Wegen Corona: Mutmaßlicher Räuber aus Keuning-Park wird freigesprochen

dzUrteil am Landgericht

Die Staatsanwaltschaft hat einem 21-jährigen Mann schwere Straftaten vorgeworfen. Im Prozess vor dem Landgericht hat er aber gleich doppelt Glück.

Dortmund

, 25.06.2020, 16:45 Uhr / Lesedauer: 1 min

Laut Anklage soll der 21-Jährige im September 2019 im Keuning-Park einen jungen Franzosen angegriffen haben. Dieser hatte offenbar auf einer Bank auf die Abfahrt seines Zuges nach Paris gewartet, als er attackiert wurde. Am Ende fehlte ihm sein Handy.

Die Richter hatten im Prozess alles versucht, den Franzosen zu einer Zeugenvernehmung nach Dortmund zu laden. Als klar wurde, dass dies aufgrund der damals noch herrschenden Ausgangsbeschränkungen in Paris nicht möglich sein würde, hatten sie es mit einer Videovernehmung per Telefon versucht. Doch beide Versuche, den Zeugen ans Handy zu bekommen, schlugen fehl.

Ohne Opferaussage war kein Urteil möglich

Damit war klar, dass sich die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft nicht beweisen lassen würden. Ohne klare Aussage eines Zeugen, dass nur dieser Angeklagte wirklich als Täter infrage kommt, ist keine Verurteilung möglich.

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Und auch im zweiten angeklagten Fall hatte der 21-Jährige Glück. Laut Staatsanwaltschaft soll er im Sommer 2019 außerdem versucht haben, am Nordeingang des Hauptbahnhofs einen schlafenden Mann zu berauben.

Da dieser zur Tatzeit aber offensichtlich völlig betrunken war, konnte er sich jetzt - nach Monaten - natürlich nicht mehr an das Gesicht des Täters erinnern. Den Richtern blieb daher nichts anderes übrig, als einen Freispruch zu verkünden.

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