Unterricht vor Ort in den Schulen in kleinen Gruppen: Das wird an Grundschulen ab dem 22. Februar wieder Wirklichkeit. © dpa
Schule und Coronavirus

Welche Kinder wieder in die Schulen zurückkehren – und welche nicht

Schüler, Lehrer und Eltern kennen jetzt den Rahmen, in dem ab dem 22.2. wieder Präsenzunterricht möglich sein soll. Die ersten Reaktionen zeigen aber: Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen.

Das NRW-Schulministerium hat am Donnerstagnachmittag (11.2.) in einer „Schulmail“ erklärt, wie die Rückkehr in den Präsenzunterricht ablaufen soll. Fest steht: Nur ein Teil der Dortmunder Schülerinnen und Schüler wird ab dem 22.2. (Montag) wieder vor Ort unterrichtet.

Die Klassen 1 bis 4 der Grundschulen sowie alle Abschlussjahrgänge (Klasse 9 an Förderschulen, Klasse 10, Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe an Gymnasien, Gesamtschulen und Weiterbildungskollegs) erhalten wieder Präsenzunterricht.

Für viele Schülerinnen und Schüler bleibt es beim Distanzunterricht

Für alle anderen bleibt es vorerst beim Unterricht auf Distanz. Das gilt auch für Berufskollegs. Für die Klassen 5 und 6 wird eine „pädagogische Betreuung auf Antrag der Eltern“ angekündigt, Ab einer NRW-weiten Inzidenz von unter 50 könnten weitere Öffnungsschritte folgen, so Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Donnerstag im Landtag.

Die Schulen sind nun aufgerufen, ein für sie passendes „Wechselmodell“ aus Distanz und Präsenz zu entwerfen. Ein Unterschied zu bisherigen Anweisungen aus Düsseldorf: Die Schulen erhalten ausdrücklich „Gestaltungsspielraum“ bei der Gestaltung der Intervalle.

Sie können also entscheiden, ob sie beispielsweise täglich oder wöchentlich wechseln wollen.

Jutta Portugall, Sprecherin der Dortmunder Grundschulen und Leiterin der Lieberfeld-Grundschule, hält es für „gut, dass in irgendeiner Form“ wieder Unterricht vor Ort stattfinden kann. „Kinder brauchen die Lehrkräfte, das kann eine Videokonferenz auf Dauer nicht ersetzen.“

Schulleitungen fehlen in den Vorgaben des Landes wichtige Details

Ihr und anderen Schulleitungen fehlen allerdings in den Vorgaben des Schulministeriums wichtige Details. So ist zwar festgelegt, dass es konstante Lerngruppen geben soll, aber nicht wie groß diese sein dürfen. Im Frühjahr waren Klassen halbiert worden.

Eine weitere offene Frage ist die Notbetreuung. Diese wird es weiter für die Tage mit Distanzlernen geben, wenn Eltern ihre Kinder nicht betreuen können.

Im Sinne der konstanten Gruppen soll die Notbetreuung räumlich getrennt von den festen Lerngruppen sein. Das könnte dazu führen, dass Schüler derselben Klasse denselben Stoff in getrennten Räumen in der Schule behandeln würden.

Die Schulen müssten dafür Lehrer oder Personal aus der Offenen Ganztagsbetreuung zur Verfügung stellen.

Rund 15 Prozent der Schüler sind derzeit in der Notbetreuung

„Deshalb müssen jetzt alle sehen, wie sie es nach ihrem Bedarf organisieren. Aber wir sind etwas weiter als im Frühjahr“, sagt Jutta Portugall. Rund 15 Prozent der Schüler in Dortmund gehen derzeit in den Notbetreuung.

Viele Familien könnte das neue System entlasten. Es kann aber für viele die Situation auch deutlich verkomplizieren, je nachdem wie die Schule den Unterrichtsplan gestaltet. Sie müssten Homeschooling-Zeiten nach einem neuen Rhythmus mit ihren Arbeitgebern besprechen.

Kritik: Lehrer bekommen Schutzpaket, Hygienevorgaben für Kinder fehlen völlig

Harsche Kritik kommt von den Dortmunder Stadteltern in Person der Vorsitzenden Anke Staar. „Es geht nicht um das Wohl und die Gesundheit der Kinder und es geht nicht um Bildung“, sagt sie. Sie stützt diese Interpretation darauf, dass in dem Konzept des Ministeriums jegliche Hinweise zu Hygiene, Masken oder Abstandsregeln in den Schulen fehlen.

„Eltern wollen ihre Kinder in die Schulen schicken. Aber sie wollen auch Sicherheit“, sagt Staar.

Lehrer werden mit FFP2-Masken ausgestattet und können sich künftig zweimal pro Woche testen lassen. Schüler oder das OGS-Personal werden nicht erwähnt.

Es gebe schon länger keine Vergleichbarkeit mehr in diesem Schuljahr. „Deshalb müssen wir uns darauf konzentrieren, den Druck rauszunehmen und den Schulen Spielraum zu geben.“

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth

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