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WG-Partner gesucht – wie Rollstuhlfahrer Stefan Müller sich zurück ins Leben kämpfen will

dzWohnprojekt

Ein Sportunfall warf Stefan Müller aus der Bahn. Der 36-Jährige sitzt nun im Rollstuhl und kämpft sich zurück ins Leben. Dazu sucht er jetzt Mitbewohner für eine ganz besondere WG.

Dortmund

, 10.05.2019 / Lesedauer: 3 min

Stefan Müller stand mitten im Leben, hatte einen guten Job, eine Familie und trieb Leistungssport. Doch ausgerechnet an seinem 33. Geburtstag machte ein Unfall das private Glück zunichte. Er stürzte beim Snowboardfahren so unglücklich, dass er schwere Kopfverletzungen erlitt und ins Koma fiel. Nachdem er daraus erwacht ist, versucht er, sich mühsam ins Leben zurückzukämpfen.

Es war ein kompletter Neuanfang. Selbst atmen, schlucken und sprechen musste Stefan Müller, der nun im Rollstuhl sitzt, nach den erlittenen Lähmungen neu lernen. Eisern und diszipliniert arbeitet er daran, wieder unabhängiger zu werden, einfacher essen und trinken, wieder stehen und laufen zu können.

Selbstständig leben im Wohnprojekt

Das Problem: In der Familie war und ist all das nicht möglich. Deshalb musste Stefan Müller vorübergehend in ein Altenheim ziehen. Inzwischen lebt er bei seinen Eltern im Harz. Doch auch das soll nur eine Zwischenstation sein. Stefan Müller möchte in einer Wohngemeinschaft des Wohnprojektes Mosaik in Eving leben.

„Er will zurück ins Leben“, erklärt Sylvia Günther vom Verein Mosaik, der über eine 2014 gegründete Genossenschaft in Eving ein generationenübergreifendes Wohnprojekt für Menschen mit und ohne Behinderung realisieren will. „Menschen ohne und mit Hilfebedarf sollen sich auf Augenhöhe begegnen können, gleichberechtigt Tür an Tür lebend den Alltag teilen, Gemeinschaft erleben“, erklärt Sylvia Günther.

Jetzt sucht Stefan Müller dafür Menschen, die Lust darauf haben, mit ihm eine 150 Quadratmeter große Wohnung zu teilen. Innerhalb der Wohnung gibt es drei gleich große Zimmer mit jeweils einem eigenen Bad und eine gemeinsame Wohnküche. Die barrierefreie Wohnung befindet sich im Erdgeschoss und verfügt über einen freien Zugang nach draußen auf eine Terrasse.

Die WG wäre dann Teil einer größeren Hausgemeinschaft mit 17 Wohnungen und etwa 35 „Wohn-Genossen“. Einer von ihnen ist Stefan Müller.

WG-Partner gesucht – wie Rollstuhlfahrer Stefan Müller sich zurück ins Leben kämpfen will

So sieht der Neubaukomplex am Winterkampweg in Eving aus. Der linke Flügel ist für das Mosaik-Wohnprojekt reserviert. © Schlössser Architekten & Ingenieure

„Ich bin WG-erprobt und auf Mitbewohnerebene recht unkompliziert“, schreibt Stefan Müller selbst auf der Mosaik-Homepage. Gesucht werden ausdrücklich keine Menschen, die Pflegeaufgaben übernehmen. „Es geht um Gesellschaft“, erklärt Sylvia Günther. „Da ich viele Therapien habe, die zum Teil auch bei mir zu Hause stattfinden und jeden Tag der Pflegedienst kommt, müsste es OK sein, wenn immer wieder mal Leute zu mir in die Wohnung kommen“, erläutert Stefan Müller selbst. Das Sprechen hat er sich wieder erarbeitet, so dass ein Austausch mittlerweile wieder gut möglich ist.

Mitglied einer Genossenschaft

Weil die Wohnungen des Projekts öffentlich gefördert sind, ist die Kaltmiete mit rund 6 Euro pro Quadratmeter vergleichsweise günstig. Dazu müssten die Mitbewohner allerdings auch Mitglied der Genossenschaft werden und dazu Anteile erwerben. Fällig werden 550 Euro pro Quadratmeter. Das summiert sich bei einer gedrittelten 150-Quadratmeter-Wohnung also auf rund 27.500 Euro. Geld, dass man bei einem Ausscheiden aus der Genossenschaft natürlich zurückerhält.

WG-Partner gesucht – wie Rollstuhlfahrer Stefan Müller sich zurück ins Leben kämpfen will

Das Grundstück am Winterkampweg in Eving, auf dem das Mosaik-Wohnprojekt entsteht. © Oliver Volmerich

Stefan Müller hofft auf baldige Rückmeldung von Interessenten. Denn der Baustart für den Wohnkomplex am Winterkampweg in Eving steht kurz bevor. Der Gebäudeteil für Mosaik soll ab Herbst gebaut werden. Ein Jahr später soll der Einzug gefeiert werden – möglichst mit Stefan Müller und netten Mitbewohnern.

Infos und Kontakt unter www.mosaik-dortmund.de

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