gleichstellung durch Ausschüsse und Sprache

Nach einem kurzen Exkurs zur Corona-Krise und dem Wohnungsbau lenkte Moderatorin Ziemke die Kandidaten zurück zum Thema Gleichberechtigung: Mit der Frage, ob sie einen Gleichstellungs-Ausschuss für Dortmund einführen wollen, wenn sie ins Oberbürgermeister-Amt gewählt werden. Daniela Schneckenburger (Grüne) sprach sich klar dafür aus: „Ich bin der Meinung, dass Bedürfnisse von Frauen und Mädchen nur dann gesehen werden, wenn sie ins Zentrum gerückt werden“, erläuterte sie.

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Thomas Westphal von der SPD war dagegen: „Wir kennen doch alle Ausschuss-Arbeit“, sagt er zu seinen Mitstreitern. Die könne schnell zu speziell werden. Er plädierte dafür, an der Gleichberechtigungs-Stelle, die es aktuell in Dortmund gibt, festzuhalten.

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Einig waren sich die Kandidaten weitgehend beim Thema geschlechtergerechte Sprache, die alle in der Stadtverwaltung für sinnvoll halten. Utz Kowalewski erinnerte daran, dass diese Sprache nicht nur Männer und Frauen einbezieht, sondern alle Geschlechter. „Wir haben lange gekämpft, damit das dritte Geschlecht anerkannt wird“, sagte er Linken-Kandidat. Das solle sich nun auch in der Sprache widerspiegeln.

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