Warum Dortmunder Gebäude Montagnacht knallrot leuchten werden

dzBundesweite Aktion

In über 250 deutschen Städten werden Gebäude rot erleuchten – auch in Dortmund. Die Aktion „Night of Light“ hat einen ernsten Hintergrund.

Dortmund

, 22.06.2020, 04:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Rotes Licht als Symbol gegen die Corona-Krise der Veranstaltungsbranche: In der Nacht von Montag (22.6.) auf Dienstag (23.6.) werden mehrere Dortmunder Gebäude in einem roten Licht erleuchten. Bundesweit werden über 2500 Gebäude in mehr als 250 Städten mit dem selben Licht angestrahlt. Der Anlass: Die Aktion „Night of Light“, unterstützt von etwa 3000 Betrieben aus der Veranstaltungswirtschaft.

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In Dortmund werden von Montag, 22 Uhr, bis Dienstag, 1 Uhr, das Dortmunder U, das Gebäude von Party Rent Dortmund, das Opernhaus sowie das Amtshaus Dortmund-Mengede bestrahlt.

Solidarität zwischen den Betroffenen

David Porrmann, Leiter der Marketing-Abteilung des Dortmunder Theaters, sagt: „Dass wir an der Aktion teilnehmen, war bei uns recht schnell entschieden. Bei uns stammen einige Kollegen aus der Veranstaltungsbranche und zu denen wollen wir uns natürlich solidarisch verhalten.“ Besonders betroffen von der Krise seien vor allem die vielen Kooperationspartner des Theaters.

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Unterstützer der Aktion aus Dortmund sind Mosaik Management, das Opernhaus Dortmund, das Dortmunder U, die Westfalenhalle GmbH, Niclen, JKR-Events, Lichtschall, Warsteiner Music Hall, Lichtdesign Rottmann, das Amtshaus Dortmund-Mengede, Party Rent, Nizzabeat, Ristow/Thielker und DMPW.

„Die nächsten 100 Tage übersteht die Veranstaltungswirtschaft nicht. Die aktuellen Auflagen und Restriktionen machen die wirtschaftliche Durchführung von Veranstaltungen quasi unmöglich“, sagt Tom Koperek, Initiator der Aktion „Night of Light“ und Vorstand der LK-AG Essen, in einer Pressemitteilung.

Zeichen in Richtung Politik und Bevölkerung

Neben den Veranstaltern selbst seien auch „Zulieferer und Dienstleister jeder Art und Größe“ vom Pandemie-bedingten Ausfall der Veranstaltungen betroffen. Koperek fasst zusammen: „Rien ne va plus – nichts geht mehr!“ Daher wolle er nun mit den Unterstützern der Aktion ein Zeichen in Richtung Politik und Bevölkerung setzen.

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Das zentrale Ziel der Aktion sei vor allem symbolischer Natur: „Wir wollen mit der Aktion zeigen, wie viele wir in der Branche und wo wir überall sind“, sagt Koperek. Die Vielfältigkeit und Systemrelevanz der Veranstaltungswirtschaft sei vielen nicht bewusst. „Wir wollen auf die Brisanz der jetzigen Situation hinweisen und betonen, wie viele Arbeitsplätze auf dem Spiel stehen“, ergänzt er.

Tom Koperek verweist auf eine Meta-Studie des Research Institute for Exhibition and Live-Communication (RIFEL), welche die Bedeutsamkeit der Veranstaltungsbranche hervorhebe. Die Branche vereine 150 verschiedene Gewerke und Spezialdisziplinen; über eine Millionen Menschen seien in ihr beschäftigt. Der jährliche Kernumsatz liege bei über 10 Milliarden Euro.

Ziel der Aktion: Dialog mit der Politik

Neben dem symbolischen Charakter versuchen die Beteiligten mit der Aktion „zu einem Dialog mit der Politik aufzurufen, wie Lösungen und Wege aus der dramatischen Lage entwickelt werden können“, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Die bisherigen Hilfsprogramme würden langfristig zu einer Zahlungsunfähigkeit und Überschuldung der Betriebe führen, da Kredite zurückgezahlt werden müssten. Das reicht den Beteiligten nicht.

Dass die Farbe Rot für die Aktion ausgewählt wurde, ist kein Zufall. Die Veranstaltungsbranche befinde sich auf der „Roten Liste“ der aussterbenden Branchen; es herrsche Alarmstufe Rot; die Beteiligten würden „einen flammenden Appell an die Öffentlichkeit“ richten; die Farbe Rot stünde für die Leidenschaft, die die Beteiligten für ihre Branche fühlen würden, wird in der Pressemitteilung erklärt.

Um die „Night of Light“-Aktion deutschlandweit durchführen zu können, kooperiert Koperek mit der „Initiative für die Veranstaltungswirtschaft“, die von Initiatorin Sandra Beckmann ins Leben gerufen wurde.

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