Waschverbot: Feuerwehr Deusen muss ihre Wäsche kilometerweit fahren

dzFreiwillige Feuerwehr

Seit mehr als einem Monat herrscht auf der Feuerwache in Deusen Waschverbot. Die Freiwillige Feuerwehr fürchtet weitere Einschränkungen: Sind die Duschen und Waschbecken auch gesperrt?

Deusen

, 18.06.2020, 11:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Feuerwehr ohne Wasser – eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit. Doch während für die Einsätze Wasser vorhanden ist, sitzen die Feuerwehrleute auf der Wache der Freiwilligen Feuerwehr in Deusen derzeit auf dem Trockenen.

Und das obwohl die Wasser-Zuleitungen einwandfrei funktionieren. Das Problem liegt in den Abwasserleitungen. „Niemand weiß, wohin unser gebrauchtes Wasser eigentlich geht“, sagt Brandinspektor Arnd Buch.

Weil Wasser in der Abscheideranlage gefunden wurde, seien die Abwasserleitungen vor gut einem Monat untersucht worden. Die Anlage soll nach Wartungs- und Reinigungsarbeiten an den Fahrzeugen eigentlich nur das Wasser von Öl oder Benzin trennen.

Kamera kann den Weg des Wassers nicht nachvollziehen

Bei einer Kamera-Untersuchung sei dann zu Tage getreten, dass der Weg des Wassers ab den Abflussanlagen der Feuerwache nicht nachvollziehbar ist. Um zu vermeiden, dass das Abwasser einfach im Boden versickert, sei deshalb ein Dusch- und Waschverbot verhängt worden, so Arndt Buch.

„Aber die Uniformen müssen nach jedem Einsatz gewaschen werden“, erklärt er. „Und die Leute möchten natürlich auch duschen gehen, wenn sie verschwitzt zur Wache zurückkehren.“ Hinzu komme, dass es gerade in Corona-Zeiten besonders wichtig sei, die Hände zu waschen.

Brandinspektor Arnd Buch ist zwar nicht mehr im aktiven Dienst, setzt sich aber sehr für die Belange der Freiwilligen Feuerwehr in Deusen ein.

Brandinspektor Arnd Buch ist zwar nicht mehr im aktiven Dienst, setzt sich aber sehr für die Belange der Freiwilligen Feuerwehr in Deusen ein. © Archiv

Bislang sei nicht absehbar, wann das Wasser in der Wache wieder fließen darf. „Dass Duschen und die Handhygiene hier derzeit nicht so möglich sind, können wir überbrücken“, sagt Arnd Buch. Gravierender sei das Waschmaschinen-Verbot.

Denn die Uniformen, die nach einem Einsatz beispielsweise mit Schadstoffen aus dem Rauch kontaminiert sind, dürfen nicht in die heimische Waschmaschine wandern. Die Alternative ist für die Freiwillige Feuerwehr in Deusen eine logistische Meisterleistung.

Wäsche muss kilometerweit gefahren werden

Die Wäsche muss zu anderen Wachen, beispielsweise nach Hörde, gebracht werden, die bis zu 20 Minuten entfernt liegen. Ein zusätzliches Problem: Die kontaminierten Uniformen dürfen nicht im eigenen Pkw, sondern nur in den Einsatzfahrzeugen transportiert werden.

„Und die darf nur einer unserer Fahrer mit Lkw-Führerschein fahren“, sagt Arndt Buch. Zudem müssen die gewaschenen Uniformen zeitnah wieder abgeholt werden, damit die Deusener Feuerwehrleute sofort wieder einsatzfähig sind.

Die Huckarder CDU-Fraktion hat deshalb zwei Anträge gestellt, die in der Sitzung der Bezirksvertretung am Mittwoch (17.6.) beschlossen wurden. Einerseits soll die Feuerwehr mit einem zweiten Satz Uniformen ausgestattet werden, um den Druck aus dem Wäsche-Transport zu nehmen.

„Andererseits soll die Wassersituation schnellstmöglich überprüft und Probleme behoben werden“, sagt CDU-Bezirksvertreterin Claudia Brückel.

Alles rund um den Ölabscheider darf nicht benutzt werden

Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter kann die Feuerwehrleute des Löschzuges in Deusen zumindest in einem Punkt beruhigen. „Die Körperhygiene, also Händewachen und Duschen, ist nicht untersagt“, sagt er. „Untersagt ist das Betreiben des Waschplatzes, der Waschmaschine und aller Bereiche, die an den Abwasserlauf zum Ölabscheider angeschlossen sind.“

Allerdings sei das Waschen von Einsatzkleidung in den Waschmaschinen der Wache ohnehin nie erlaubt gewesen. Das extra zertifizierte Waschverfahren, sei nur auf den Berufsfeuerwehr-Wachen und der Zentral-Desinfektion in Hörde möglich.

Bei besonders starker Verschmutzung stehe ein Kleintransporter der Feuerwehr für den Transport dorthin zur Verfügung. Um Reinigungs-Engpässe bei der Einsatzkleidung zu kompensieren, habe die Freiwillige Feuerwehr fünf Reserve-Garnituren für Brandschutzkleidung in gängigen Größen.

„Bei besonderem Bedarf kann über die Einsatzleitstelle weitere Kleidung angefordert werden“, sagt Maximilian Löchter.

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