Der Gartenstadt-Radweg verläuft über eine alte Bahntrasse, von der noch Relikte wie alte Signale vorhanden sind. © Oliver Volmerich
Verkehrsplanung

Wichtiger Radweg kommt noch später – diesmal sollen die Bürger Schuld sein

Seit Jahren wird der Baustart für den Gartenstadt-Radweg zwischen Hörde und Körne angekündigt. Jetzt gibt es eine erneute Verzögerung. Die hat laut Bauherr RVR mit Bürgerwünschen zu tun.

Eines muss man dem Regionalverband Ruhr (RVR) zugutehalten: Die Planung für den Gartenstadt-Radweg über die alte Hoeschbahn-Trasse von Hörde zur Westfalenhütte ist sehr transparent. Online sind sowohl alle Plan-Entwürfe wie auch die Ergebnisse der Bürgerbeteiligung abrufbar.

Dabei fällt allerdings auch auf, dass sich Baustart und Fertigstellung des ersten Abschnitts einmal mehr verzögern. Zuletzt war bei Präsentationen unter anderem in der Bezirksvertretung Innenstadt-Ost der Baustart für den Sommer dieses Jahres angekündigt worden.

Im Februar fanden – wie erstmals 2018 – tatsächlich schon Rodungsarbeiten an der Strecke statt, um das üppig wuchernde Grün zu stutzen. Doch jetzt kündigt der RVR auf der Projekt-Seite im Internet den Baustart für das Ende des vierten Quartals 2021 – also das Jahresende – an.

Die Fertigstellung des 2,5 Millionen Euro teuren ersten Abschnitts, der über 3,9 Kilometer vom Phoenix-See bis zum alten Bahnhof Körne reicht, verschiebt sich vom Sommer auf den Spätherbst 2022 – also November oder Dezember 2022.

Immer wieder Verzögerungen

Die Verzögerung hat beim Gartenstadt-Radweg, der nun offiziell „Hoesch-Hafenbahn-Weg“ heißen soll, gewissermaßen Tradition. 2012 wurden die ersten Pläne vorgestellt, 2016 sollte eigentlich mit dem Bau begonnen werden. Weil eine neue Förderquelle für die Finanzierung gefunden werden musste, verschob sich der geplante Baustart auf den Herbst 2018.

Für die nächste Verzögerung sorgte ein Streit zwischen RVR als Bauherr und der Bezirksregierung Arnsberg über die Einhaltung der Förderrichtlinien für den im Januar 2018 bewilligten Landeszuschuss von 1,86 Millionen Euro. Als im Herbst 2019 der Zwist ausgeräumt war, wurde der Baubeginn für den Sommer 2020 angekündigt.

Im August 2020 war dann vom Baustart im Sommer 2021 die Rede, im Oktober 2020 von Ende 2021. Zwei Monate später war daraus bei der Präsentation in der Bezirksvertretung der Sommer 2022 geworden – der nun auch wieder überholt ist.

Schuld sollen diesmal die interessierten Bürgerinnen und Bürger sein, die sich im April mit Anregungen an der Planung beteiligt hatten. Der Baustart sei nun für das vierte Quartal anvisiert, „um möglichst viele der Anregungen aus dem Beteiligungsverfahren in der Ausführungsplanung zum Ausbau des Rad- und Gehwegs berücksichtigen zu können“, teilt RVR-Sprecherin Barbara Klask auf Anfrage mit.

Diskussion um Vorfahrts-Regelung

„Insbesondere die zahlreichen Hinweise zu Themen wie Bevorrechtigung und Barrierefreiheit haben noch einmal zu einem intensiven Austausch mit der Stadt Dortmund geführt“, erklärt die RVR-Sprecherin.

Dabei geht es etwa um die Frage, ob die Radfahrer auf dem Gartenstadt-Radweg an den Straßen-Überquerungen im Defdahl und am Zehnthof Vorrang vor dem Autoverkehr bekommen sollen. „Hierzu erwarten wir in Kürze eine Antwort der Straßenverkehrsbehörde der Stadt Dortmund“, so Barbara Klask.

Die Bezirksvertretung Innenstadt-Ost hatte sich Anfang Mai dafür ausgesprochen, dass Radfahrer auf dem Gartenstadt-Radweg Vorfahrt bekommen – so wie früher die Züge der Hoeschbahn. Am Dienstag (8.6.) schloss sich der Ratsausschuss für Mobilität, der in diesem Fall die entscheidende Stimme hat, dem Votum an.

Ein anderes Thema sei die barrierefreie Gestaltung von Rampen-Anbindungen, erklärt Barbara Klask. Sie verspricht: „Der RVR wird so viele Anschlüsse wie möglich barrierefrei ausbauen, wenn es die Geländeverhältnisse zulassen.“

Der Bericht ist nach dem Votum des Ausschusses für Mobilität am 8.6. aktualisiert worden.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich

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