Diese drei Kätzchen wurden nur zwei, drei Tage nach ihrer Geburt in Syburg bei Eiseskälte ausgesetzt. © Arche90
Tierquälerei

Vorm Kältetod bewahrt: Neugier rettete Katzenbabys das Leben

Zwei junge Mountainbiker aus Hombruch haben drei Katzenbabys gefunden, die kurz nach ihrer Geburt in Dortmund-Syburg ausgesetzt worden waren. Einer der Retter berichtet von einem Schockmoment.

Helge Heuel und Lennart Odenwald waren am Samstag (30.1.) auf Tour mit ihren Mountainbikes. Auf dem Rückweg von Schwerte durch die Bittermark fuhren die beiden Schüler aus Hombruch die Reichsmarkstraße hoch. Dort machten sie eine Entdeckung, wie Helge später berichtet.

Kurz vor der Einfahrt zum Golfclub steht eine Sitzbank. Die beiden wollten eigentlich nicht halten. Aber eine blaue, offensichtlich gefüllte Einkaufstüte des Elektronikhändlers Conrad, die neben der Bank abgestellt war, erregte ihre Aufmerksamkeit.

Der Schuhkarton mit den Katzen steckte in der blauen Conrad-Tüte.
Der Schuhkarton mit den Katzen steckte in der blauen Conrad-Tüte. © Heuel © Heuel

„Vielleicht ist eine Drohne drin oder irgendein Elektrogerät?“, sagte Lennart. Helge wollte es genau wissen: „Ich war neugierig und habe reingeschaut. Darin war ein hochkant gestellter Schuhkarton.“ Helge hat ihn aus der Tüte gezogen und an der Seite einen Schlitz entdeckt. „Vielleicht ist da ein Tier drin, war unser nächster Gedanke“, erzählt er.

Karton mit dem Fuß geöffnet

Aus Sorge, dass eine Schlange drin sein könnte, hat Helge den Karton auf den Boden gestellt und ganz vorsichtig mit dem Fuß geöffnet. „Dann haben wir gesehen, dass darin drei kleine Katzenbabys lagen. Die haben leise gejammert.“

Sie seien im ersten Moment geschockt gewesen, sagt Helge, „sogar ein bisschen überfordert.“ Deshalb hat er seine Mutter angerufen, und die riet den beiden wiederum, die Polizei zu verständigen. Gesagt, getan. „Die sind dann auch ziemlich schnell gekommen“, berichtet Helge.

Helge Heul zeigt, wo er und sein Freund Lennart am Samstag die Tüte und den Karton mit den ausgesetzten Kätzchen gefunden hat.
Helge Heul zeigt, wo er und sein Freund Lennart am Samstag die Tüte und den Karton mit den ausgesetzten Kätzchen gefunden hat. © Kolle © Kolle

Die Beamten nahmen die unterkühlten Kätzchen mit zur Wache und übergaben sie dort der Tierschutzorganisation Arche90. Die Katzenbabys sind aktuell bei einer Päppelstelle in Unna untergebracht, wo sie alle zwei Stunden rund um die Uhr gefüttert werden. Es soll ihnen soweit gut gehen, sagte Arche90-Sprecherin Gabi Bayer.

Auffälliges T-Shirt

Dass jemand gerade geborene Katzenbabys – die Nabelschnüre hingen noch an den Bäuchlein – bei unter null Grad einfach ihrem Schicksal überlässt, findet Helge „herzlos.“ So etwas gehöre sich nicht. „Die Kleinen können sich doch nicht wehren.“

Arche90 hofft nun, über den Schuhkarton (Marke Lacoste) und ein auffälliges, dunkles T-Shirt (Jack & Jones), mit dem der Schuhkarton ausgelegt war, Hinweise auf den unbekannten Täter zu bekommen.

Helge Heuel wünscht sich, dass, wenn die Kätzchen so weit aufgepäppelt sind, sie ein gutes Zuhause finden, wo es ihnen besser geht als beim Start ins Leben.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle

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