Werbung als Handwerk - Warum Daniela Schilder- und Lichtreklameherstellerin wird

dzSerie Ausbildung in Dortmund

Wem im Büro hocken zu langweilig ist, der wählt oft das Handwerk. Darum entschied sich Daniela für die Ausbildung zur Schilder- und Lichtreklameherstellerin in Dortmund.

von Josephine Struckmeier

Dortmund

, 01.08.2019, 11:30 Uhr / Lesedauer: 4 min

Schon in der zehnten Klasse ist Daniela Storch klar, sie möchte später im Bereich Werbung arbeiten. Zwar denkt sie erst daran Werbespots zu entwickeln, doch nachdem sie auf den Beruf der Schilder- und Lichtreklameherstellerin aufmerksam gemacht wird, entscheidet sie sich lieber für die handwerkliche Richtung. Auch wenn Daniela nicht direkt nach der zehnten Klasse in den Beruf einsteigt und erst noch ihr Abitur macht, bleibt sie ihrem Wunsch treu. Heute macht sie ihre Ausbildung bei der Bochumer Firma Advanced Pro Imaging und geht auf das Fritz-Henßler-Berufskolleg in Dortmund.

„In meinem Beruf bin ich ein Teil eines großen Teams. Obwohl so viele verschiedene Leute ineinanderwirken, kommt immer ein gutes Ergebnis zustande. Außerdem muss ich nicht den ganzen Tag in einem Büro sitzen. Ich komme oft nach Hause und weiß was ich getan habe, das ist immer ein schönes Gefühl“, erzählt Daniela.

Fakten zum Beruf und der Ausbildung:

In der Ausbildung zur Schilder- und Lichtreklameherstellerin entwirft man Leuchtreklameanlagen, Schilder und Anzeigetafeln entsprechend der Kundenwünsche. Die Auszubildenden erstellen Entwurfsskizzen und arbeiten diese anschließend am Computer aus. Sie müssen Materialien wie Plexiglas oder Metalle nach diesen Vorlagen zu einem Endprodukt verarbeiten. Schaufenster und Fahrzeuge bekleben ist ebenfalls ein Tätigkeitsfeld dieser Ausbildung.

„Manchmal führt mich dieser Prozess sogar aus der Produktionshalle raus und zum Beispiel auf eine Messe. Denn Messestände entwerfen und anschließend zusammenbauen gehört auch zu meiner Arbeit. Ich war durch meine Ausbildung schon auf Messen in Amsterdam, Berlin und Mailand“, berichtet Daniela stolz.

Neben einem handwerklichen Geschick wird viel Kreativität verlangt. Ihr solltet teamfähig sein und in guter körperlicher Verfassung.

Wer sich für diese Ausbildung entscheidet, kann laut Tarif im ersten Ausbildungsjahr 650 € Gehalt erwarten. Bis zum dritten Ausbildungsjahr steigert sich dies auf 800 €. Jedoch sind nur große Betriebe an diesen Tarif gebunden.

Als ausgelernte Schilder- und Lichtreklameherstellerin verdient ihr 2500 € brutto.

Wer sich nochmal genau über diese Ausbildung informieren möchte, kann sich auf der Seite des Zentralen Verbandes für Werbetechnik umschauen. www.werbetechniker.de


Werbung als Handwerk - Warum Daniela Schilder- und Lichtreklameherstellerin wird

Daniele bei einer ihrer täglichen Aufgaben im Betrieb. © Josephine Struckmeier

Das sagt Daniela über ihre Berufswahl:

Was gefällt dir an deinem Beruf besonders gut?

Daniela: „Ich habe die Möglichkeit von Anfang bis Ende im Entstehungsprozess eines Produktes dabei sein zu können. Vom ersten Moment an, dem Erstellen eines Layouts, bis zur Produktion begleite ich das Produkt mit all den Zwischenschritten. Wie dem Folienplotten, dem Verarbeiten verschiedenster Materialien, dem Zusammenbau von Acrylglashauben und noch vielem mehr. An jeder dieser Stationen kann ich mich kreativ austoben und meine eigenen Ideen einbringen. Dieses hautnah dabei sein, macht den Beruf sehr abwechslungsreich und für mich spannend. Es kann zwischendurch anstrengend werden, doch am Ende stehe ich da und denke: Wow, das habe ich geschaffen und nun können auch andere mein Werk sehen. Da nehme ich schon mal in Kauf, dass ich eine Woche lang auf Montage bin. Denn meine Produkte haben eine große Reichweite und das stimmt mich im Nachhinein immer sehr zufrieden.“

Was gefällt dir an deinem Beruf gar nicht?

