Günna ist ein Dortmunder Original. © Dieter Menne
Glosse: Wenn Sie Günna fragen...

Wenn Denkzwerge in PS-Riesen Runden durche Zitty drehen

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Thema diesmal: Tuner und Raser auf dem Dortmunder Wall.

Hömma, Fritz, wer inne Doatmunda Innenstadt wohnt muss ja immer öfter dröhnend laute Auspuffrohre und brüllende Motoren mit Quietschreifen ertragen weil fast jede Nacht fette PS-Riesen mit Denkzwerge am Lenkrad ihre Poser-Runden durche Zitty drehen.

Howard Carpendales Schlager „Nachts wenn alles schläft“ kann glatt als Hymne für Auto-Tuner herhalten die ihre Karren bis zum vergoldeten Zündfunken frisieren um dann nachts mitte Potenzkrücke auf Breitreifen sprichwörtlich die Sau rauszulassen.

Für schlafgestörte Doatmunda sind sie der totale Horror und Vollspinner abba inne Autopimper-Szene gelten sie als Künstler und unermüdliche Autoholiker die viel Zeit und Kohle in ihre gummibereiften Kasperbuden stecken.

Mit Tiger im Tank und nem Esel am Steuer

Bei Auto-Pimpern zählt dat sie gesehn und gehört werden weil sie vielleicht grade jetz inne bekloppte Corona-Zeit mit ihrem erhöhten Kompensationsbedarf aus Frust und Lockdownnitis nix anderes anzufangen wissen. Dat Tuning-Hobby iss eigentlich schon viel früher in Verruf geraten und Schuld daran sind die 250 PS der Kampfhengste in Metallic-Folie mit Tiger im Tank und nem Esel am Steuer.

Oft liegt ihr IQ sogar noch tiefer als die aufgeporschten Schlitten auf der Strasse. Und wenn sie spontane Raser-Anfälle bekommen und illegale Autorennen veranstalten erhalten sie natürlich die volle Aufmerksamkeit unserer Polizei denn die hat ihre nächtliche Präsenz inne Stadt deutlich erhöht und versteht beim Thema gefährliche Fahrmanöver absolut kein Spass.

Abschleppwagen und dat Gerät zum Entstempeln vonne Nummernschilder sind zur Zeit jedenfalls im Dauereinsatz und mancher Scheibenwischer dient heute nur noch als Haltevorrichtung fürn saftigen Strafzettel.

Dat laut fahrende Volk der Hobbyschrauber kannze jetz nich alle pauschal in einen Pott werfen nur weil sie in Ihre Krawallbüchsen Teile einbauen die keiner wirklich brauch. Manch einer will sich damit auch nur vonne Masse der Familien-Kutschen in leasingsilber absetzen und und schraubt sich mit Ebay-Tuning plus Tönungsfolie ne biedere Kompaktkarre zur tiefergelegten Kiste um die sich dann wegene Individualität nur noch mehr fürs Angeben als fürde Fortbewegung eignet.

Hömma, Fritz, nix gegen die Freiheit der Tuner die mit Boliden in Posemanier durche Gegend pilotieren abba sobald Hubraum dat Hirn ersetzt und der Motor laut röhrt dat dat Getriebe glüht weil die Ventile vor Erregung durche Motorhaube kucken iss Schluss mit lustich. Dann hilft nur gnadenlos die Aktion Lappen weg und fürn Fahrrad sparen. Prost.

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