Warum es jetzt in Brechten wieder ein ganz besonderes Stück Bergbau gibt

dzBergbau

Es war so wie früher: Der Bergbau war Thema in Eving - so wie viele Jahrzehnte lang. Und nun ist ein besonderes Stück Bergbaugesschichte zurückgekehrt - nach Brechten.

Eving

, 14.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Teufenzeiger der Zeche Minister Stein ist nach Brechten zurückgekehrt. Er steht nach seiner Sanierung wieder in vollem Glanz an seinem alten Standort am Schiffhorst 220.

Wenige Tage zuvor war der und die Bergbauzeit im Stadtbezirk bei einem Vortrag des Evinger Geschichtsvereins schon wieder lebendig geworden. Anlass dazu war die Restaurierung des Teufenzeigers der Zeche Minister Stein, der seit 1994 am Schiffhorst 220 in Brechten gestanden hat. In Kürze soll er wieder dort aufgestellt werden.

Warum es jetzt in Brechten wieder ein ganz besonderes Stück Bergbau gibt

Interessiert verfolgten die Zuhörer den Vortrag von Dr. Volker Schacke (r.). © Uwe Brodersen

Ein Teufenzeiger zeigte damals dem Fördermaschinisten an, an welcher Stelle im Schacht sich der Förderkorb gerade befinde, erläuterte Referent Dr. Volker Schacke beim Heimatverein. Und in Brechten am Scharfen Eck, wo heute ein Kreisverkehr ist, lag seinerzeit der Schacht 6 der Zeche. Deshalb war der Stein dort, und nicht etwa wie in Eving. „Das Fördergerüst war von der Evinger Straße aus gut zu sehen“, verdeutlichte Volker Schacke seinen 15 Zuhörern im ehemaligen Wohlfahrtsgebäude am Nollendorfplatz.

Die Sprache des Bergmanns

Schackes Vortrag über die „Entwicklung der seigeren Förderung“ war gleich in mehrfacher Hinsicht interessant - technisch, historisch und sprachlich. „Seigere Förderung bedeutet senkrechte Förderung“, so der Experte. Überhaupt habe der Bergmann seine eigene Sprache mit vielen altdeutschen Ausdrücken. „Er fährt praktisch immer, gehen tut er nie.“

Warum es jetzt in Brechten wieder ein ganz besonderes Stück Bergbau gibt

Zufriedenheit bei allen Beteiligten: Der Teufenzeiger ist wieder da. © Schaper

Egal, ob er früher auf seinem Leder am Hosenboden in den Schacht hinabrutschte oder am Steigbaum wieder hinaufkletterte. Das sei auf das Verb „faran“ (fahren) zurückzuführen, das jede Art der Fortbewegung bezeichne. Eine Fahrte sei eine Leiter, die unter Tage eingesetzt werde. Eine Seilwinde wird im Bergbau nicht Seilwinde genannt, sondern Häspel oder Haspel. Und gleich veranschaulicht dieses Wort einem, was es heißt, sich zu verhaspeln.

Grundlage der Volkswirtschaft

Lange vor der Kohle wurde Salz gefördert. „Der Salzbergbau war früher die Grundlage der Volkswirtschaft“, berichtete Volker Schacke. So habe es diesen in Hallstatt im Salzkammergut ab etwa 1500 vor Christi gegeben.

Kenntnisreich veranschaulichte der Referent, wie sich die Fördertechnik weiterentwickelte, über den Einsatz von Göpeln - Drehvorrichtungen zum Antrieb von Arbeitseinrichtungen -, die Wasserkraft, das Drahtseil, die dampfbetriebene und dann die elektrische Fördermaschine bis hin zur Umstellung von der Trommel- auf die Treibscheibenförderung, um größere Schachttiefen und Förderlasten bewältigen zu können.

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