Nach den ersten Impfungen waren zahlreiche Mitarbeiter des Rettungsdienstes einen Tag lang dienstunfähig. © dpa
Corona-Schutzimpfung

Warum Dortmund die Impfstrategie trotz vieler Krankmeldungen nicht ändert

Ein Viertel der Rettungsdienst-Mitarbeiter in Dortmund hat sich nach der Erstimpfung gegen das Coronavirus krankgemeldet. Die Stadtverwaltung hält aber am bisherigen Konzept fest.

Dutzende Mitarbeiter des Dortmunder Rettungsdienstes haben sich am Freitag (12.2.) krankgemeldet, nachdem sie mit dem Astra-Zeneca-Impfstoff gegen das Coronavirus geimpft worden sind. Dass kurzzeitig Nebenwirkungen auftreten können, war bekannt. Vom Vorgehen bei den Impfungen will die Stadt Dortmund nicht abrücken.

Fieber, Schüttelfrost und andere grippeähnliche Symptome können nach der Impfung etwa auftreten – in Dortmund waren in der vergangenen Woche etwa 25 Prozent der 304 geimpften Mitarbeiter des Rettungsdienstes davon betroffen.

In Essen und Bochum hat man sich nach ähnlichen Erfahrungen entschlossen, die Impfstrategie zu ändern. Die Mitarbeiter dieser kritischen Infrastruktur sollen dort nicht mehr so geballt auf einmal sondern zeitlich verteilter geimpft werden.

Die Leiterin des Dortmunder Corona-Krisenstabes, Birgit Zoerner, betonte am Dienstag (16.2.) aber noch einmal, dass die Verantwortlichen des Dortmunder Rettungsdienstes diese Krankmeldungen im Vorfeld bei den Dienstplänen so einkalkuliert hätten.

Immer donnerstags ist die Feuerwehr an der Reihe

„Wenn wir jetzt die Pflegeheime abfragen, werden die das mit Sicherheit auch berücksichtigen“, sagte Zoerner. Die Stadtverwaltung biete den Einrichtungen mehrere mögliche Termine an. Die Feuerwehr soll etwa an den restlichen beiden Februar-Donnerstagen weitere Impfungen erhalten.

Die Anzahl der betroffenen Personen sei durchaus relativ hoch, ergänzte Gesundheitsamts-Chef Dr. Frank Renken; der Schweregrad der Symptome aber „Gott sei Dank nicht“. Die Reaktionen würden nach ein bis zwei Tagen abklingen. Wenn danach dann ein Impfschutz gegen Covid-19 aufgebaut ist, sei das „ein Preis, den die meisten Menschen bereit sind, dafür zu zahlen“, so Renken.

Auch das NRW-Gesundheitsministerium teilt mit, dass diese Nebenwirkungen bekannt waren, als Zeichen für die gewünschte Gegenreaktion des Körpers. Der Impfstoff von Astra Zeneca zeige eine gute Wirksamkeit und eine gute Verträglichkeit, um schwere Corona-Erkrankungen zu verhindern.

Konkrete Vorgaben zur Impfstrategie erteilt das Ministerium nicht. „Im Rahmen der fachlichen Beurteilung vor Ort sollte geprüft werden, wie die Belegschaft einer Einrichtung zeitlich gestaffelt sinnvoll geimpft wird, um größere Personalausfälle zu verhindern“, so Sprecherin Miriam Skroblies.

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Kevin Kindel, geboren 1991 in Dortmund, seit 2009 als Journalist tätig, hat in Bremen und in Schweden Journalistik und Kommunikation studiert.
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Bastian Pietsch

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