Daniela: „Das ist tatsächlich schwierig zu sagen – es stört mich am meisten, dass es manchmal echt stressig werden kann. Dann werden mir auf einmal Probleme in den Weg gestellt, die auf den ersten Blick nicht lösbar scheinen. Erst wenn ich mich wirklich intensiv damit auseinandergesetzt habe, kommt eine Lösung in Sicht. Das Ganze kann schon mal echt Schweiß und Nerven kosten. Sollte ich mal nicht so schnell eine Lösung für ein Problem finden, zieht sich die Arbeit dadurch gefühlt endlos hin. So lerne ich zwar immer mehr dazu, aber die ein oder andere Überstunde war mir das nicht wert. Die Arbeit fordert mich außerdem die ganze Zeit, nicht nur körperlich. Auch geistig muss ich echt fit sein, manchmal schon sehr früh morgens. Wenn es auf Montage geht, fahren wir zwar immer in sehr interessante Städte, aber ich bin dann auch mehrere Tage am Stück nicht zuhause. Gerade die ersten Male musste ich mich sehr daran gewöhnen. Montage bedeutet viel Arbeit und sehr flexible Arbeitszeiten.“

Wo hättest du in der Schule besser aufpassen sollen?

Daniela: „Wahrscheinlich ist meine Antwort jetzt der Klassiker: Mathematik. Ich war noch nie gut in diesem Fach und heute gibt es dann manchmal Situationen, in denen ich wünschte, ich wäre es. Da hätte ich vielleicht in der Schule besser aufpassen sollen, damit ich es jetzt besser könnte. Aber wenn man nicht gut in Mathe ist, ist das in diesem Beruf auch kein Beinbruch. Es hätte lediglich manches leichter gemacht. Viel wichtiger ist ein breites Wissen über Kunst und Gestaltung. Ich war ja schon sehr früh begeistert von dem Beruf. Darum habe ich erst sehr gehadert, ob ich mein Abitur machen soll. Zum Glück habe ich mich dafür entschieden und ein Gestaltungsabitur gemacht. Also ein Abitur, in dem sich die Fächer speziell in Richtung Gestaltung spezialisieren. Da habe ich viel über Grundaspekte der Farb- und Gestaltungslehre gelernt. Hätte ich diese nicht schon vorab so intensiv kennengelernt, hätte ich jetzt in der Berufsschule viel nachzuholen.“

Infos zu Ausbildungsplätzen auf einen Blick:

Wer die gleiche Ausbildung machen möchten wie Daniela, kann sich auf der Internetseite des Fritz Henßler Berufskolleg informieren unter www.fhbk.de.

Jedoch erfolgt die Ausbildung zum Großteil im Betrieb und nicht in der Schule, darum ist ein Ausbildungsvertrag die Voraussetzung für das Fritz-Henßler-Berufskolleg. Welche Betriebe in Dortmund noch Auszubildende suchen, steht hier: www.ausbildungsstellen.de.

Auch die örtliche Agentur für Arbeit ist ein guter Ansprechpartner, wenn es um Ausbildungsplätze geht. Hier seien aktuell keine offenen Ausbildungsstellen im Beruf der Leuchtreklamenhersteller gemeldet, so ein Sprecher (Stand: 1. August).

Ausführliche Ausbildungsstellenangebote in diversen anderen Berufen sowie weitere Infos zu Ausbildungsplätzen in Dortmund gibt es auf der Seite Jobbörse der Agentur für Arbeit unter www.jobboerse.arbeitsagentur.de sowie vor Ort im Dortmunder Jugendberufshaus, Steinstraße 39, www.jugendberufshaus-dortmund.de.

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