Nach Erdrutsch: Rad- und Fußweg um den Hengsteysee ist wieder frei

dz Hengsteysee

Nach einem Erdrutsch im Oktober 2019 bestand am Café Seeschlößchen Lebensgefahr, der beliebte Rundweg um den Hengsteysee wurde gesperrt. Die schicke neue Brücke bleibt nicht für immer.

Syburg

, 19.06.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn Menschen ihren Willen durchsetzen wollen, dann wird’s oft haarig. Der bis vor kurzem gesperrte Rundweg um den Hengsteysee ist so ein Fall. Im Oktober 2019 war unterhalb des Cafés Seeschlößchen, kurz vor dem Übergang von Herdecker auf Dortmunder Stadtgebiet, ein Stück Hang abgerutscht.

Ein Teil der Mauer abgerutscht – Fußgänger brachten sich in Gefahr

Ein Teil der alten Mauer, die See und Fußweg trennt, war in den Hengsteysee gerutscht. Und da man nicht sicher sein konnte, ob sich der Fuß- und Radweg weiter in Wohlgefallen auflösen würde, musste eine Sperrung her.

Mit einem Bauzaun versuchten die Verantwortlichen die Fußgänger und Radfahrer davon abzuhalten, das bröselige Wegstück zu nutzen – jedoch nur mit mäßigem Erfolg. Immer wieder schoben eigensinnige Bürger den Zaun beiseite und brachten sich unnötig in Gefahr.

Am Café Seeschlösschen war der Hang abgerutscht, der Weg deshalb gesperrt.

Am Café Seeschlösschen war der Hang abgerutscht, der Weg deshalb gesperrt. © Stadt Herdecke

Das Problem: Eine Wiederherstellung der Mauer kostet Zeit und viel Geld. Daher hat die Stadt Herdecke, die in diesem Bereich für den Zustand der Wege verantwortlich ist, auf ein Provisorium gesetzt. Die Idee: eine leichte Holzbrücke, die das abrutschgefährdete Teilstück überspannt und wieder für eine Umrundung des Hengsteysees sorgt.

15 Meter langes Provisorium aus Nadelholz

Es folgte eine Untersuchung durch ein Ingenieurbüro und schließlich die Vergabe an eine Herdecker Firma. Aber wie sollte die Brücke aussehen? Um die gefährliche Stelle am Seeschlößchen passieren zu können, ging Folgendes in Planung: eine 15 Meter lange Behelfsbrücke aus Nadelholz, die auf die vorhandene Asphaltdecke gesetzt wird.

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Weil das Bauwerk nicht allzu viel wiegen durfte, musste man mit einer Breite von 1,10 Meter hinkommen. Andreas Schliepkorte, Leiter der Technischen Betriebe in Herdecke: „Es bietet uns einen Zeitgewinn, um eine weitere Planung zur endgültigen Ertüchtigung der Mauer sorgfältig vorbereiten zu können.“

Denn die Brücke soll nur ein Provisorium bleiben, bis die alte Mauer wieder in ihrem ursprünglichen Zustand den Weg vom Hengsteysee abtrennt.

Pünktlich wieder freigegeben

In den vergangenen Tagen fanden noch abschließende Arbeiten an dem Brückenbauwerk und den beiden aufgeschütteten Rampen statt – dann wurde der Rundweg wieder freigegeben. Im Übrigen wie vorher geplant. Denn anvisiert war eine Wiedereröffnung im Juni 2020.

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