Darum lagen leblose Menschen auf dem Westenhellweg

Verstörende Aktion

Mitten auf dem Westenhellweg sanken am Mittwochnachmittag plötzlich mehrere Menschen zu Boden und blieben leblos liegen. Dahinter steckte ein politisches Anliegen.

Dortmund

, 13.05.2020, 22:23 Uhr / Lesedauer: 1 min
Bei einer Protestaktion lagen Menschen leblos auf dem Westenhellweg.

Bei einer Protestaktion lagen Menschen leblos auf dem Westenhellweg. © Bunter Protest Dortmund

Im Herzen des Westenhellwegs, zwischen Karstadt und der Mayerschen Buchhandlung, lagen am Mittwoch gegen 17 Uhr mehrere Menschen leblos auf dem Pflaster, eingerahmt von Kreidelinien wie Opfer eines Verbrechens.

Pappschilder auf und neben ihnen verrieten, dass dahinter ein politischer Protest steckte. „Ich liege hier für diejenigen, die sich nicht schützen können“, stand dort, oder: „Schützt Menschen statt Grenzen“.

Die Aktivisten wollten mit dem sogenannten „Die-in“ (einer Abwandlung der gewaltfreien Protestform des Sit-Ins, wobei das gemeinsame Sitzen durch symbolisches Sterben ersetzt wurde) vor allem gegen die Zustände im Flüchtlingslager Moria auf der griechischen Insel Lesbos protestieren.

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„Das symbolische Sterben soll sinnbildlich für das Leid all derjenigen Menschen stehen, die nicht in der Lage sind, sich vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Gruppe.

Es ist nicht das erste Mal, dass die Gruppe in Dortmund in Erscheinung tritt. Im April hatten sie mehrfach auf dem Wochenmarkt protestiert.

Bei einer dieser Demos gab es Ärger mit der Polizei, als diese mit einem halben Dutzend Streifenwagen anrückte und die Versammlung auflöste. Damals galten aufgrund der Corona-Schutzverordung verschärfte Versammlungsbeschränkungen, die mittlerweile nicht mehr in Kraft sind.

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