Warum derzeit ein rotes Fahrrad vor der Rewe-Filiale Thema ist

dzGesprächsthema

Seit Neustem steht ein rotes Fahrrad am Radständer vor dem Rewe-Markt an der Berghofer Straße angekettet. Seither sorgt der Drahtesel für Gesprächsstoff. Was steckt dahinter?

Berghofen

, 31.07.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gibt es in Berghofen ausreichend Angebote für Jugendliche? Diese Frage beschäftigt zunehmend die Menschen im Stadtteil seit der vergangenen Woche. Ins Rollen gebracht hat das Thema ein rotes Fahrrad, das seit Sonntag (26. Juli) vor dem Rewe-Supermarkt an der Berghofer Straße steht.

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An dem Rad sind drei in Klarsichtschutzhüllen geschobene Zettel angebracht. Darauf zu lesen sind Auszüge eines mutmaßlichen Wortwechsels: „Kathrin sagt auch: „Chillen auf dem Friedhof ist doof!“ – „Ja, aber wo sollen die Jugendlichen denn hin in Berghofen?“ und „Das frage ich mich auch.“

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Unter einem Bild des Fahrrades, das in der Facebook-Gruppe „Du bist Berghofer, wenn...“ veröffentlicht wurde, wird seit Mittwoch (29. Juli) fleißig kommentiert. Am Donnerstag hat sich dann die Initiatorin der Aktion zu erkennen gegeben. Es handelt sich um die SPD-Politikerin Christiane Lusebrink-Dickewied.

Kein Wahlkampfmanöver

Die Dortmunderin kandidiert für den SPD-Ortsverein Berghofen als Stadträtin, aber die Fahrrad-Aktion sei alles andere als ein kalkuliertes Manöver hinsichtlich der baldigen Kommunalwahl.

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„Der Hintergrund ist ein anderer“, sagt die Pädagogin und Mutter eines 17-jährigen Sohnes. Vor einigen Tagen habe sie bei einem Spaziergang über den Berghofer Friedhof dort zwei Jugendliche angetroffen, die mit Keksen und Cola dort gesessen und geplaudert hätten.

„Mich wunderte das, dass sich junge Leute zum Chillen auf einem Friedhof treffen. Schließlich ist das eher ein Ort der Trauer“, sagt Christiane Lusebrink-Dickewied.

Kostenfreie Angebote fehlen

Im Gespräch mit den Jugendlichen hätten diese ihr mitgeteilt, dass der Friedhof der einzige Treffpunkt sei, da es in Berghofen ihrer Meinung nach keinen anderen Platz geben würde. Ähnliches habe sie in ihrem privaten Umfeld auch mitbekommen.

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„Im Ortsteil selbst gibt’s keine kostenfrei Angebote oder besondere Treffpunkte für Jugendliche. Wer Geld für ein Schokoticket hat, der fährt nach Aplerbeck rein. Aber was ist mit jenen, die zu den 30 Prozent gehören, deren Familien von Armut betroffen sind?“, fragt Christiane Lusebrink-Dickewied.

Ihrer Ansicht nach müsse für das Thema mehr Öffentlichkeit geschaffen werden. Dass ihre Fahrrad-Aktion so schnell Gesprächsthema geworden sei und zudem konstruktive Diskussionen angestoßen habe, hat sie jedoch zuvor nicht absehen können.

Laut Christiane Lusebrink-Dickewied hätte sich ein Stück weit bereits etwas durch die Aktion bewegt: „Bezüglich der Nachnutzung des Steigerturms wollen einige Berghofer jetzt vorschlagen, dass es künftig dort auch Jugendangebote geben soll.“

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