Warum in Hörde 600 Kinder nicht das Schwimmen lernen können

dzBabyschwimmen

Immer mehr Schwimmbäder werden geschlossen, immer weniger „Wasserzeiten“ gibt es, um Kindern das Schwimmen beizubringen. In Hörde droht jetzt eine weitere Schließung.

Hörde

, 15.10.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Josefino Elternschule in Hörde ist stadtbekannt. Die Elternschule, die an das St.-Josefs-Hospital in Hörde angedockt, und im Besitz der St. Lukas Gesellschaft ist. Diese hat nun für das kleine Schwimmbad, in dem Babys das erste Mal an Wasser gewöhnt werden und Kleinkinder das Schwimmen lernen, eine andere Verwendung. Dort sollen Wohnungen entstehen.

Warum in Hörde 600 Kinder nicht das Schwimmen lernen können

An das Josefino ist die Schwimmschule angegliedert. © Jörg Bauerfeld

Die Schwimmschule, in der seit nunmehr 10 Jahren an der Straße Stiftskamp den Kindern das Schwimmen beigebracht wird, muss schließen. Am 31. September 2020 geht es mit dem Schwimmenlernen im Ortskern von Hörde dem Ende zu.

Eine fristgerechte Kündigung

„Die Kündigung kam fristgerecht, aber am Ende doch ein wenig überraschend“, sagt Cornelia Döring, die die Schwimmschule mit aufgebaut hat. Und die Schließung wird weitreichende Folgen haben, denn zurzeit besuchen knapp 600 Kinder die wöchentlich stattfindenden Kurse.

Laut Schwimmschule stehen weitere 800 Kinder auf der Warteliste. Der Bedarf ist also da, warum die Schließung?

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„Wir sind natürlich ein privates Wirtschaftsunternehmen und sind auf die Vermieter angewiesen“, sagt Cornelia Döring. Die Vermieter wollten die Schwimmschule schon im Jahr 2007 loswerden. Nur dank der Unterstützung des damaligen Stadtrats Jörg Stüdemann und Mitgliedern der katholischen St.-Clara-Gemeinde ging es noch weiter. Eben bis zum nächsten Jahr.

Das Wasser muss eine besondere Qualität haben

Wie sieht die Zukunft der Schwimmschule aus? Es soll weitergehen, sagt Cornelia Döring. So laufen zurzeit zusätzlich noch Kurse im Marienkrankenhaus in Schwerte und im Radisson-Blue-Hotel in Dortmund.

Aber es muss mehr Wasserzeiten geben, so Döring. Jetzt braucht die Schwimmschule aber nicht irgendein Wasser. Es muss sehr warm sein.

Warum in Hörde 600 Kinder nicht das Schwimmen lernen können

Bis September 2020 wird dieser Hinweis noch an der Eingangstür hängen. © Jörg Bauerfeld

33 Grad Wassertemperatur werden für die Babys und Kleinkinder benötig. In normalen Schwimmbädern ist das nicht zu finden. Selbst die Kinderschwimmbecken in den Hallenbädern gehen eher gegen 28 Grad.

Kontakt zur Wirtschaftsförderung und Politik

Cornelia Döring und ihr Schwimmteam haben mittlerweile Kontakt aufgenommen zur Wirtschaftsförderung, zur Politik im Bezirk und im Rathaus, zur Kirchengemeinde St. Clara. Eine Lösung ist bis jetzt nicht gefunden. „Wir hoffen auf private Unternehmen in Dortmund, wie die Firma Wilo. Hier wird überlegt, einen Betriebskindergarten zu bauen, vielleicht geht ja auch noch ein kleines Schwimmbad“, so Döring.

Aber eines sei sicher. „Wir brauchen auf Dauer ein neues Schwimmbad“, sagt Cornelia Döring. „Und bis dahin eine Übergangslösung.“

Die Zahlen zum Thema Kinderschwimmen sprechen eine deutliche Sprache: So wurden in den vergangenen 15 Jahren in der südlichen Innenstadt und im Dortmunder Süden einige kleine Schwimmbäder geschlossen.

Viele kleine Bäder schon geschlossen

Das sind zum Beispiel das Bad im Johannes-Hospital, im Marienhospital Hombruch, der Strandkorb Hombruch, in der Physiotherapie Huestrasse, in der LWL-Klinik Aplerbeck, im Hotel Zum Kühlen Grunde, im Hotel Drees oder das Lehrschwimmbecken in Holzen.

Alle diese kleineren Bäder waren für Kinderschwimmen und Wassergewöhnung geeignet. Aus Kostengründen oder wegen Sanierungsstau wurden diese geschlossen. Zu Lasten der jungen Nichtschwimmer.

Mehr informationen

Mithilfe für neues Schwimmbad erwünscht

  • Die Schwimmschule in Hörde gibt es seit 1998
  • Sie ist im Josefino, Stiftskamp 22-24, ansässig.
  • Kontakt unter Tel. 4 75 52 52 oder per E-Mail an: info@die-schwimmschule.de.
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