Wie konsequent sind die Dortmunder beim Umweltschutz?

FOM-Umfrage

Studierende der FOM Hochschule in Dortmund haben fast 600 Menschen zu ihrer Einstellung zu bestimmten Umwelt-Themen befragt. Das Ergebnis: Bewusstsein ist vorhanden, doch es wird wenig getan.

Dortmund

04.09.2020, 19:45 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Bereitschaft, mehr für nachhaltig produzierte Lebensmittel auszugeben, ist in Dortmund verhältnismäßig groß.

Die Bereitschaft, mehr für nachhaltig produzierte Lebensmittel auszugeben, ist in Dortmund verhältnismäßig groß. © jackfrog - stock.adobe.com

Welche Einstellungen haben die Dortmunder zu den Themen Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Mikroplastik, Meeresverschmutzung und Fleischkonsum? Das wollten Studierende der FOM Hochschule in Dortmund wissen und haben deshalb 585 Menschen zu diesen Themen befragt, heißt es in einer Mitteilung der Bildungseinrichtung.

Zentrales Ergebnis dieser Umfrage sei, dass der Großteil der Befragten zwar viele Maßnahmen zur Umweltschonung für wirksam erachte, gleichzeitige diese aber im Alltag nicht in die Tat umsetze. Das fanden Studierende in persönlichen Interviews unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Dr. Oliver Gansser heraus, heißt es.

Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

So sind zwar 88 Prozent der Befragten davon überzeugt, dass die Fahrt mit dem Rad oder der Gang zu Fuß eine effektive Umweltschutzmaßnahme ist, doch lediglich 41 Prozent bewegen sich letztlich verstärkt mit dem Rad oder zu Fuß fort. Gleiches gilt für den ÖPNV, den 80 Prozent der Befragten als klimafreundlich einstufen, gleichzeitig jedoch nur 31 Prozent regelmäßig nutzen.

Auch beim Thema Konsum sei bei der Umfrage herausgekommen, dass die Menschen in Dortmund eher zurückhaltend in puncto Umweltschutz sind. Dass auch hier eine Diskrepanz zwischen Verhalten und Einstellungen herrscht, wird durch weitere Umfrageergebnisse deutlich.

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Zwar schätzen 87 Prozent der Befragten den Erwerb von nachhaltig produzierter Kleidung als wirksam bis teilweise wirksam ein, gleichzeitig kaufen jedoch nur 23 Prozent regelmäßig entsprechend nachhaltig produzierte Waren. Immerhin achten 57 Prozent der Befragten darauf, langlebige Produkte zu kaufen, 91 Prozent nutzen oft oder regelmäßig das System der Mülltrennung.

Fleischesser geben mehr aus

Wie schaut es bei der Ernährung aus? Laut Umfrage sind rund neun Prozent der Befragten Vegetarier, zwei Prozent ernähren sich vegan. 95 Prozent aller Befragten, also auch der Fleischesser, liegt das Tierwohl am Herzen. 88 Prozent sind sogar bereit, mehr für nachhaltige Ernährung zu bezahlen.

Interessant ist ein Blick auf die durchschnittlichen Ausgaben: während Veganer rund 239 Euro und Vegetarier im Schnitt 232 Euro pro Monat für Lebensmittel ausgeben, geben die Fleischesser mit 279 pro Monat am meisten aus.

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Wenn es darum geht, welche Umweltprobleme es am dringendsten zu lösen gilt, liegt die Vermeidung von Plastikmüll auf Platz eins. Dicht darauf folgen die Themen Artensterben, Abholzung von Wäldern und die Verknappung von Rohstoffen mit jeweils mehr als 80 Prozent Zustimmung. Auch hier werde das zunehmende Bewusstsein der Dortmunder für den Schutz von Klima und Umwelt deutlich, heißt es in der Mitteilung.

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