Warum ein Kaffee in Wickede zu einem Umweg von 20 Kilometern führen kann

dzNordosten in der Welt

Wer Nicht-Ortskundige zum Besuch nach Wickede einlädt, muss vorsichtig sein. Der Dortmunder Stadtteil hat einen bekannten Namensvetter. Er ist nicht der einzige Stadtteil mit Doppelgänger.

Eving, Scharnhorst, Brackel

, 25.08.2019, 18:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wer sich auf einen Kaffee in Wickede treffen möchte, kann leicht verwirrt werden - welches Wickede ist denn gemeint? Der Dortmunder Stadtteil hat einen bekannten Namensvetter - und das in gleich unmittelbarer Nähe. Nur 20 Kilometer entfernt liegt Wickede an der Ruhr. Doch das ist nicht der einzige Doppelgänger eines Stadtteils aus dem Nordosten. Wer nach Dortmunder Stadtteilen googelt, findet gleich auf den ersten Blick zwölf Doppelgänger in ganz Deutschland.

Die meisten Doppelgänger hat ein Evinger Stadtteil

Der König unter den Stadtteilen mit Doppelgängern kommt aus Eving. Gleich acht Mal ist auf Ortsschildern außerhalb Dortmunds die Aufschrift Holthausen zu lesen. Dazu zählen Düsseldorf, Laer, Schmallenberg, Plettenberg, Hattingen, Voerde, Wuppertal und Hagen. Da ist es nicht ganz so einfach, mitzukommen.

Besonders der Düsseldorfer Stadtteil ist möglicherweise auch einigen Dortmundern bekannt, weil sie hier schon den einen oder anderen Spaziergang am Rhein unternommen haben. Nicht-Ortskundige sollten bei einem Besuch in dem Dortmunder Stadtteil aufpassen, dass das Navi ihnen nicht plötzlich einen Umweg von rund einer Stunde nach Holthausen in Laer ausspuckt.

Eine Stadt der Gegensätze ist der Brackeler Namensvetter. Zwar handelt es sich dabei nur um ein kleines Dorf mit rund 1957 Einwohnern, aber die Entfernung zu Hamburg beträgt nur 35 Kilometer, in rund 30 Minuten befindet man sich mitten im Großstadtgetümmel. Es muss sich also niemand entscheiden, ob er lieber die Ruhe oder den Rummel haben will.

Keine Stadtbahn und kein Hellweg in Asseln

Vom großen Stadtfeeling wie im Dortmunder Nordosten kann bei dem Asselner Namensvetter wohl keine Rede sein. Nur 46 Einwohner wohnen in dem kleinen Stadtteil von Lichtenau in der Nähe von Paderborn. Im Gegensatz zu ihrem Dortmunder Namensvetter gibt es hier keine Stadtbahn, keinen Hellweg und keine große Innenstadt in unmittelbarer Nähe - stattdessen in erster Linie viel Grün.

Viel Grün gibt es auch in Scharnhorst. Während der Dortmunder Stadtteil unter anderem den Kurler Busch zu bieten hat, gibt es im Scharnhorst in Eschede, einer Stadt im Landkreis Celle in Niedersachsen, viele Bauernhöfe und Möglichkeiten für einen entspannten Spaziergang. Als nächste Großstadt in der Nähe ist Hannover zu nennen - das ist aber auch bereits rund 70 Kilometer von Scharnhorst (Eschede) entfernt.

Stadtteile mit Alleinstellungsmerkmal

Das Gegenteil zum Doppelgänger-König Holthausen sind einige Dortmunder Stadtteile wie Eving, Derne, Wambel oder Kemminghausen. Die Stadtteile haben ein echtes Alleinstellungsmerkmal - sie sind außer in Dortmund nirgendwo anders auf der ganzen Welt zu finden. Auch Lindenhorst gehört zu diesen Stadtteilen. Das war aber nicht immer so.

Lindenhorst gab es bis 1945 noch zweimal im damaligen Ostpreußen. Die beiden Orte gehörten bis zum Kriegsende zu Deutschland. Heute liegen sie nur 180 Kilometer auseinander, aber dafür in zwei verschiedenen Ländern. Einer der beiden Orte gehört heute zu Polen, weshalb der Ort auch von Lindenhorst in Lipowo umbenannt wurde.

Das zweite ehemalige Lindenhorst heißt heute Selenowo und gehört zu Kaliningrad in Russland. Nur rund sieben Jahre, von 1938 bis 1945, trug die Stadt den Namen Lindenhorst. Mit dem Anschluss von Ostpreußen an die Sowjetunion nach dem Zweiten Weltkrieg bekam die Stadt mit Selenowo wieder einen russischen Namen, der heute nicht mehr an den Dortmunder Stadtteil erinnert.

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