Wachsam am Rand der A 45

Eichlinghofen Bürgernähe, besser gesagt "Autofahrernähe", wird auf der Wache der Autobahnpolizei an der A45 ganz groß geschrieben.

07.07.2008, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wachsam am Rand der A 45

Und so gibt es in dem vorbeirasenden Tagesablauf der Beamten immer wieder kleine dringende "Notfälle", die zum Schmunzeln anregen. Wie die Mutter, die gestern mit ihrer kleinen Tochter in die Wache stürmte und in höchster Not nach einer Toilette fragte.

"Das kommt schon mal vor", erklärt Wachleiter Thomas Tiete und lächelt. Der Polizeihauptkommissar hat seit anderthalb Jahren das Sagen in dem etwas in die Jahre gekommenen Gebäude.

43 Kolleginnen und Kollegen schieben hier Dienst - 24 Stunden am Tag sorgen sie für Sicherheit auf den angrenzenden 200 Autobahnkilometern. 200 Kilometer, die es in sich haben. 1700 Unfälle hat es hier 2007 gegeben. 200 Verletzte wurden medizinisch versorgt. Teile der A40, A42, A43, A44 und A45 werden von hier überwacht.

20 Fahrzeuge stehen dafür bereit. Streifenwagen, ein Krad aber auch Zivilfahrzeuge, die Jagd auf Verkehrssünder machen. Denn "die Verkehrssicherheit ist einer unserer Schwerpunkte", erklärt Tiete. So wie die Stauabsicherung. Horrorbilder von LKW, die in ein Stauende rasen, sind in den Medien allgegenwärtig.

6 Stunden im Fahrzeug

"So ein Stau kommt oft aus dem Nichts, da muss man schnell reagieren", sagt Reinhold Groth, der seit 1982 bei der Autobahnpolizei seinen Dienst tut. Absichern, umleiten, helfen. Ca. 6 Stunden am Tag verbringt ein Beamter im Fahrzeug.

Und es gibt nichts, was es nicht gibt. "Gegenstände auf der Fahrbahn, das kann oft böse enden", so Groth. Er erzählt von Kotflügeln, Fahrrädern, ganzen Motorblöcken oder sogar Wohnwagen, die sich selbstständig gemacht haben. Für die Polizei heißt es dann, sofort zur Stelle zu sein. Das ist nicht immer ganz einfach, "denn die Verkehrsdichte hat in den letzten Jahren zugenommen", so Groth.

Das gilt auch für den LKW-Verkehr. Die Überprüfung der Lenkzeiten ist hier ein Mittel, um für Sicherheit zu sorgen. "Es gibt nicht wenige Fahrer, die auf die Wache kommen und uns bitten, sie für ein Paar Stunden aus dem Verkehr zu ziehen, weil sie einfach nicht mehr können." Die Wache in Eichlinghofen wird aber nicht mehr lange als Anlaufpunkt für Hilfesuchende Auto- und LKW-Fahrer genutzt werden können. Ein Umzug steht bevor - nach Bochum.

Umzug

Anfang nächsten Jahres soll es soweit sein. Dann wird die bislang einzige Wache der Autobahnpolizei auf Dortmunder Gebiet geschlossen. "Aber unser Einsatzgebiet wird sich dadurch nicht ändern", so Tiete. Und auch dann werden die Beamten immer eine offene Tür für die kleinen "Notfälle" der Autofahrer haben. jöb

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