Wenn die EDG Störzettel verteilt: Volle Mülltonnen bleiben wochenlang stehen

dzMüllproblem

Den Anwohnern reicht es: Regelmäßig bleiben volle Mülltonnen in ihrer Nachbarstraße stehen. Der Müll verteilt sich in alle Straßen und Gärten. Dabei versucht die EDG zu helfen.

Huckarde

, 27.02.2020, 09:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tonnen sind umgekippt. Hausmüll, volle Windeln und anderer Unrat verteilen sich über die Straße. Eine Frau im Rollstuhl versucht, zumindest einen Teil des Mülls wieder in die Tonnen zu werfen.

„Spätestens da habe ich mir gedacht: Das geht so nicht, da muss sich etwas tun“, beschreibt ein Anwohner, der seinen Namen nicht öffentlich nennen möchte, den 17. Februar (Montag). Er wohnt in der Erpinghofsiedlung in Huckarde, unweit der Häuser, deren Bewohner die großen Müllmengen verursachen.

Seit circa zwei Jahren beobachtet er das Müllproblem in der Welkenerstraße. Die Tonnen seien quasi dauer-überfüllt, Sperrmüll stehe oft daneben. Was weder in noch neben die Tonnen passt, werde einfach auf den Rasenflächen vor den Mehrfamilienhäusern abgelegt.

Hausmeister fährt überschüssigen Müll weg

Insbesondere bei dem stürmischen Wetter in den vergangenen Wochen habe sich der Müll ständig auf die Straße ergossen, sei wegen des Windes auch in die Nebenstraßen und Gärten getragen worden.

„Aber die Tonnen fallen auch ohne Wind um“, erklärt der Anwohner. Schließlich seien sie ungesichert, stehen teils auf unebenen Schotterflächen. Seien sie einmal umgekippt, trage auch der leichteste Wind den Müll in die Siedlung.

Auch fern von den Mülltonnen-Standorten in der Erpinghof-Siedlung liegt manchmal Müll.

Auch fern von den Mülltonnen-Standorten liegt manchmal Müll. © Privat

„Wenn die Tonnen morgens geleert werden, sind sie abends wieder voll.“ Diese Beobachtung habe er häufig gemacht und sie auch der Grand City Property, die die Mehrfamilienhäuser an der Welkenerstraße verwaltet, mitgeteilt.

Seitdem fahre ein Hausmeister den überschüssigen Müll circa alle zwei Wochen weg. Doch das reiche nicht aus. Auch die Entsorgung Dortmund GmbH (EDG) habe bislang nichts an der Situation ändern können, so der Anwohner. „Oft lassen sie sogar volle Tonnen stehen.“

Wenige Tage, nachdem der Müll vom 17. Februar entfernt worden war, waren einige Mülltonnen-Standorte wieder überfüllt.

Wenige Tage nachdem der Müll vom 17. Februar entfernt worden war, waren einige Mülltonnen-Standorte wieder überfüllt. © Carolin West

Störzettel sollen helfen

Und das aus gutem Grund, wie EDG-Pressesprecherin Petra Hartmann erklärt. „Wenn die Tonnen falsch befüllt sind, können wir sie nicht mitnehmen.“ Das sei an der Welkenerstraße insbesondere bei drei Häusern oft der Fall.

Ein sogenannter Störzettel weise die Bewohner auf die „Fehlwürfe“ hin. „Sie können dann nachsortieren und eine weitere Abholung anfordern“, sagt Petra Hartmann. „Das hat an der Straße aber noch nie jemand getan.“

Sperrmüll steht in der Erpinghof-Siedlung meist neben den Tonnen.

Sperrmüll steht meist neben den Tonnen. © Carolin West

Stattdessen bleiben volle Mülltonnen wochenlang stehen. Die EDG hat nun eine sogenannte Behälter-Volumen-Überprüfung eingeleitet.

„Wir schauen, ob die Anzahl der Tonnen für die Bewohner ausreicht“, erklärt Hartmann. Sei das nicht der Fall, werde die Hausverwaltung gebeten, mehr Tonnen zur Verfügung zu stellen. „Passiert das nicht, kümmert sich die Stadt darum.“

Hausverwaltung plant Verbesserung der Müllplätze

Indes ist die Grand City Property (GCP) als Hausverwaltung bereits aktiv geworden, wie GCP-Pressesprecherin Katrin Petersen auf Anfrage mitteilt. „Wir vermieten entlang der Welkenerstraße insgesamt 74 Wohnungen“, sagt sie.

Das Müllproblem in einem Teil der Straße sei bekannt. Deshalb lasse die GCP den Restmüll wöchentlich abholen und führe Sonderleerungen durch. „Zusätzlich planen wir konkret, die Innotec mit ihrer Dienstleistung im Müllmanagement in unseren Maßnahmenplan zu integrieren.“

Auch der unsichere Stand einiger Mülltonnen aufgrund unebener Plätze soll künftig passé sein. Geschlossene Müllhäuschen mit abschließbarer Tür sollen für mehr Ordnung sorgen.

An der Epinghofstraße funktioniert ein neues Konzept

„Es ist ordentlicher, leichter sauber zu halten, nur zugänglich für unsere Mieter und windgeschützt“, erklärt Katrin Petersen. An der Erpinghofstraße, wo die GCP ebenfalls Wohnhäuser vermietet, sei das Konzept erfolgreich umgesetzt worden.

Ein Problem könnte allerdings bleiben: „Die Herausforderung besteht auch darin, dass Fremdmüll abgelegt wird“, so die Pressesprecherin. „Dies bedingt sich sicherlich auch durch die exponierte Lage dieser Hausnummern als Zufahrt zur Erpinghofsiedlung.“

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