Warum das Parkverbot an der Vieffhausstraße in Huckarde schlecht für die Natur ist

dzParkplatzärger in Huckarde

Parken auf dem Bürgersteig ist verboten. An der engen Vieffhausstraße ist aber auch das Parken auf der Straße kaum möglich. Die Problemlösung der Anwohner ist nicht gerade umweltfreundlich.

Huckarde

, 26.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Die Straßenverkehrsordnung ist eindeutig und gnadenlos: Parken darf man nur auf der Straße oder dort, wo es ausdrücklich erlaubt ist. Das Parken auf Gehwegen ist nicht erlaubt.

In Dortmund wie in vielen anderen Städten gibt es aber Siedlungen, die zu einer Zeit geplant wurden, als das Auto eine deutlich geringere Bedeutung hatte. Dort findet man enge Straßen und enge Gehwege.

Ein „gestuftes Verfahren“ begann 2017

„Bei uns war es üblich, dass die Fußgänger über die Straße gehen“, berichtet Marie Hanel, Anwohnerin der Vieffhausstraße. Denn in ihrer Nachbarschaft war es üblich, mit dem Auto halb auf dem Gehweg zu parken.

Das änderte sich 2017. Damals erreichte das Ordnungsamt eine Anwohnerbeschwerde. Laut Stadtsprecher Maximilian Löchter begann damals ein gestuftes Verfahren. Zuerst wurden Hinweiszettel verteilt, danach begannen die Kontrollen.

Inzwischen gibt es Kontrollen an der Vieffhausstraße

In den Außenbereichen wird das Ordnungsamt nur aktiv, wenn es zu Beschwerden kommt. Deshalb gibt es in den Stadtteilen Straßen, die kontrolliert werden und Straßen, an denen noch immer auf dem Bürgersteig geparkt wird.

Die Vieffhausstraße wurde mittlerweile vom Ordnungsamt in die Vorortkontrollen aufgenommen und das kontrolliert dort unregelmäßig und stichprobenhaft. 2017 gab es vier Kontrollen, 2018 zwei und in diesem Jahr bereits zwei im April.

Es gibt kein Gewohnheitsrecht

Mittlerweile haben die Anwohner verinnerlicht, nicht mehr den Gehweg zu nutzen. Denn ein Gewohnheitsrecht gibt es für Anwohner nicht. Auf der Straße wird aber auch nicht geparkt. „Es ist einfach zu eng“, sagt Anwohner Semih Ceviker, „wenn man auf der Straße parkt, kommt kein zweites Auto daran vorbei, geschweige den die Müllabfuhr oder andere große Fahrzeuge.“

Erst vor wenigen Tagen hat er wieder ein Knöllchen bekommen. Besonders ärgerlich, wenn man die Regeln kennt.

Stattdessen hat Marie Hanel einen traurigen Trend bei ihren Nachbarn wahrgenommen: „Immer mehr Leute bauen in ihre Vorgärten Auto-Stellplätze.“ Ehemalige Blumenbeete werden versiegelt.

Lebensraum für Vögel und Insekten geht verloren

Ihren Nachbarn will Marie Hanel gar keinen Vorwurf machen, es sei die logische Folge der Parkplatzregeln. Doch gerade in Zeiten, in denen versiegelte Vorgärten in der Kritik stehen, weil so Lebensraum für Vögel und Insekten verloren geht, ärgert sich Marie Hanel über die rigorose Durchsetzung der Straßenverkehrsordnung.

Doch Marie Hanel will sich nicht nur beschweren, sondern hat eine Idee. „Vielleicht kann die Politik sich dafür einsetzen, dass in der Vieffhausstraße das Parken erlaubt wird.“

Gehwegparken wird geprüft

Auf Anfrage dieser Redaktion bei der Stadtverwaltung liefert Stadtsprecher Maximilian Löchter eine Überraschung: „Ob im Bereich der Vieffhausstraße ein halbseitiges und komplettes Gehwegparken eingerichtet werden kann, muss vor Ort durch die Straßenverkehrsbehörde im Detail geprüft werden. Eine solche Prüfung ist veranlasst, benötigt aber noch etwas Zeit.“

Doch er will nicht zu viel Hoffnung machen: „Allerdings liegen die Gehwegbreiten dort, nach einer ersten Einschätzung, bei kaum zwei Metern. Um Fußgängerbegegnungsverkehr zu gewährleisten, wird ein Gehwegparken vermutlich nicht zu realisieren sein.“

Die Vorgartenversiegelung geht weiter

Ein Ende der Vorgartenversiegelung in der Vieffhausstraße ist daher wahrscheinlich nicht abzusehen.

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