Dortmunder Supermärkte planen, früher zu schließen, sollte die geplante Ausgangsbeschränkung in Kraft treten. (Symbolbild) © dpa/ Hauke-Christian Dittrich
Geplante „Bundesnotbremse“

Wie Dortmunder Supermärkte reagieren, wenn ab 21 Uhr niemand einkaufen darf

Der Entwurf der „Bundesnotbremse“ sieht eine Ausgangsbeschränkung zwischen 21 und 5 Uhr vor. Lebensmittel-Einkäufe sind dann eventuell nicht mehr erlaubt. Mit Folgen für Märkte und Kunden.

Das Bundeskabinett hat sich am Dienstag (13.4.) auf eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes geeinigt, die bundeseinheitliche Verordnungen ab einer Inzidenz von 100 – wie aktuell in Dortmund – vorsieht. Somit müssen sich auch Dortmunder unter anderem auf eine Ausgangsbeschränkung zwischen 21 Uhr und fünf Uhr des Folgetags einstellen. Doch was bedeutet das für Lebensmitteleinkäufe?

Im vom Kabinett beschlossenen Gesetzesentwurf steht: Es gibt Ausnahmen für die Ausgangsbeschränkung. Das sind medizinische Notfälle, Berufsausübung, die Wahrnehmung des Sorge- oder Umgangsrechts, die Betreuung Schutzbedürftiger und Minderjähriger oder die Begleitung Sterbender, die Versorgung von Tieren und der Aufenthalt im Freien aus „ähnlich gewichtigen und unabweisbaren Gründen“.

Lebensmittel-Einkauf nach 21 Uhr wohl verboten

Da ein Lebensmittel-Einkauf wohl nicht zu diesen wichtigen Gründen zählt, ist er zwischen 21 Uhr und 5 Uhr des Folgetags verboten, sollte das Gesetz in Kraft treten. Das würde sich nicht nur auf das Kaufverhalten der Supermarkt-Kunden auswirken.

Kaufland teilt auf unsere Anfrage hin mit, dass der Konzern mit den zuständigen Behörden in Kontakt stünde, um auf mögliche Verordnungen schnell zu reagieren. „Im Falle einer Ausgangsbeschränkung werden wir unsere Filialen bereits um 21 Uhr schließen“, so Kaufland. Die Dortmunder Kaufland-Filialen haben normalerweise bis 22 Uhr geöffnet; die in der Nordstadt sogar bis 0 Uhr.

Kaufland sagt: „Selbstverständlich erhalten die Mitarbeiter eine entsprechende Bescheinigung für ihren Heimweg.“ Diese brauchen sie nämlich, um nachweisen zu können, dass sie berufsbedingt nach 21 Uhr noch unterwegs sind. Dann würde eine Ausnahme der Ausgangsbeschränkung gelten.

Auch andere Supermärkte könnten früher schließen

Dass aber nicht nur Supermarkt-Ketten auf die Ausgangsbeschränkung reagieren würden, deren Filialen in der Regel nach 21 Uhr noch geöffnet haben, zeigt Jürg Patzer auf. Er ist unter anderem Inhaber der Edeka-Filiale am Sonnenplatz, die bis 21 Uhr geöffnet hat, und sagt auf Anfrage: „Sollte die Ausgangsbeschränkung um 21 Uhr beginnen, werden wir schon eine halbe Stunde eher schließen.“

„Es kommt auf die Jahreszeit an, aber in der Regel ist in der letzten halben Stunde vor der Schließung nicht mehr viel los“, so Patzer. Daher werde eine mögliche Ausgangsbeschränkung die Edeka-Filialen seiner Einschätzung nach „nicht so sehr betreffen wie Läden, die nach 21 Uhr sonst noch auf haben“.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
2000 in Heinsberg geboren, seit 2020 als freier Mitarbeiter bei den Ruhr Nachrichten. Ich studiere Journalistik und Politikwissenschaft in Dortmund. Mit 16 Jahren habe ich meine ersten Erfahrungen im Lokaljournalismus gemacht - und dort fühle ich mich zuhause.
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Nick Kaspers
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