Warum eine Ampel in Eving auch drei Jahre nach einem Blitzeinschlag nicht funktioniert

dzSchulte Rödding

Vor drei Jahren schlug ein Blitz in die Ampel an der Kreuzung Derner Straße/Bayrische Straße ein. Die provisorische Anlage von 2016 steht dort bis heute. Der Grund dafür ist kurios.

Eving

, 07.08.2019, 15:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es hat richtig geknallt im Sommer 2016. Ein typisches Sommergewitter mit Starkregen, Donner und Blitzen sorgte für Bahnausfälle, Verkehrsbehinderungen - und den Ausfall einer Ampelanlage. An der Kreuzung Derner Straße/Bayrische Straße (Schulte Rödding) schlug der Blitz direkt dort ein und sorgte dafür, dass eine provisorische Anlage herhalten musste, um den Verkehr zu regeln.

Seitdem sind drei Jahre vergangen - die provisorische Ampelanlage ist jedoch geblieben. Der Verkehr wird weiterhin so geregelt, wie man es eigentlich nur bei Baustellen kennt. „Das kann eigentlich nicht sein“, beschwert sich auch Udo Villwock. Regelmäßig fährt der Kirchderner mit der Bahn an der Kreuzung vorbei - und ärgert sich eigentlich jedes Mal.

„Straßenbahn sollte Vorrang haben“

„Wir scheinen wirklich viel Geld zu haben“, sagt er genervt. Schließlich sei so eine Ampelanlage ja mit Sicherheit auch kostspielig. Außerdem sei die Ampelschaltung derzeit einfach nicht sinnvoll, erklärt Udo Villwock: „Sonst hatten die Straßenbahnen und Busse immer Vorrang. Wenn die kamen, konnten sie immer durchfahren. Jetzt ist das nicht mehr so.“

Für den öffentlichen Nahverkehr bedeute das eine erhebliche Einschränkung: „Andauernd ist hier mehrere Minuten Stillstand und dann kommt es regelmäßig zu Verspätungen. So kann man uns doch nicht den öffentlichen Nahverkehr schmackhaft machen.“ Die Bahn sei ohnehin schon unpünktlich, das sei dadurch jetzt nur noch schlimmer.

Die DSW21 kann diese Behauptung nicht bestätigen, sagt Pressesprecher Frank Fligge: „DSW21 hat sich seinerzeit mit den Rahmenbedingungen sehr schnell und gut arrangiert. Weder aus dem Wegfall der Busvorrangspur noch aus dem Ersatzampel-Betrieb ergeben sich für unsere Fahrgäste in Bussen und Bahnen Nachteile.“

Stadt und Land sind sich nicht einig

Petra Frommeyer (CDU), stellvertretende Bezirksbürgermeisterin, kann verstehen, dass die Menschen von der aktuellen Regelung genervt sind. Die Bezirksvertretungen aus Eving und Scharnhorst seien schon mehrfach mit dem Thema an die Stadt herangetreten und hätten sich nach dem aktuellen Stand erkundigt. Doch das einzige, was bisher klar ist, ist die Vorampel an der Bayerischen Straße, die nach den Arbeiten abgeschaltet werden soll.

Das eigentliche Problem jedoch liege wohl nicht nur bei der Stadt, erklärt die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin. Die Schwierigkeit sei viel mehr, dass die Derner Straße der Behörde Straßen.NRW, also dem Land, gehöre. So seien Stadt und Land lange nicht einig gewesen über die Finanzierung der neuen Ampelanlage.

„Die Stadt hat das ausgeschrieben, das war dem Land aber zu teuer. Dann hat das Land selbst ausgeschrieben. Das war aber noch teurer“, berichtet Petra Frommeyer von der Misere. Nun sei Straßen.NRW in der insgesamt dritten Ausschreibungsphase - dieses Mal soll es endgültig sein. Wer jetzt aber auf eine schnelle Erneuerung der Ampelanlage hofft, den muss die stellvertretende Bezirksbürgermeisterin enttäuschen: „Das wird wohl frühestens im kommenden Jahr fertig.“

Dieser Bericht wurde aktualisiert am 8. August und um eine Stellungnahme der DSW21 ergänzt.

Lesen Sie jetzt