Weil die Brackeler Straße im Nichts endet, „wird meine Straße als Ausweichstrecke missbraucht“

dzWeiterbau der L663n

Die Brackeler Straße und ihr totes Ende sind ein Dauerthema in Asseln und Wickede. Was spricht für den Weiterbau? Was dagegen? Stellvertretend für die Gegensätzlichkeit der Argumente stehen zwei Anwohner.

Brackel

, 30.01.2020, 17:38 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Thema, über das die Menschen im Stadtbezirk Brackel dauerhaft und leidenschaftlich mit unterschiedlichen Meinungen diskutieren, ist der Weiterbau der OWIIIa (bekannt auch unter den Bezeichnungen L663n und Brackeler Straße) bis nach Unna. Bekanntlich endet sie seit vielen Jahren im Niemandsland zwischen Kurl und Asseln. Stellvertretend für die Gegensätzlichkeit der Argumente stehen zwei Anwohner.

Da ist zunächst Gerd Gutt aus Wickede. Er sagt: Der Weiterbau der OWIIIa würde einfach zuviel Flächenfraß bedeuten und das wertvolle Naturschutzgebiet Wickeder Ostholz zerschneiden.

Gerd Gutt: Lieber den Nahverkehr verbessern

Die Argumente, der Hellweg in Asseln und Wickede sei durch den fehlenden Ausbau zu stark belastet, könne er nicht nachvollziehen. Im Berufsverkehr sei jede Straße stark belastet, nicht nur der Hellweg.

Weil die Brackeler Straße im Nichts endet, „wird meine Straße als Ausweichstrecke missbraucht“

Gegen den Ausbau der OWIIIa ist Gerd Gutt. Der Flächenfraß wäre einfach zu groß, sagt er. © Andreas Schröter

Es gebe viele Phasen im Laufe eines Tages, in denen der Hellweg in Asseln und Wickede relativ leer sei. Für Staus sorgen seiner Meinung nach eher die vielen Ampeln und dass sie seiner Meinung nach so chaotisch geschaltet seien. Auch müsse der ÖPNV weiter verbessert werden.

Anwohner aus Asseln beklagt Ausweichstrecken

Auf der anderen Seite steht Werner Hösche (70) aus Asseln. Hösche wohnt am Küsterkamp, einer schmalen Straße, die sich in unmittelbarer Nähe zum toten Ende der OWIIIa befindet und als Ausweichstrecke missbraucht werde – besonders morgens und nachmittags im Berufsverkehr. Unzählige abgefahrene Spiegel und auch mehrere größere Unfälle seien die Folgen des steten Verkehrsstroms, für den die enge Straße nicht ausgelegt sei, sagt er.

Weil die Brackeler Straße im Nichts endet, „wird meine Straße als Ausweichstrecke missbraucht“

So trist sieht derzeit das Ende der OWIIIa (L663n) zwischen Asseln und Kurl aus. Viele Beteiligte bemühen sich um den Weiterbau. © Andreas Schröter

Bereits 2009 habe er mit OB Ullrich Sierau gesprochen, der ihm gesagt habe: „Wir sind dran.“ Passiert ist bislang nichts. Sierau und auch der Brackeler Bezirksbürgermeister Karl-Heinz Czierpka (beide SPD) sind bekanntlich für den Weiterbau.

Land soll Kosten für OWIIIa-Weiterbau übernehmen

Die Städte Dortmund, Unna und Kamen sowie der Kreis Unna wären bereit, die Planungsarbeiten für das Land NRW zu übernehmen, wie die Stadt unlängst mitteilte. Dies aber nur, wenn NRW zusichern würde, die damit verbundenen Kosten (externe Vergaben und die verwaltungsinternen Personalaufwendungen) vollständig zu übernehmen. Daran scheitert es bislang.

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Ein bekannter Gegner des Weiterbaus ist der Ratsvertreter der Linken, Utz Kowalewski. In seiner jüngsten Stellungnahme dazu bezieht er sich auf den Vergleich, auf den sich die Stadt mit der Deutschen Umwelthilfe eingelassen hat, wonach der Verkehr auf der Brackeler Straße um 20 Prozent reduziert werden soll.

Der Weiterbau würde laut Kowalewski aber das Gegenteil bewirken: mehr Verkehr auf der Brackeler Straße. Er sagt: „Aus Sicht der Linken muss der Vergleich vor Gericht eingehalten werden – für die OWIIIa ein Todesurteil.“

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