Was bedeuten die neuen Corona-Regeln für den Dortmunder Weihnachtsmarkt?

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Mitten in die Planungen für einen Dortmunder Weihnachtsmarkt unter Corona-Bedingungen platzen die neuen Regel-Verschärfungen. Wie soll das am Glühweinstand gehen? Das sagen die Schausteller.

Dortmund

, 16.10.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Patrick Arens, Vorsitzender des Schaustellervereins Rote Erde und Organisator des Dortmunder Weihnachtsmarktes lässt sich nicht entmutigen. Die neuen Corona-Auflagen mit den Kontaktbeschränkungen bedeuteten für den Weihnachtsmarkt „so richtig erst mal nichts“. Die Corona-Schutzverordnung NRW gebe noch immer die Veranstaltung von Weihnachtsmärkten her, so Arens.

„Wenn wir wüssten, wir sind das Risiko, würde ich sagen, okay, es geht nicht, doch ich sehe uns nicht als das Risiko“, sagt der Organisator. „Wir sind draußen an der frischen Luft.“

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Das Konzept für den Weihnachtsmarkt mit entzerrten, teils umzäunten Ständen, kontrolliertem Zugang und aufwendigen Hygienemaßnahmen sei von der Stadt anerkannt. Die Glühweinstände sollen weitestgehend an ihren angestammten, aber erweiterten Plätzen bleiben. Arens: „Jetzt müssen wir mit der Stadt von Tag zu Tag entscheiden.“

Dortmunds Rechtsdezernent Norbert Dahmen sieht zurzeit keine Verbote. Mit dem Pop-up-Freizeit-Park hätten die Schausteller bewiesen, dass es corona-konform geht. Ebenso die Gastronomie. Die Frage sei, ob es bei der Publikumssteuerung weitere Einschränkungen geben müsse. „Da warte ich auf die neue Corona-Schutzverordnung.“

„Wie eine Kneipe unter freiem Himmel“

Auch Schausteller Rudi Isken geht zurzeit davon aus, dass er wieder seinen erst im letzten Jahr neu eingerichteten Glühweinstand an der Marienkirche aufbauen kann: „Das wäre tragisch, wenn das nicht funktionieren würde.“ Der Plan sei, den Glühweinstand wie „eine Kneipe unter freiem Himmel“ zu betreiben.

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Das heißt: Das erweiterte Areal des Standes wird mit einem Jägerzaun oder ähnlichem umgeben. An den Stand kommt man nur durch elektronische Registrierung am Eingang. „Donald Duck und Peter Pan geht da nicht“, so Isken mit Bezug auf die falschen Angaben, die manche Gäste zuvor in Restaurants gemacht hatten.

„Um maximale Sicherheit zu gewährleisten, sind wir technisch auf dem neusten Stand“, erläutert der Schausteller, „mit dem Vorhalten des Personalausweises kann man sich registrieren.“

Tischzuweisungen und Kellner am Glühwein-Stand

Für die Gäste werde es Tischzuweisungen geben. Ob fünf oder zehn Personen an einem Tisch, auf beides werde man sich einrichten, sagt Rudi Isken, gegebenenfalls aus einem Zehner-Tisch zwei Fünfer-Tische machen. Am Tisch dürfe man zwar die Maske abnehmen, müsse sie aber auf den Gängen und dem Weg zur Theke tragen, um eine neue Runde Glühwein zu holen.

Isken: „Wir werden auch mit Kellnern arbeiten.“ Zudem stünden mehrere Desinfektionsständer bereit.

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Das Buchungssystem zur Reservierung von Tischen werde unter den Weihnachtsmarkt-Ständen vernetzt, kündigt Patrick Arens an. „Wenn es bei Isken voll ist, kann man sehen, ob es beim Wendler noch Plätze gibt.“

180.000 Euro fließen ins Hygienekonzept

Weil die Stadt in diesem Jahr wegen Corona die gesamten Kosten für den größten Weihnachtsbaum der Welt übernehme, könnten die Schausteller die sonst von ihnen getragenen 180.000 Euro voll ins Hygieneprogramm fließen lassen, sagt Arens. Auch Sicherheitspersonal werde davon finanziert.

Wie in Dortmund würden auch in Essen und Duisburg die Weihnachtsmärkte erst mal normal weiter geplant. Arens: „Auch da sind wir in engem Austausch.“ Noch blieben 14 Tage Zeit, die Entwicklung abzuwarten. „Alles andere muss man sehen.“

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Dennoch seien einige Weihnachtsmarkthändler mittlerweile so verunsichert, dass sie ihre Teilnahme bereits abgesagt hätten, so Arens, „da müssen wir immer wieder etwas umplanen.“ Eines sei aber sicher, betont der Dortmunder Weihnachtsmarkt-Organisator: „Der Baum kommt auf jeden Fall.“

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