Wie ich trotz des Warnstreiks in Dortmund zur Arbeit gekommen bin

dzWarnstreik

Der Warnstreik im ÖPNV stellt viele Menschen vor Probleme. Mich eingeschlossen. Ein Erlebnisbericht über meinen Arbeitsweg, der dann doch nicht so schlimm war, wie ich erwartet hatte.

Hacheney

, 29.09.2020, 11:55 Uhr / Lesedauer: 2 min

Normalerweise stehe ich um halb 8 auf, gehe duschen und Zähne putzen und frühstücke ganz entspannt. Dann geht es um halb 9 raus aus der Wohnung und ab in Richtung U-Bahn-Station Hacheney. Die U49 fährt von da aus nämlich direkt bis zur Kampstraße, die unweit unserer Redaktion liegt.

Schritt 1: Die Planung

Doch diese Bahn, die mich sonst jeden Morgen entspannt und zuverlässig in die Stadt fährt, kann ich heute aufgrund des Warnstreiks im ÖPNV nicht nutzen. Einen Führerschein habe ich nicht und mein Fahrrad habe ich vor wenigen Wochen verkauft. Ein neuer Plan, wie ich zur Arbeit komme, muss her.

Die erste Idee, die mir in den Kopf kommt, ist das Taxi. Als ich im Internet nachschaue, wie viel mich die Fahrt von Hacheney aus in die Stadt kostet, verwerfe ich die Idee wieder so schnell, wie sie mir in den Kopf kam. Rund 40 Euro müsste ich insgesamt für den Hin- und Rückweg zahlen.

Wie wäre es denn mit Laufen? Schließlich habe ich in manch ausgelassener Nacht schon ganz andere Wege zu Fuß zurückgelegt. Also schnell mal bei Google Maps nachgeguckt. Eine Stunde und 20 Minuten?! Für mich ist das am Morgen so gut wie unmöglich.

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Da fällt mir ein: In Brünninghausen gibt’s doch diese Regionalbahnstation. S-Bahnen und Regionalbahnen sind von dem Streik nicht betroffen. Also gucke ich gleich mal in der DSW21-App nach einer Verbindung. Und tatsächlich: um 8.18 Uhr fährt eine Regionalbahn zum Dortmunder Hauptbahnhof.

Schritt 2: Das Aufstehen

Um 7 Uhr stehe ich zähneknirschend auf und beginne meinen Tag eine halbe Stunde eher als sonst. Um kurz vor 8 verlasse ich meine Wohnung in Richtung des Rombergparks. Durch den muss ich durchlaufen, um mein Ziel zu erreichen.

Schritt 3: Der Weg

An der gespenstisch leeren Hacheney-Station Richtung Rombergpark vorbei. Ein Jogger kommt mir entgegen, ich grüße ihn freundlich. Im Rombergpark angekommen genieße ich, trotz des Zeitdrucks, für ein paar Momente die frische Luft und das Gezwitscher der Vögel. Viel Zeit bleibt mir aber nicht, denn diese Bahn darf ich unter keinen Umständen verpassen! Die nächste fährt erst wieder eine Stunde später.

Die etwas in die Tage gekommene Regionalbahn-Station am Tierpark in Brünninghausen.

Die etwas in die Tage gekommene Regionalbahn-Station am Tierpark in Brünninghausen. © Julien März

Um viertel nach 8 komme ich an der heruntergekommenen Haltestelle an. „Hoffentlich kommt die Bahn pünktlich, hoffentlich kommt sie überhaupt“, denke ich. Und tatsächlich: Pünktlich fährt die Regionalbahn ein. Und sie ist sogar leerer als gedacht. Als ich einen Sitzplatz einnehme, breitet sich ein zufriedenes Grinsen unter meiner Maske aus. Ich habe es fast geschafft.

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Um halb 9 fährt die Bahn in den Hauptbahnhof ein, ich steige aus und laufe zum Westenhellweg. Als ich vor dem Gebäude unserer Redaktion stehe, läuft auf Spotify passenderweise „We Are The Champions“ von Queen. Ich bin müde, aber erleichtert.

Um 20 vor 9 bin ich dann zufrieden an der Redaktion angekommen.

Um 20 vor 9 bin ich dann zufrieden an der Redaktion angekommen. © Julien März

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