In Tübingen können die Bürger mit einem Tagesticket Restaurants, Geschäfte und Kulturveranstaltungen besuchen. Dortmund will ein vergleichbares Modell. © picture alliance/dpa
Corona-Pandemie

Warum Dortmund doch keine Modellprojekt-Stadt wie Tübingen sein will

Die Stadtverwaltung hatte gegenüber dem Land Interesse an einem Modellversuch zur Eindämmung der Corona-Pandemie bekundet. Doch nachdem die Kriterien bekannt wurden, gab es eine überraschende Reaktion.

Mehr als 40 Kommunen und Kreise in Nordrhein-Westfalen haben gegenüber dem Land ihr Interesse bekundet, sich mit einem Modellprojekt zur Eindämmung der Corona-Pandemie beteiligen zu wollen. Dazu gehört auch Dortmund.

NRW-Wirtschaftsminister hat am Dienstag (30.3.) die Kriterien bekannt gegeben, nach denen sechs bis acht Städte für eine Teilnahme ausgeguckt werden sollen. Ziel der Modellversuche ist, eine digitale Beschleunigung von Testen, Impfen und Kontaktnachverfolgung. Die teilnehmenden Städte sollen ihr Modellprojekt selbst finanzieren.

Eigentlich hätte Dortmund mit seiner vernetzten „Smart City-Allianz“, mit seinen IT-Unternehmen, Start-ups, Hochschulen und Kliniken alle Voraussetzungen für ein solches Modellprojekt erfüllen können. Doch Dortmunds Oberbürgerbürgermeister Thomas Westphal hat dem Land am Mittwoch (31.3.) eine vorläufige Absage erteilt.

Bitte um Verschiebung der Modellprojekte

„Die Stadt Dortmund bittet das Land NRW, die Kommunalen Modellprojekte ‚Digitalisierung hilft bei der Öffnung des gesellschaftlichen Lebens‘ zu verschieben“, teilte sie am Donnerstagnachmittag in einer Presseerklärung mit.

Zur Begründung wird OB Westphal zitiert mit den Worten, für die Stadt bestehe zum jetzigen Zeitpunkt keine Grundlage für eine Beteiligung, „da das Modellprojekt nicht zur aktuellen Entwicklung des Infektionsgeschehens passt.“

Dortmund habe erst vor wenigen Tagen mit verpflichtenden Tests für bestimmte Bereiche begonnen. Diese Ergebnisse gelte es zunächst abzuwarten. Westphal: „Es war nie unsere Absicht, durch Tests weitere Lockerungen zu betreiben, sondern unter den jetzt geltenden Regeln mehr Sicherheit über Ansteckungswege und Orte zu bekommen.“

Es gehe nicht darum, flächendeckende Öffnungen zu ermöglichen, hatte Minister Pinkwart am Dienstag unterstrichen, sondern darum, klar abzugrenzende Bereiche Pandemie-sicher zu lockern – etwa bei Sport, Kultur, Handel oder Außengastronomie. Der Minister: „Mit diesen Projekten wollen wir die Voraussetzung schaffen, hoffentlich bald auch landesweit mit digitalen Tools eine Brücke bauen zu können, die bis Ende des Sommers trägt.“

NRW knüpfe über den Weg der Modellversuche an die bisherigen Empfehlungen des Expertenrats Corona an und befinde sich damit auch im Einklang mit den Beschlüssen der letzten Bund-Länder-Runde, so Pinkwart.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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