Auch am nächsten Wochenende werden Beschäftigte aus Dortmunder Schulen und Kitas im Impfzentrum auf Phoenix-West geimpft. © Kevin Kindel
Corona-Schutzimpfung

Weniger Astrazeneca-Impfstoff für Dortmund – die Stadt muss umplanen

Die Stadt Dortmund muss mit deutlich weniger Astrazeneca-Impfdosen als geplant auskommen. Das hat auch Einfluss auf die noch ausstehenden Impfungen für Beschäftigte aus Schulen und Kitas.

Die Zweifel an Nebenwirkungen und Wirksamkeit des Corona-Impfstoffs der Firma Astrazeneca sind von Experten zwar ausgeräumt worden. Gesprächsstoff bietet das Vakzin aber trotzdem noch. Denn jetzt gibt es Lieferprobleme, die auch Dortmund treffen.

Dortmund bekommt in dieser Woche vom Land 1890 Astrazeneca-Impfdosen weniger geliefert als bislang zugesagt, berichtet Gesundheitsdezernentin Birgit Zoener. Die Reduzierung betrifft vor allem die Menge, die für die Impfung von Beschäftigten aus Schulen und Kitas vorgesehen war. Dafür waren für Dortmund mehr als 9000 Impfdosen zugesagt.

Birgit Zoerner versucht aber, Sorgen, dass es nicht genug Impfstoff für alle geben könnte, zu zerstreuen. „Es wird weiterhin möglich sein, das Personal aus Schulen und Kitas zu impfen. Wir werden da keine Kürzungen vornehmen müssen, brauchen aber eine neue Organisationsform“, kündigte sie an.

Impfungen auf Phoenix-West statt in Gesamtschulen

Die neue Organisationsform bedeutet, dass die Impfungen von Kita- und Schulbeschäftigten auch am nächsten Wochenende wieder im Impfzentrum auf Phoenix-West stattfinden – und nicht wie zum Auftakt vor zwei Wochen in speziell eingerichteten Impfzentren in zwei Gesamtschulen.

Ebenfalls neu organisiert wird die Zuteilung der Impfstoffe. Denn zeitgleich mit der Kürzung bei Astrazeneca hat das Land NRW Reserven aus dem Vorrat an Impfstoffen der Firma Moderna und Biontech freigegeben. Aus diesem Kontingent rechnet Dortmund mit bis zu 4900 Impfdosen.

Sie sollen nun genutzt werden, um etwa Menschen mit Behinderung zu impfen. Für sie war bislang Astrazeneca vorgesehen, jetzt sollen sie mit dem Moderna-Impfstoff geimpft werden, erklärt die Dezernentin.

12.000 Anspruchsberechtigte aus Schulen und Kitas

Am Ende soll so genug Impfstoff für alle da sein, auch wenn die Zahl der Anspruchsberechtigten aus Schulen und Kitas auf rund 12.000 geschätzt wird. Denn zu Erzieherinnen und Erziehern und Lehrerinnen und Lehrern kommen etwa auch Beschäftigte aus dem hauswirtschaftlichen Bereich.

Die Frage ist, wie viele der Berechtigten sich tatsächlich impfen lassen. Schon vor dem ersten Impf-Wochenende zeichnete sich ab, dass sich vor allem von den Erzieherinnen und Erziehern bis zu einem Drittel nicht impfen lassen will. Das könnte vor allem mit Bedenken gegen den Impfstoff von Astrazeneca zusammenhängen.

Impfstopp ließ Skepsis wachsen

Die Skepsis könnte nach dem Streit um Nebenwirkungen und dem mehrtägigen Impfstopp noch gewachsen sein. Darauf deuten auch die Zahlen vom vergangenen Wochenende hin.

Nach Angaben der Stadt nahmen von 3600 Eingeladenen von Freitag bis Sonntag 3020 den Impftermin wahr. Fast 600 ließen ihn also ungenutzt verstreichen. Das ist eine Fehlquote von mehr als 16 Prozent. Am Wochenende vor dem zwischenzeitlichen Impfstopp waren es nur knapp 5 Prozent.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Oliver Volmerich, Jahrgang 1966, Ur-Dortmunder, Bergmannssohn, Diplom-Journalist, Buchautor und seit 1994 Redakteur in der Stadtredaktion Dortmund der Ruhr Nachrichten. Hier kümmert er sich vor allem um Kommunalpolitik, Stadtplanung, Stadtgeschichte und vieles andere, was die Stadt bewegt.
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Oliver Volmerich
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