Warum das Froschloch mehr öffentliche Gelder bekommt als der Hombrucher SV

dzBezirksvertretung Hombruch

Mehr als 10.000 Euro bewilligte die Hombrucher Bezirksvertretung für das städtische Freibad Froschloch. Ein Sportverein wollte ein Drittel so viel, bekam es aber nicht. Das sind die Gründe.

von Marc Dominic Wernicke

Hombruch

, 15.10.2019, 20:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

In ihrer Sitzung am 17. September stimmte die Hombrucher Bezirksvertretung (BV) über Fördermittel für lokale Einrichtungen ab. Dabei bewilligte sie mehr als 10.000 Euro für das Naturfreibad Froschloch.

Ein Antrag des Sportvereins Hombrucher SV über rund 3500 Euro fand dagegen keine Zustimmung. Obwohl die beiden Anträge vollkommen unabhängig voneinander sind, legen sie zumindest eine Frage nahe: Warum wird ein städtisches Bad eher gefördert als ein Sportverein?

Das Budget für Vereine ist begrenzt

Konkret hatte der HSV die Bezirksvertretung um finanzielle Unterstützung in Höhe von 3567 Euro gebeten. Für diesen Betrag hatte der Verein im Juni 180 Bälle, 174 Hemdchen und fünf Sets zur Bodenmarkierung für die Jugendabteilung gekauft. Die BV lehnte diesen Antrag zunächst ab, gewährte dem Verein aber eine Förderung in Höhe von 500 Euro.

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„Diese Begrenzung kam auf Vorschlag der SPD-Fraktion, da der Kruckeler SV in der Juni-Sitzung für Bälle 400 und der TVE Barop in der September-Sitzung ebenfalls für Bälle 495 Euro beantragt und bekommen hat“, erklärt Bezirksbürgermeister Hans Semmler auf Nachfrage.

Ab sofort gilt eine Obergrenze für Fördermittel

„Die 3567 Euro des HSV waren der BV nicht angemessen, da ihr zur Vereins- und Kulturförderung insgesamt ein Jahresetat von 14.000 Euro zur Verfügung steht.“ Für die Bezuschussung von Bällen und anderer kleinteiliger Sportausstattung sollen 500 Euro künftig als Obergrenze gelten.

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Dieser Anteil des BV-Budgets ist eigens für Vereine vorgesehen und steht in keinerlei Konkurrenz zum Froschloch. Dessen Förderung erfolgte nämlich aus einem ganz anderen Teil des Etats, den sogenannten „konsumtiven Mitteln“, die insgesamt rund 600.000 Euro betragen.

Was wurde für das Froschloch beantragt?

Im August ersuchte Michael Dominik, der Geschäftsführer der „Sportwelt Dortmund“, die Hombrucher BV um 10.620 Euro für das Naturfreibad Froschloch an der Löttringhauser Straße. Die Sportwelt ist eine gemeinnützige GmbH, die für die insgesamt acht städtischen Frei- und Hallenbäder in Dortmund zuständig ist.

Das Froschloch benötigte die Förderung, um eine Holzpodestfläche über der Schwallkammer zwischen dem Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken zu erneuern - „dringend“, wie es in dem Antrag hieß. Starker Pilzbefall und mögliche Splittergefahr machten dies nötig. Diesen Antrag bewilligte die BV in ihrer September-Sitzung.

„Die Förderung des Froschlochs war und ist uns wichtig, da es dort schon einige Verletzungen an den Füßen der Kinder gegeben hat“, begründet Bezirksbürgermeister Semmler. Eine Förderung des Freibads mit dem Betreiber Sportwelt, der mit öffentlichen Zuschüssen im Auftrag der Stadt Dortmund handelt, sei im Einzelfall einfacher als die Förderung einer GmbH, auf die dies nicht zutrifft.

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