Von engen Gängen und hohen Stufen

11.07.2008, 17:56 Uhr / Lesedauer: 2 min

Brackel Reinhard Mellwig Wie ist die Situation für ältere Bürger im Stadtbezirk Brackel? Wo drückt sie der Schuh? Was läuft gut? Darüber sprach RN-Mitarbeiter Uwe Brodersen mit (Foto) vom Seniorenbeirat.

Was bereitet Senioren Probleme?

Mellwig : Das Einkaufen. In vielen Supermärkten sind die Gänge zu eng, sie werden dann auch noch mit Paletten zugestellt, so dass es schwierig ist, mit einem Rollator durchzukommen.

Was stört noch im Laden?

Mellwig : Die Preise und Inhaltsangaben auf den Waren sind viel zu klein geschrieben. Ein weiteres Ärgernis sind Verpackungen: Senioren haben oft Schwierigkeiten, sie zu öffnen. Mit diesen beiden Punkten wird sich der Seniorenbeirat auf einer Tagung im Herbst im Rathaus beschäftigen.

Was sind weitere Probleme des Alltags?

Mellwig : Die Automaten der Deutschen Bahn sind ein Buch mit sieben Siegeln. Für ihre Bedienung braucht man ja ein Ingenieursstudium plus Promotion. Es ist leichter, nach Peking als mit der Bahn nach Düsseldorf zu kommen.

Spezielle Schwierigkeiten in Brackel?

Mellwig : Das sind die Stufen vor Geschäften, die mit Rollator oder Stöcken schwer zu bewältigen sind. Der Gewerbevereinsvorsitzende Hans Borgmann bemüht sich sehr, die Lage zu verbessern. Und dann ist immer noch die schlechte Erreichbarkeit der Post auf dem Bürgerplatz Thema. Wenn der Edeka einzieht, werden die Aufzüge endlich wieder in Betrieb genommen.

Was ist gut in Brackel?

Mellwig : An fast allen Ampelübergängen ist der Gehweg abgesenkt worden. Ein weiteres Plus: In die neuen Straßenbahnen können Senioren gut einsteigen. Außerdem fahren jetzt in vielen Bussen Betreuer mit, die beim Ein- und Aussteigen helfen. Diese 1-Euro-Kräfte sind sehr freundlich. In ganz Dortmund sind 60 von ihnen im Einsatz.

Mit welchen Sorgen oder Fragen kommen die Menschen in ihre Sprechstunde?

Mellwig : Sie haben konkrete Anliegen. Da geht es z.B. darum, dass der Mann ins Seniorenheim muss und die Frau wissen möchte, was jetzt zu tun ist.

Ein anderes Thema ist der Widerspruch gegen die Eingruppierung in eine bestimmte Pflegestufe. Ich werde auch in Sachen Lärmbelästigung durch Nachbarn um Rat gefragt. Da ich aber keine Rechtsberatung geben darf, verweise ich dann an einen örtlichen Rechtsanwalt, der sich damit beschäftigt.

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